Windeln: von Wegwerfwindel bis Stoffwindel richtig gewickelt

Stoffwindeln oder Plastikwindeln?

Unsere Hebamme erklärt euch – von der Wegwerfwindel bis zur Stoffwindel – die verschiedenen Möglichkeiten und Techniken ein Baby zu wickeln. Erfahrt außerdem in diesem Special "Das A und O des Wickelns" was ihr bei der Pflege des sensiblen Windelbereichs zu beachten habt. Film ab!

Allgemeines zu den verschiedenen Windelsystemen

Prinzipiell kann man zwischen drei Windelsystemen unterscheiden. Den herkömmlichen Plastik- bzw. Wegwerfwindeln, Bindewindeln aus Stoff und fertigen Stoffwindelsystemen. Für welche Art des Wickelns und für welches Windelsystem man sich entscheidet, sollte von den eigenen als auch von den Bedürfnissen des Babys abhängen. Auch eine Kombination der Wickelsysteme – wie beispielsweise das Wickeln mit Wegwerfwindeln für unterwegs und das Wickeln mit Stoffwindeln für zu Hause – ist selbstverständlich möglich.

Für alle drei Windelsysteme gilt:

  • beim Wickeln sollte die Windel anfänglich immer über dem Bauchnabel sein, damit sie nicht am – eventuell noch nicht ganz verheiltem – Bauchnabel reibt
  • um sicher zu gehen, dass die Windel am Bauch nicht zu eng sitzt und Babys Bäuchlein einschnürt, sollte es ohne Probleme möglich sein, zwei Finger zwischen Windel und Bauch zu stecken
  • auch die Beinabschlüsse dürfen nicht zu eng sein und das Baby einschnüren. Um das Auslaufen der Windel zu verhindern, dürfen die Beinabschlüsse dennoch nicht zu locker sitzen. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass sich weder die Laschen bei Plastikwindeln, noch der Stoff bei Stoffwindeln nach innen wölben

Plastik- bzw. Wegwerfwindeln

Herkömmliche Einwegwindeln gibt es von verschiedenen Firmen, in verschiedenen Größen sowohl für den kleinen, als auch für den großen Geldbeutel. Sie haben den Vorteil, dass man sie einfach aus der Packung nehmen kann und sie hinterher im Mülleimer verschwinden. Diese Art zu wickeln ist deshalb – im wahrsten Sinne des Wortes – kinderleicht und kann selbst wickelfaulen Papis nur schwer eine Ausrede fürs Wickeln liefern. Sie sind praktisch, sparen Zeit und eignen sich super für unterwegs, wenn es mal schneller gehen soll. Zudem bieten die Hersteller verschiede Modelle für die unterschiedlichen Bedürfnisse des Babys und Kleinkindes. So wird von der Windel für die Nacht, über spezielle Windeln zum Spielen bis hin zur Schwimmwindel alles geboten.
 
Nachteil: Wegwerfwindeln haben langfristig betrachtet sehr hohe Anschaffungs- und Entsorgungskosten, die sogar die einmalig höheren Anschaffungs- und stetigen Reinigungskosten von Stoffwindeln überragen. (Anschaffungskosten Wegwerfwindeln ca. 1.200 €  - 1.800 € im Vergleich zu Anschaffungskosten Stoffwindeln ca. 350 € - 450 €). Zudem schadet die Herstellung und Entsorgung der Plastikwindeln der Umwelt. (Eine Wegwerfwindel verrottet ca. 300 Jahre)

Bindewindeln aus Stoff und fertige Stoffwindelsysteme

Viele Eltern sind vom Wickeln mit Stoffwindeln abgeschreckt, weil sie das Wickeln mit Stoffwindeln mit einem größeren Zeitaufwand verbinden. Doch das stimmt nicht ganz, denn auch für das Wickeln mit Stoffwindeln gibt es mittlerweile eine schnellere Lösung in Form von fertigen Stoffwindelsystemen. Diese muss man nicht erst falten und binden, sondern wickelt das Baby durch Knopf- und Klettsysteme ganz einfach ähnlich wie mit einer Wegwerfwindel. Die zusätzliche Arbeit durch das Waschen der Stoffwindeln entfällt zudem in dem Sinne auch, denn Wäsche waschen muss man mit Baby ja ohnehin öfter. Hinzu kommt, dass Kinder die mit Stoffwindeln gewickelt werden, meist früher trocken werden, da es einfach unangenehm ist, immer einen „feuchten“ Po zu haben.

Sicher ist, dass man für das Wickeln mit Stoff meist mehr Utensilien braucht, als bei einer herkömmlichen Windel zum Wegwerfen. Ein Stoffwindelset besteht aus einer Bindewindel, einem 70 x 70 cm oder 80 x 80 cm großem Tuch für den Steg oder eine Saugeinlage, Vlies und Überhöschen. Wählt man ein fertiges Windelsystem, kann selbstverständlich auf das ein oder andere verzichtet werden. Es gibt sogar schon fertige Windelsysteme, bei denen auch die Überhose fest integriert ist. Mittlerweile sehen fertige Windelsysteme und Überhosen auch sehr schick aus und sind gar nicht mehr so altbacken, wie sich das der ein oder andere noch vorstellt. Auch hier findet man zudem schon verschiedene Modelle für die unterschiedlichen Bedürfnisse.

Gut geeignet sind eine Baumwollwindel, Einlagen aus Molton und Überhöschen aus Wolle oder eine wasserdichte Variante. Natürlich wird alles mehrfach benötigt. Wenn man zweimal pro Woche waschen will, sollten es schon 20 Windeln, 25 Einlagen und drei oder vier Höschen sein.

Nachteil: Stoffwindeln und Stoffwindelsystemen haben einmalig betrachtet höhere Beschaffungskosten. Zudem muss man bei Stoffwindeln durchaus einen höheren Wasser-, Energie- und Waschmittelverbrauch sowie mehr Zeitaufwand in Kauf nehmen.

Windeln aus ökologischer Sicht auf den Punkt gebracht

Die Diskussion über die umweltfreundlichere Wickelvariante bedarf sicherlich einer Doktorarbeit und genauer Betrachtung aller Faktoren. Es stehen unter anderem die hohe Herstellungsenergie, der hohe Wasserverbrauch bei der Herstellung bis hin zur Entsorgung von Plastikwindeln gegen einen hohen Wasserverbrauch durch das Reinigen, Verschmutzung von Luft und Wasser bis hin zum höheren Bewässerungsbedarf und Pestizideeinsatz beim Baumwollanbau.

babyclub.de Team-Tipp: Manche Babys vertragen Einwegwindeln nicht. Stoffwindeln sind in der Regel verträglicher für die empfindliche Babyhaut und können sogar verhindern, dass der Babypo häufig wund wird. Umgekehrt gilt aber auch: Bei Babys, die mit Stoff gewickelt werden und wund werden, hilft oft die Umstellung auf Einwegwindeln.

Fazit: Ausprobieren, was Babys Popo gut tut.

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Die neuesten Kommentare zu diesem Thema:
Luc14
Superclubber (175 Posts)
Kommentar vom 13.08.2013 11:39
..wer sich nach der Lektüre dieses Artikels und des Films nicht überlegt, zumindest für einen gewissen Zeitraum mit Stoffwindeln zu wickeln, dem ist nicht zu helfen...Aufgewacht Leute, denn es geht um die Zukunft EURER Kinder!!

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