Hebammenwissen
Natürliche Babypflege
Birgit Laue ist Hebamme, Buchautorin und Lehrerin für Gesundheitsberufe. Sie weiß aus Erfahrung, was Babyhaut gut tut.Im Expertentalk beantwortet sie unsere Fragen zum Thema Babypflege und erklärt, warum natürliche Produkte auf der Grundlage pflanzlicher Öle einfach das Beste für Babys sind.
babyclub.de: Im Zusammenhang mit der Babypflege hört man oft den Satz „Weniger ist mehr“. Welche Pflegeprodukte braucht man denn nun wirklich für ein Baby?
Birgit Laue: Für ein neugeborenes Kind reicht zunächst ein hochwertiges unparfümiertes Pflanzenöl zur Pflege des Windelbereichs und zum Entfernen von Schmutz- oder Cremeresten. Da sich alle Neugeborenen in den ersten Wochen nach der Geburt mehr oder weniger stark schuppen, ist ein rückfettender Badezusatz geeignet, die Haut vor weiterer Austrocknung oder sogar Einrissen zu schützen. Für die tägliche Pflege empfiehlt sich die Verwendung einer leichten Pflegecreme wie z.B. der Weleda Calendula-Pflegecreme, die die Haut vor Trockenheit bewahrt. Und wenn der Po trotzdem einmal wund ist, sollte eine zinkhaltige Heilsalbe wie die Calendula-Babycreme zur Hand sein. Die einzelnen Pflegeprodukte sollten nur wenige, aber dafür hochwertige natürliche Inhaltsstoffe haben, keine künstlichen Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe enthalten und frei von synthetischen Zusätzen sein. Wichtig ist vor allem, dass Pflegeprodukte für das Baby nicht ständig gewechselt werden, auch wenn die Vielzahl und das Preisgefälle der Babykosmetika dazu verführen können. Denn durch die vielen unterschiedlichen Substanzen, mit denen die noch unreife Haut dann in Berührung kommt, entstehen viel schneller und leichter Hautirritationen oder sogar Allergien. Auch hier stimmt: Weniger ist mehr.
babyclub.de: Worin sehen Sie die Vorteile bei Naturprodukten?
Birgit Laue: Ein Baby nimmt über seine zarte Haut täglich eine Vielzahl wertvoller Impulse auf. Die Pflege des wichtigsten Tastorganes, der Haut, ist also sehr wichtig für eine gesunde Entwicklung. Da Babyhaut noch ca. fünfmal dünner ist als die Haut eines Erwachsenen, ist sie besonders durchlässig für jede Form von äußeren Einflüssen. Besonders bei der täglichen Pflege sollte sie deshalb nur mit rein natürlichen, hautverwandten Substanzen in Berührung kommen. Synthetisch hergestellte, mineralische Öle oder Paraffine sind der menschlichen Haut nämlich fremd. Sie bleiben wie ein abdichtender Film auf der Hautoberfläche haften und können die Haut sogar in ihren gesunden Funktionen beeinträchtigen. Im Gegensatz dazu „erkennt“ die Babyhaut die verwandten Fettsäurestrukturen natürlicher Pflanzenöle und kann sie leicht aufnehmen. So wird die schutzbedürftige junge Haut mit wenigen wertvollen pflanzlichen Inhaltsstoffen versorgt und bekommt alles, was sie für eine gesunde Entwicklung dringend benötigt.
babyclub.de: Braucht Babyhaut im Winter eine andere, reichhaltigere Pflege als im Sommer?
Birgit Laue: Ja, unbedingt. Denn in der kalten Winterluft wird Babyhaut sehr schnell trocken, rau und rissig. Sie enthält im Vergleich zur erwachsenen Haut sehr viel mehr Wasser und weniger schützendes Fett. Das macht sie durchlässiger und besonders empfindlich gegen Kälte. Enthält ein Pflegeprodukt nun Wasser, kann dies zur Bildung von Verdunstungskälte an der Hautoberfläche führen. Bei milderen Temperaturen ist dies völlig unproblematisch, manchmal sogar erwünscht, aber bei Minusgraden sollte gerade zarte Baby- und Kinderhaut unbedingt vor Verdunstungskälte bewahrt werden. Sonst könnte diese eventuell weiter abkühlen oder sogar leichte Erfrierungen davontragen. Ein wasserfreier Balsam wie der Calendula-Wind- und Wetterbalsam von Weleda ist jetzt erste Wahl bei der Hautpflege: Besonders wirksam schützen pflanzliche Öle sowie Bienenwachs und das hautverwandte Wollwachs. Sie bilden eine atmungsaktive, schützende Hülle.
babyclub.de: Wie wichtig ist ein Sonnenschutz für das Baby?
Birgit Laue: Durch die Bildung des Pigmentes Melanin, das UV-Strahlen absorbieren kann, schützt sich die menschliche Haut im Normalfall gegen zuviel Sonneneinstrahlung. Babyhaut allerdings produziert noch kein Melanin, d.h. der körpereigene Sonnenschutz ist noch nicht aktiviert. Am besten schützen Sie Ihr Baby deshalb vor der Sonne, wenn Sie es bekleidet in den Schatten legen. Allerdings sind die UV-Strahlen auch im Schatten aktiv, wenn auch schwächer als in der prallen Sonne. Das Auftragen eines Sonnenschutzproduktes macht also zusätzlich Sinn. Achten Sie aber unbedingt darauf, dass die Creme oder Lotion einen hohen Lichtschutzfaktor hat, keine chemischen Zusatzstoffe enthält und der Filter mineralischen Ursprungs ist. Sehr gut geeignet ist z.B. die Weleda Edelweiß-Sonnencreme 20.
babyclub.de: Wie sieht die erste Hilfe aus, wenn der Po wund ist?
Birgit Laue: Fast jedes Baby leidet während seiner Windelzeit mindestens einmal unter einem wunden Po. Bei längerem Kontakt mit Urin, Stuhl oder Seifenresten wird die Haut der Windelregion angegriffen – das feucht-warme Windelmilieu ist dann ein idealer Nährboden für Bakterien und Pilze auf dem gereizten Babypopo. Die typischen Beschwerden wie rote, nässende, juckende und schuppende Haut können unangenehme Schmerzen bereiten. Eine konsequente Pflege ist deshalb unbedingt erforderlich. Wechseln Sie häufig die Windeln, reinigen Sie den Po nur mit Wasser sowie einem frischen Waschlappen und trocknen Sie die Windelregion besonders in den Hautfalten gut und behutsam ab. Auch sollte Ihr Baby so oft wie möglich „windelfrei“ bekommen. Träufeln Sie ein paar Tropfen Muttermilch auf die wunde Hautstelle, das lindert die Hautreizung. Eine zinkhaltige Hautcreme, wie z.B. die Weleda Calendula- Babycreme, sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit von den betroffenen Hautstellen ferngehalten wird und schützt zuverlässig vor Nässe, ohne die Hautatmung zu beeinträchtigen.
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