Schreikind
Körperliche Ursachen
Schreien ist ein ganz normales Verhalten von Babys. Während der ersten drei Monate schreien Säuglinge durchschnittlich etwa zwei bis drei Stunden täglich. Doch wie viel Schreien ist normal? Neben seelischen Ursachen, können auch körperliche Gründe das Schreien bei Schreikindern auslösen.
- Lange Zeit ging man davon aus, dass so genannte Dreimonatskoliken der Grund für das heftige Schreien bei Babys sind. Dreimonatskoliken treten bei Babys dann auf, wenn sie zu schnell Trinken und dabei Luft verschlucken. Zudem ist der Magen-Darm-Trakt bei Säuglingen noch nicht voll entwickelt. Auch eine Laktose-Intoleranz oder Kuhmilchallergien können zu den krampfartigen Blähungen führen. Heute weiß man, dass nur etwa 20 Prozent aller Schreibabys an Dreimonatskoliken leiden.
- In vielen Fällen liegt das Schreien auch darin begründet, dass die Kinder noch keine normale Schlaf-Wach-Regulation entwickelt haben. Wenn die Kleinen ihren eigenen Schlafrhythmus gefunden haben, hört das Schreien meist von alleine auf. Dies ist meistens nach drei bis sechs Monaten der Fall.
- Anderen Forschungen zufolge ist das so genannte "KISS-Syndrom“ ein möglicher Auslöser für das Schreien. KISS ist die Abkürzung für „Kopfgelenks-Induzierte Symmetrie-Störung“. Darunter versteht man eine geburts- oder schwangerschaftsbedingte Verschiebung des Halswirbels beim Baby. Diese Blockade kann durch Krankengymnastik oder den Besuch bei einem Osteopathen aufgelöst werden. Meist hört dann auch das Schreien auf. Eine eindeutige Diagnose des KISS-Syndroms kann jedoch nur der Arzt feststellen.
- Manche Eltern machen zudem die Erfahrung, dass ihr ansonsten ruhiges Baby in bestimmten Phasen quengelt und schreit. Dies ist erst einmal kein Grund zur Sorge, möglicherweise macht ihr Kind gerade einen enormen Wachstumsschub durch oder es beginnt zu zahnen.
Tipp: Um auszuschließen, dass eine ernsthafte Krankheit der Auslöser für das Schreien ist, sollte ein Kinderarzt aufgesucht werden.
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