Kinderwagen Checkliste

Checkliste für den Kinderwagen-Kauf

Kinderwagen
Wirft man einen ersten Blick in Online-Shops oder Einkaufsläden, wird man mit Informationen zum richtigen Kinderwagen regelrecht überflutet. Doch auf was kommt es wirklich an? Was kennzeichnet einen guten Kinderwagen? Wir haben für euch eine Checkliste zusammengestellt.
Schadstoffe

Wem sowohl die Gesundheit seines Babys als auch die eigene am Herzen liegt, sollte besonders auf Schadstoffe Acht geben. Hier kann man den Tests von Stiftung Warentest oder Ökotest sowie dem Oeko-Tex Standard vertrauen, die neben Fahrtauglichkeit, Sicherheit und Komfort auch auf Schadstoffe prüfen. Leider stecken heutzutage immer noch viel zu viele Gifte in Plastik- und Textilteilen.

  • Die schädlichen Weichmacher Phthalate und Chlorparaffine findet man in Kunststoffteilen, beispielsweise in der Regenhaube. Diese Weichmacher beeinträchtigen langfristig die Fortpflanzungsfähigkeit und schädigen Nieren und Leber. Der Giftstoff kann über die Atemwege sowie über Hautkontakt aufgenommen werden und direkt ins Blut gelangen.
  • In Kunststoffen und Gummis wie den Griffen kann man auch Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) finden. Diese sind Bestandteil in Weichmacherölen. Durch Hautkontakt gelangen die Gifte direkt ins Blut. PAK sind krebserregend und führen zu einer Entfettung der Haut, was Hautreizungen und -entzündungen zur Folge hat. Weiterhin werden Atemwege und Augen gereizt. Besonders Acht geben sollte man deshalb bei weichen schwarzen Kunststoffteilen, die intensiv nach verbranntem Gummi riechen. Im Zweifelsfall kann man die weichen Schaumstoffteile über den Griffen entfernen. Das Hartplastik darunter ist laut Stiftung Warentest frei von Schadstoffen.
  • In Textilteilen können ebenfalls giftige Stoffe vorhanden sein, beispielweise als Desinfektionsmittel verwendete Organozinnverbindungen. Wird das Gift über die Haut, die Atemwege oder durch Verschlucken aufgenommen, kommt es zu einer Schädigung des Zellstoffwechsels sowie Augen-, Haut- und Atemwegsreizungen.
All diese Gifte sind sowohl für das Kind als auch für die Eltern gefährlich. Doppelt gefährdet sind Babys von stillenden Müttern, da die Gifte zusätzlich über die Muttermilch an das Kind weitergegeben werden. Es ist deshalb sehr wichtig, nach Modellen zu suchen, die keine Schadstoffbelastung aufweisen. Kinderwägen der Marke Naturkind zum Beispiel bestehen aus Naturmaterialen, die frei von Giften sind. Zur Not kann auch ein Riechtest helfen. Hat der Wagen einen starken chemischen Plastikgeruch, ist er wahrscheinlich voller Schadstoffe.

Sicherheit

In Kinderwägen transportieren Eltern ihr Kostbarstes. Deshalb sollte genügend Sicherheit für das Baby gegeben sein.

  • Stabilität: Breite und weiter auseinanderstehende Räder garantieren, dass der Kinderwagen nicht einfach umfallen und das Kind sich bei einem Sturz verletzen kann.
  • Bremse: Eine Feststellbremse sorgt dafür, dass der Wagen auf abschüssigen Wegen nicht wegrollen kann. Dabei sollten mindestens zwei Räder gesichert werden können.
  • Gurtsystem: Damit das Kind nicht aus dem Kinderwagen herausrutschen kann, muss es angeschnallt sein. Die Prüfnorm für Gurte in Kindersitzen gibt vor, dass ein sicheres und hörbares Einrasten sowie Sicherheitsbügel gegeben sein müssen. Dennoch sollte das Anschnallen einfach gehen und das Kind sollte vom Gurt nicht eingeengt werden. Bereits ein 3-Punkte-Tragegurt erfüllt diese Kriterien.
    Zusätzlich kann man darauf achten, dass sich die Gurte abnehmen und reinigen lassen.
  • Verletzungsgefahr: Vor dem Kauf sollte man den Wagen auf scharfkantige Ecken und Teile untersuchen, an denen sich das Kind möglicherweise verletzen könnte.
  • Reflektoren: Der Kinderwagen muss auch bei Dämmerung und im Dunkeln zu sehen sein. Reflektoren sind deshalb Pflicht.
Insgesamt sollte man beim Thema Sicherheit stets auf die nötigen TÜV und GS Siegel achten, die garantieren, dass nach EU-relevanten Richtlinien getestet wurde und die nötigen Sicherheitszertifikate und Tests bestanden worden sind.

Größe

Bei einem Kinderwagen ist nicht nur die Gesamtgröße relevant, sondern auch die der Einzelteile, in die er zerlegt werden kann.

  • Bei der Gesamtgröße des Wagens ist darauf zu achten, wie klein er sich zusammenfalten lässt, um ihn beispielswiese in den Kofferraum zu legen. Am besten misst man den Kofferraum zuvor einmal aus. Bei einem kompakten Wagen sollte die Höhe nicht über 30 cm, bei Buggys dagegen nicht über 20 cm liegen. Optimal ist es, wenn sich der Wagen mit nur einer Hand zusammenlegen lässt.
  • Laut Stiftung Warentest darf die Größe der Babywanne und Tragetasche die Maße 35 x 78 cm nicht unterschreiten. Nur bei dieser Größe hat das Baby genug Platz, die Wirbelsäule liegt gerade und es kann entspannt schlafen. Liegt das Kind zu eingezwängt, wird es früher unruhig, reagiert überreizt und weint schneller. Besitzt man einen Sportwagen oder Buggy sollte die Höhe des Sitzes 50 cm betragen, damit das Kind seinen Kopf noch anlehnen kann. Hier ist zu beachten, dass man Babys frühestens ab dem 7. Monat aufrecht setzen darf, da erst ab diesem Zeitpunkt die Muskulatur des Kindes stark genug dafür ist.
  • Wichtig ist, genug Stauraum im Wagen zu haben. Am besten macht man sich eine Liste mit Dingen, die man immer mitführen sollte und testet direkt am Modell, ob man alles unterbringen kann.
  • Damit Eltern mehr Komfort haben, sollte eine Höhenverstellbarkeit beim Schieber gegeben sein, damit sie bequem und rückenschonend schieben können. Menschen über 1,80 m benötigen eine Schieberhöhe von 1,10 m.

Gewicht

Das Gewicht des Kinderwagens steht in direkter Abhängigkeit zu der Größe des Wagens. Größere Kinder- und Kombi-Kinderwägen sind schwerer als die kleineren Buggy-Modelle. Aber auch innerhalb der unterschiedlichen Kinderwagen-Kategorien gibt es Gewichtsunterschiede. Der Kinderwagen darf nicht zu schwer sein, wenn man ihn häufig tragen oder in den Kofferraum legen muss. Mehr als 20 kg sollte ein Wagen nicht wiegen.

Räder und Federung

Je nach Untergrund benötigt man unterschiedliche Räder. Eine gute Federung sollte Standard sein. Für das Fahren in der Stadt und auf gepflasterten Straßen eignen sich kleine bewegliche Vorderräder, die dem Wagen Wendigkeit geben. Ist man dagegen viel im Wald oder auf unbefestigten Straßen unterwegs, sind größere und nicht allzu bewegliche oder feststellbare Vorderräder von Vorteil. Zu kleine und schwenkbare Räder erhöhen im Gelände unnötig den Widerstand.
Je nach Modell bestehen die Räder aus Vollgummi oder Luftreifen. Es gibt aber auch Varianten mit einer Kombination aus beidem. Dies sind Vollgummireifen mit Luftstreifen, die für genügend Federung sorgen.

Abdeckung

Die Abdeckung schützt das Kind vor Wind, Regen und Sonne. Sie sollte leicht zu montieren sein, damit man nicht lange beschäftigt ist, wenn man von einem Platzregen überrascht wird.

Hygiene

Der Kinderwagen muss sich leicht reinigen lassen. Da Kinder beim Essen und Trinken gerne kleckern, sollten die Polster und Gurte abnehmbar und abwaschbar sein.

Ersatzteile

Natürlich hofft man, dass nichts passiert, aber man sollte damit rechnen, dass etwas kaputt gehen kann. Deshalb ist es sinnvoll, sich bereits vorab zu informieren, ob zum ausgewählten Modell Ersatzteile verfügbar sind und wie viel sie kosten.

babyclub.de Team-Tipp:

Es ist wichtig, das Kind möglichst lange mit Blick zu den Eltern zu schieben. Schaut es nach vorne, sieht es keine Bezugsperson. So ist es dem Verkehr, dem Lärm, heranstürmenden Hunden oder fremden Menschen völlig allein ausgesetzt. Das ist stressig für das Baby. Blickt es hingegen zu den Eltern, kann es Kontakt aufnehmen und sich vergewissern, dass eigentlich alles in Ordnung ist. Außerdem sieht es, wie Mama oder Papa auf bestimmte Situationen reagieren und ist nicht allein mit seinen Eindrücken. Es hat so auch die Möglichkeit, sich abzuschauen, wie man mit bestimmten Situationen umgehen kann.

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