Zwillinge und Co.

Gut zu wissen!

Zwillingen und Mehrlingen kommen nicht so oft vor wie Einlinge. In der Regel gilt die Häufigkeitsberechnung nach der “Hellinschen Regel”. So kommt

• auf 85 Geburten eine Zwillingsgeburt (1,8%)
• auf 852(= 7225) Geburten eine Drillingsgeburt (0,014%)
• auf 853(= 614125) Geburten eine Vierlingsgeburt. (0,0001%)

Dabei lässt es sich statistisch nachweisen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau Zwillinge oder mehr Kinder auf einmal bekommt, durch natürliche Faktoren steigt. Mit dem Vorkommen in der Familie, dem Alter der Mutter oder der Anzahl der vergangenen Geburten beispielsweise.

Außerdem zeigen Statistiken weiter, dass die Anzahl an Zwillings- und Mehrlingsgeburten in den letzten Jahren zugenommen hat. Dies kann man jedoch darauf zurückführen, dass auch die Zahl der künstlichen Befruchtungen zugenommen hat.

Wann weiß Frau Bescheid?

Mittels Ultraschall kann schon sehr früh entdeckt werden, ob sich ein, zwei oder mehr Babys im Bauch befinden. Auch eine größere Gebärmutter kann ein Hinweis auf eine Zwillingsschwangerschaft sein. Früher wurden Mehrlinge häufig erst durch vermehrte Kindsbewegungen oder einen auffällig großen Bauch erkannt.

Erhöhtes Risiko?

Eine Mehrlingsschwangerschaft ist aus medizinischer Sicht gesehen eine Risikoschwanger-schaft, die besonderer Aufmerksamkeit bedarf. Der werdenden Mutter werden Höchstleistungen abverlangt, was die körperlichen Anpassungsvorgänge an die Schwangerschaft angeht. Erbrechen und Übelkeit können stärker ausgeprägt sein, auch steigt die Gefahr von Fehl- und Frühgeburten. Zwillingsschwangerschaften können aber auch ganz komplikationslos ablaufen. Trotzdem werden Kontrollen bei Hebamme oder/und Arzt häufiger und intensiver sein.

Autorenrat:

Die Geburt von Zwillingen

von Fachautorin Ellen Grünberg

Ab ca. der 38. Schwangerschaftswoche kann man davon ausgehen, dass die Kinder reif genug sind, um geboren zu werden. Auch der Mutterkuchen, das Versorgungsorgan der Kinder, hat in dieser Zeit wahrscheinlich seine Grenzen erreicht. Daher wird ab diesem Zeitpunkt die Geburt empfohlen. Wie die Kinder schließlich geboren werden, hängt von verschiedenen Bedingungen ab. Eine Zwillingsgeburt dauert im Schnitt genauso lang wie eine Einlingsgeburt. Auch wenn es sich um mehrere Kinder handelt, öffnet sich der Muttermund doch nur einmal.

Erst am Ende der Geburt heißt es für die Mutter, zweimal ein Kind hinaus zu schieben. Zwischen den Geburten der Babys liegt eine Pause unterschiedlicher individueller Länge. Wenn beide Kinder geboren sind folgt die Plazenta, deren Geburt nicht schmerzhaft ist. Die erste Zeit nach der Geburt ist sehr wichtig für das so genannte Bonding zwischen Mutter und Kindern. Weil die Haut das größte Sinnesorgan des Menschen ist, sollte das Neugeborene nach der Geburt engen Hautkontakt zur Mutter/Vater haben. Das erste Befühlen, Riechen, Schmecken, Sehen und Hören nach der Geburt fördert die soziale Bindung und ist entscheidend für die Ausprägung des Urvertrauens.


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