Muttermilch kaufen & Muttermilch verkaufen

Die Muttermilchbank

Muttermilchbank
Manche Frauen wissen nicht, wohin mit ihrem Milchüberschuss. Darin baden? Oder wegschütten? Die pure Verschwendung – denn andere bräuchten dringend Muttermilch für ihr Baby, beispielsweise weil es zu früh geboren wurde und die Milchbildung noch auf sich warten lässt. Ein neuer, alter Trend könnte die Lösung sein: Muttermilchbanken.

Spendermilch kann Leben retten

Frauenmilch ist das gesündeste Lebensmittel für Babys – natürlich und perfekt auf seine Bedürfnisse abgestimmt. Besonders für Frühchen und kranke Säuglinge kann sie lebensrettend sein. Sie vertragen sie besser als industrielle Nahrung, zudem unterstützen die Inhaltsstoffe das Immunsystem und schützen nachweislich vor Infektionen und Allergien. Aber nicht jede Mutter kann stillen. Darum leben Milchbanken wieder auf und knüpft an einen der ältesten Berufe der Menschheit an: dem der Amme. Nur dass heute der ganze Vorgang in der Regel anonym abläuft. Aber es gibt ein Problem: In Deutschland bekommen allein Frühgeborene oder kranke Säuglinge in den Kliniken die gespendete Muttermilch – und zwar kostenlos. Aber auch deren Bedarf kann noch nicht gedeckt werden.

15 Muttermilchbanken in Deutschland

In Deutschland gibt es nach Angaben der European Milk Bank Associaton (EMB) derzeit 15 aktive Milchbanken, 13 im Osten Deutschlands (Berlin, Chemnitz, Cottbus, Dresden, Eisenach, Frankfurt a. O., Görlitz, Jena, Leipzig, Neubrandenburg, Potsdam, Magdeburg, Greifswald) und zwei im Westen (Dortmund, München). Alle sind an Kinderkliniken angeschlossen.
Zum Vergleich: 1959 gab es noch 86 Milchbanken in Deutschland, 62 in Ostdeutschland, 24 in den westlichen Bundesländern. In der BRD machten laut SWR alle Frauenmilchsammelstellen bis 1972 zu, da Mediziner künstliche Säuglingsnahrung für eine gute, wenn nicht gar bessere Alternative hielten. In der DDR hingegen mussten alle Städte ab 20.000 Einwohnern eine Frauenmilchbank haben. HIV gilt als Grund, warum dann auch dort viele Sammelstellen in den 80er Jahren schlossen, da das Virus über Muttermilch weitergegeben werden kann.

Warum gibt es nicht mehr?

Viele Kliniken scheuen den Aufwand und die hohen Kosten, die mit der Gewinnung und Aufbereitung der Milch verbunden sind, da natürlich äußerst strenge hygienische Vorschriften eingehalten werden müssen. Bevor die Milch abgefüllt und eingefroren wird, untersucht man sie mikrobiologisch auf Viren und Keime und auch die Spenderinnen müssen – ähnlich wie beim Blutspenden – gründlich durchgecheckt werden. Der hohe Bedarf zeigt jedoch, dass dringend weitere Muttermilchbanken benötigt werden. Der Deutsche Hebammenverband fordert daher, dass die Politik reagieren und die nötigen Mittel zur Verfügung zu stellen müsse.

Wie kann ich Muttermilch spenden?

Infrage kommen als Spenderinnen nur gesunde Frauen, deren Kind nicht älter als vier Monate ist. Wer Milch spenden möchte, muss sich regelmäßig untersuchen lassen und verpflichten, während der Stillzeit keine Arzneimittel, Alkohol, Zigaretten oder andere Suchtmittel einzunehmen. Die jeweiligen Voraussetzungen sollten in Frage kommende Frauen jedoch am besten mit der Muttermilchbank in ihrer Region absprechen. Eine Liste der derzeitigen Muttermilchbanken in Deutschland hat der Verein „Babyfreundliche Apotheke“ zusammengestellt.

Muttermilchbörsen – eine Alternative?

Der Bedarf an Muttermilch ist also hoch, denn auch viele Frauen, die keine Frühchen geboren haben, und nicht stillen können, hätten gerne Frauenmilch für ihr Baby. Kein Wunder, dass auch in Deutschland Geschäfte mit Muttermilch boomen, vor allem im Internet über soziale Netzwerke kann man sie kaufen oder verkaufen. Experten warnen jedoch davor, ungeprüfte Milch aus privatem Handel zu verwenden:„Muttermilch ist zwar das Beste für einen Säugling. Aber wir warnen dennoch davor, Muttermilch über das Internet zu beziehen,“ so Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. „Spenderinnen können Medikamente oder Drogen nehmen, ansteckende Krankheiten wie AIDS oder Hepatitis haben. Keine Mutter kann kontrollieren, ob die fremde Muttermilch für das eigene Kind unbedenklich ist. Auch der Transport kann die Qualität der Muttermilch beeinträchtigen und ungenießbar machen. Anders als bei Lebensmitteln, die man im Laden kauft, gibt es beim Handel mit Muttermilch keinerlei amtliche unabhängige Kontrollen.“

Und auch wenn die Milch frei von Keimen und Giftstoffen ist, kann sie ungeeignet sein. Beispielsweise dann, wenn einem Säugling die Milch einer Frau gegeben wird, deren Baby bereits etwas älter ist. Denn Mamas Milch passt sich an: Die Menge und Zusammensetzung der Inhaltsstoffe richtet sich nach den jeweiligen Bedürfnissen des Kindes – Neugeborene benötigen mehr Nährstoffe als Babys im Alter von einigen Wochen oder Monaten.

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Aus der Hebammensprechstunde:
Meinungen aus der Community:
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  • Ende August ist meine Tochter geboren. Nachdem sie im Kreißsaal etwa 2 Stunden auf mir lag, hat die Hebamme sie mir angelegt. Das ging relativ gut mit dem Sau...
  • von chrimbie
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