Beckenendlage

Beckenendlage - dreh dich, Baby!

Normalerweise bringt sich das Baby vor der Geburt selbst in die richtige „Startposition“ und dreht sich bis zur 34. Schwangerschaftswoche mit dem Kopf nach unten. Manche Kinder wollen sich jedoch nicht drehen – sie liegen in der sogenannten Beckenendlage (BEL) oder Steißlage mit dem Po nach unten. Mit Hilfe kleiner Tricks kann man das Kleine jedoch oft zum Drehen bewegen.

Die Knie-Ellenbogen-Lage

Durch die Knie-Ellenbogen-Lage soll erreicht werden, dass das Baby etwas aus dem Becken rutscht. Es hat dadurch mehr Platz, um sich zu drehen. Zudem wird angenomen, dass diese Position für das Baby unangenehm ist. Ein zusätlicher Anreiz für das Baby also, sich in eine angenehmere Lage zu drehen und so die Rolle vorwärts oder rückwärts in die Startposition zu schaffen. Um das zu bewirken wird der Po – im wahrsten Sinne des Wortes – in die Luft gestreckt. Die Schwangere kniet mit leicht gespreizten Beinen im Vierfüßlerstand. Damit das Becken erhöht ist, wird der Oberkörper auf den Ellenbogen abgestützt. Ein Kissen für den Kopf oder unter dem Bauch sorgt für den nötigen Komfort. Diese Position sollte zwei bis dreimal täglich für ca. 15 Minuten eingenommen werden.

Die indische Brücke

Wie bei der Knie-Ellenbogen-Lage geht es auch bei der indischen Brücke darum, dass Becken höher zu legen, damit das Baby vorrutscht und so mehr Platz hat sich zu drehen. Dabei liegt die Schwangere bei der indischen Brücke jedoch auf dem Rücken – idealerweise mit einem Kissen unter dem Becken – mit den Beinen über der Sofalehne oder einem Hocker. Auch diese Haltung sollte zwei bis drei mal täglich für ca. 15 Minuten eingenommen werden.

Da diese Position für viele Schwangere unangenehm ist und vielen Frauen bei der indischen Brücke schlecht wird, raten Hebammen mittlerweile meist zur Knie-Ellenbogen-Lage. Für die ein oder andere Schwangere mag jedoch auch die indische Brücke ein Versuch wert sein.

Beckenendlage durch Moxibustion lösen

Die Moxibustion ist ein Heilverfahren aus der traditionellen chinesischen Medizin. Viele Hebammen beherrschen diese Anwendung, die das Kind zur Drehung veranlassen kann. Dabei werden „Zigarren“ aus bestimmten Heilpflanzen – meist Beifuß – über einem besonderen Akupunkturpunkt am kleinen Zeh abgebrannt. Keine Angst – das tut nicht weh, denn der Punkt wird nur erwärmt. Durch diese Stimulation entspannt sich die Gebärmutter und das Kind bewegt sich mehr. Durch dieses Verfahren lässt sich die Hälfte aller Kinder in Beckenendlage zu einer Drehung bewegen.

Die äußere Wendung

Erfahrene Ärzte können ein Kind oft von außen in die richtige Position bringen. Diese Behandlung wird in der Klinik durchgeführt, nachdem man per Ultraschall und durch Abtasten festgestellt hat, wo die Plazenta und das Baby liegen. Danach fasst der Arzt von außen mit der einen Hand den Po des Kindes und führt ihn nach oben. Mit der anderen Hand wird das Köpfchen rückwärts geführt. Diese Methode ist in ungefähr 55 Prozent aller Fälle erfolgreich.

Klang und Licht locken das Baby nach unten

Hebammen geben oft den Tipp, das Baby durch Geräusche oder Licht aus der Beckenendlage nach unten "zu locken". Dafür kann man sich beispielsweise Klangkugeln kaufen, die an einer langen Schnur um den Hals oder am Hosenbund befestigt, unter dem Bauch leise klingeln. Manche Kinder finden das Klingeln so schön, dass sie ihm nachgehen und sich mit dem Köpfchen dahin drehen, damit sie es besser hören können. Oder die Schwangere versucht das Interesse ihres Babys zu wecken, indem sie sich mit einer Taschenlampe langsam von oben, seitlich hinunter über den Bauch fährt. Eventuell folgt das Baby dem Licht und dreht sich dadurch mit dem Kopf nach unten. Einen Versuch ist es sicherlich wert.

Wenn es trotz aller Bemühungen nicht will ...

Auch wenn alle Versuche erfolglos bleiben und das Kind sich nicht drehen will, muss nicht zwangsläufig ein Kaiserschnitt gemacht werden. Ist das Kind nicht zu groß (unter 3.500 g) und sind die Voraussetzungen im knöchernen Becken der Mutter normal, ist eine Beckenendlage nicht komplizierter als eine Spontangeburt.

Dennoch gibt es auch Gründe, warum sich nicht alle Geburtshelfer begeistert für den Versuch einer Spontangeburt bei Beckenendlage zeigen:

  • während der Geburt drückt nicht der harte Kopf des Babys auf den Beckenboden, sondern der weiche Po. Dadurch werden weniger wehenfördernde Hormone ausgeschüttet und die Geburt kann langsamer voran gehen
  • der Po weitet die Geburtswege weniger als der relativ harte Kopf
  • die Nabelschnur kann durch den großen, harten Kopf des Kindes abgedrückt werden. Es muss also dafür gesorgt werden, dass der Kopf möglichst rasch nach dem Körper geboren wird. Um das zu gewährleisten, wird oft ein Dammschnitt gemacht
Wer dennoch eine Spontangeburt trotz Beckenendlage wünscht, sollte sich nicht abschrecken lassen. Diese Probleme lassen sich von erfahrenen Ärzten und Geburtshelfern durchaus meistern. Wichtig ist es nur, sich vorab über die Möglichkeiten zu informieren und mit den Ärzten und Hebammen zu beraten.

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