Bonding

Fest verbunden mit Bonding

Bereits während der Schwangerschaft bauen die werdenden Eltern ein inniges Verhältnis zu ihrem Ungeborenen auf. Nach der Geburt verstärkt sich das Verbundenheitsgefühl durch den ersten Blickkontakt und liebevolles Kuscheln.

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Eltern vergessen nie das unbeschreibliche Gefühl, ihren Nachwuchs das erste Mal direkt nach der Entbindung in den Armen halten zu dürfen. Der Begriff Bonding bezeichnet eben diese intensive körperliche und emotionale Verbindung zwischen Mutter und Baby, die sich mit dem ersten unmittelbaren Hautkontakt festigt und immer weiter wächst. Wir erklären euch, welche Vorteile sich durch Bonding für den Säugling ergeben.

Wie läuft Bonding ab?

Unmittelbar nachdem das Baby geboren ist, wird der Säugling auf die nackte Brust oder den Bauch der Mutter gelegt. So können sich Mutter und Kind begrüßen, kennen lernen und beschnuppern. Selbst bei Kaiserschnittgeburten ist dieser erste Kontakt möglich, da meist örtlich betäubt wird und die Mutter wach ist. Falls die Mutter für Bonding nicht in der Lage sein sollte, kann auch der Papa das Baby liebevoll in Empfang nehmen. Die ersten Minuten sind etwas ganz besonderes und sollten in entspannter und ruhiger Atmosphäre stattfinden. Waschen, Messen oder Wiegen des Babys werden deshalb oft diesem intimen Moment untergeordnet – so kann der Zauber des ersten Blickkontakts ungestört genossen werden. Hebammen raten den unmittelbaren Hautkontakt bis zu einer Stunde lang zu ermöglichen. Viele Babys suchen währenddessen die Brustwarze der Mama, um mit dem Trinken zu beginnen.

Was bedeutet Bonding für das Baby?

Der frühe Hautkontakt zur Mama hat körperliche und seelische Wirkungen auf das Kind. Nach der Geburt muss sich ein Baby an seine neue „Situation“ gewöhnen und ist deshalb in den ersten Lebensstunden besonders empfänglich für sanfte Berührungen und eine liebevolle Ansprache. Der bislang geschützte Raum im Bauch der Mama wird plötzlich durch helles Licht, fremde Geräusche und unbekannte Stimmen ersetzt. Das Baby verarbeitet diese neu gewonnenen Eindrücke in nächster Nähe am besten. Geborgenheit und Vertrauen vermitteln dem Kleinen Schutz. Das ist für einen guten Start ins Leben von unschätzbarer Bedeutung.
Der Kreislauf, der Blutzuckerspiegel sowie die Atmung des Babys werden durch Bonding stabilisiert. Zudem unterstützt der Hautkontakt den natürlichen Wärmehaushalt des Babys. Oft sind Babys auch ruhiger und weinen weniger. Gleichzeitig kommt das Kleine beim Liegen auf dem Bauch oder der Brust der Mama zum ersten Mal mit deren Bakterienflora in Berührung, was wiederum das Immunsystem des Neugeborenen stärkt. Außerdem fördert der Erstkontakt, dass das so genannte Urvertrauen beim Kind entsteht.

Was wenn kein Bonding stattgefunden hat?

Auf keinen Fall sollte sich die Mutter in diesen Fällen Vorwürfe machen. Natürlich gibt es Situationen, in denen das direkte Auflegen nicht möglich ist – sei es durch einen Not-Kaiserschnitt, eine Frühgeburt, eine Adoption oder aus anderen Gründen. Es ist bewiesen, das der Bindungsaufbau in den ersten Lebenswochen und -monaten von Bedeutung ist – und nicht nur die ersten Stunden über eine gute oder schlechte Beziehung zwischen Eltern und Kind entscheiden. Wächst das Neugeborene ohne Bonding in eine Umgebung voller Wärme und Harmonie hinein, in der es zärtlich umsorgt wird, wird sein weiteres Leben genauso positiv beeinflusst. Zudem kann ein versäumtes Bonding sogar Tage oder auch Wochen später durch ein Re-Bonding nachgeholt werden. Dabei wird zuhause das Baby zuerst gebadet und dann der Mama nass und nackig auf die ebenfalls nackte Brust gelegt. Wie unmittelbar nach der Geburt, kann jetzt ausgiebig gekuschelt und gestreichelt werden.

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Die neuesten Kommentare zu diesem Thema:
Kommentar vom 06.05.2013 12:16
Toller Artikel! Was gibt es Schöneres als den ersten Kontakt zwischen Eltern und Neugeborenem...
Kommentar vom 08.05.2013 11:32
...es gibt NICHTS schöneres - diese unvergesslichen Momente sind mir heute immer noch so präsent wie damals, direkt nach der Geburt...........

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