Schmerzfreie Geburt

Entbinden ohne Schmerzen?

Schmerzfreie Geburt
Eine Geburt ist mit Schmerzen verbunden. Dabei hat jede Frau ein anderes Schmerz-
erleben und eine andere Schmerzakzeptanz. Entsprechend können die Beschwerden individuell behandelt werden. Wir haben dazu mit Fachärzten und einer Hebamme gesprochen und uns für euch über die Therapiemöglichkeiten bei der Entbindung informiert.

Das Internet bietet eine Fülle an Informationen zur Schmerztherapie bei der Geburt, doch ersetzen diese nicht die Beratung in der Klinik. In einem persönlichen Gespräch mit den Fachärzten der Gynäkologie und Anästhesie kann die werdende Mutter alle Fragen, Bedenken und Sorgen klären. Auch wir haben uns genauer damit befasst und mit Dr. med. Kathrin Bröse (Oberärztin der Pränataldiagnostik und Kreißsaal sowie Fachärztin für Gynäkologie), Dr. med. Ulrich Rapp (Oberarzt der Abteilung Anästhesiologie) und Christine Hirsch (Leitende Hebamme) vom Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd gesprochen.

Ab wann werden die Schmerzen behandelt?

Bei einer Geburt steigern sich die Schmerzen nach und nach. Entsprechend dem Grad der Beschwerden wird unterschiedlich behandelt. Hirsch erklärt, dass, solange die Schmerzen noch nicht so groß sind, mit Massagen oder Baden begonnen wird. „Reichen diese Methoden nicht mehr aus, greifen wir zu pharmakologischen Behandlungsweisen, das heißt, zu nicht natürlichen Schmerzmitteln. Hierbei gibt es beispielsweise entkrampfende Zäpfchen oder Infusionen. Ist es für die Frau nach wie vor nicht erträglich, wird eine PDA gelegt, wenn die Schwangere dies wünscht“, so Hirsch weiter.

Die Beschwerden werden dabei stets individuell therapiert und die Gebärende darf mitbestimmen, ob und wann sie welches Medikament erhält. „Allerdings muss man beachten, dass Schmerzmittel wie beispielsweise Buscopan und Meptid eher für kurze Abschnitte der Schmerzerleichterung geeignet sind. Die PDA hingegen wirkt länger“, sagt Bröse.

Vorteile einer Schmerztherapie bei der Geburt

Die Schmerzen der Frau können gelindert und mit der PDA teilweise sogar ganz bekämpft werden. Hat die werdende Mutter nur noch leichte oder auch gar keine Schmerzen mehr, kann sie die Geburt wesentlich entspannter erleben, da sie sich weniger unwohl fühlt. Außerdem kann sie besser mitarbeiten, was den Geburtsverlauf insgesamt beschleunigt. Manche Frauen haben so starke Beschwerden, dass sie nach der Entbindung regelrecht traumatisiert sind – auch hier kann eine gute Schmerztherapie vorbeugend wirken. So ist es der Mutter hinterher möglich, sich an eine Geburt zu erinnern, die ihr keine Angst macht und sie nicht belastet.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass die werdende Mutter vor und während der Geburt gut umsorgt wird. „So werden weniger Schmerzmittel benötigt“, weiß Hirsch.

Nachteile einer Schmerztherapie bei der Geburt

Schmerzlindernde Methoden wie Akupunktur oder Homöopathie bergen keinerlei Risiken, weder für die Mutter noch für das Baby. Andere Schmerzmittel oder die PDA hingegen schon. Lachgas beispielsweise kann in wenigen Fällen zu Übelkeit und Erbrechen führen. Manche Frauen sind mit der PDA in ihren Bewegungsmöglichkeiten etwas eingeschränkt, was manchmal zu einer Verlängerung der Geburtszeit führen kann.

Da Schmerzmittel auch Nebenwirkungen beim Kind auslösen können, ist die Auswahl eingeschränkt. Werden die falschen Arzneimittel gewählt, kann das Kind zum Beispiel eine Atemdepression bekommen, was bedeutet, dass das Baby schlecht atmet.

„Insgesamt muss die Frau immer Nutzen und Nachteil abwägen und für sich entscheiden, was am besten ist“, erklärt Rapp. Die Nebenwirkungen kämen so selten vor, dass die Vorteile überwiegen und die Frau keine Angst vor möglichen Risiken haben müsse.

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