Ernährung & Kind

Gesundes Essen schmackhaft machen

Neben Schlafproblemen bereitet oft die Sorge um das anspruchsvolle Schleckermäulchen Kopfzerbrechen bei der Erziehung. Was tun, wenn das Kleine partout keine „gesunden“ Sachen probieren will? Zunächst einmal die Entwarnung: Kinder haben noch kein so ausgeprägtes Geschmacksempfinden wie Erwachsene. Sie brauchen die kulinarische Vielfalt von uns nicht. Wenn Ihr Kind drei Tage hintereinander nach Nudeln mit Soße lechzt oder bestimmte Gemüsesorten ablehnt, ist dies noch kein Grund zu übermäßiger Besorgnis. Der Geschmack entwickelt sich genauso schnell bzw. langsam wie der Rest des kleinen Wesens. Solange Ihr Kind ein bisschen von allem probiert, d. h. zumindest zwei oder drei Gemüse- und Obstsorten isst, reicht dies zunächst aus.

Wie Sie Ihren Kindern gesundes Essen schmackhaft machen:

1. Servieren Sie Ihrem Kind gesunde Kost von Anfang an wie etwas ganz Selbstverständliches, das nicht mit langen Vorträgen verbunden ist

Kleine Kinder können den Nutzen von Vitaminen noch nicht nachvollziehen, ob etwas gut für die Zähne oder die Gesundheit ist, ob etwas Kraft gibt oder dick macht – dem lieben Nachwuchs sind solche Argumente in den ersten Lebensjahren herzlich egal.

2. Nicht drängen und keine Verbote

„Der Reiz des Verbotenen“ – ein Ausspruch der ins Schwarze trifft. Wer seinen Kindern Süßigkeiten verbietet, kann davon ausgehen, dass sie an jedem Süßigkeitenregal im Supermarkt einen Aufstand zelebrieren und sich Omas Keksdose in einem Atemzug zu Gemüte führen werden. Verbote reizen noch mehr und äußern sich dann nicht selten in unkontrollierten Heißhungerattacken. Wenn Ihr Kind es wünscht, sollten Sie ihm ruhig das Naschen erlauben – natürlich in Maßen! Dasselbe gilt für das sonstige Essensverhalten. Kinder haben oft einen unregelmäßigen Appetit. Äußere Einwirkungen wie körperliche Anstrengung durch Rumtoben, Stimmungsschwankungen, Müdigkeit, Krankheiten, manchmal reicht auch schon eine Veränderung im Tagesrhythmus, wirken sich viel stärker auf ihr Essverhalten aus als bei einem erwachsenen Menschen. Wenn das Kleine also keinen Hunger hat, zwingen Sie es nicht dazu den Teller aufzuessen.

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3. Das Auge isst mit

Bunt, lustig, toll &150#; was in Kinderaugen gut aussieht wird gerne probiert. Mit Vorliebe Bonbons, Gummibärchen etc. Dagegen sieht ein Haferbrei natürlich weniger ansehnlich aus. Jetzt ist Ihre Kreativität gefragt. Gerade bei Obst und Gemüse haben Sie bessere Aussichten auf Erfolg, wenn sie einen bunten Teller hübsch herrichten. Platzieren Sie Obst und Gemüse doch einmal in Form von Gesichtern, spielen Sie mit verschiedenen Formen und Mustern. Da wird die kindliche Neugier spielerisch geweckt. Besonders lustig sind auch bestimmte Förmchen und Ausstecher wie bei Weihnachtsplätzchen. Zum Beispiel Apfel in Scheiben schneiden, dann Sternchen, Monde und sonstige Figuren ausstechen.

4. Mundgerechte Zubereitung

Milchzähnchen können noch keine Höchstleistungen vollbringen. Auch mit Löffel und Gabel sind die Kleinen noch nicht besonders geschickt. Wenn Sie beobachten, dass sich Ihr Kind beim Essen bestimmter Speisen schwer tut, dann bereiten Sie die Mahlzeit möglichst mundgerecht zu. Sprich: klein schneiden, raspeln, pürieren, schälen etc. Denn auf Dauer ist es für die Nesthäkchen sehr frustrierend, wenn sie beim Essen nicht vorwärts kommen. Andererseits wollen sie auch nicht immer von Mamas Hand zugefüttert werden, sondern beweisen, dass sie ihren Teller selbst aufessen können. Messer sind für Kleinkinder allerdings nicht geeignet. Deshalb immer alles so herrichten, dass das Kind es einfach und unkompliziert essen kann. Sonst vergeht ihm ganz schnell der Appetit.

5. Kleine Tricks und Kniffe

Manchmal hilft nur noch eine kleine List: Verbinden Sie das Essen mit einer kleinen Geschichte. Zum Beispiel über die Gemüsefamilie (eventuell Figuren „dekorieren“), die lustige Abenteuer erlebt und natürlich zusammenbleiben will, d.h. wenn Papa Rosenkohl nicht aufgegessen und im Magen bei Baby Karotte und Mama Tomate landet, wäre er sehr traurig… Sie merken schon, Möglichkeiten gibt es viele, lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf! Ihr Kind wird so fasziniert sein, das es darüber hinaus völlig vergisst, dass es die Mahlzeit eigentlich „gar nicht mag“. Und: Versuchen Sie Lebensmittel, die das Schleckermäulchen nicht probieren will, doch einfach in anderen Mahlzeiten „unterzumischen“ wie in einem Gemüseauflauf.

6. Schön saftig, schön lecker

Obst und Gemüse wird in Form von Säften oft viel eher angenommen. Dabei können Sie saure Gemüsesäfte mit anderen mischen oder Karottensaft mit Honig versüßen. Ganz nebenbei lassen sich in einem Frucht- und Gemüsecocktail weitere wertvolle Zutaten vermischen: Milch, Keimlinge und Körner.

7. Mit gutem Beispiel vorangehen

Sie sind ein Vorbild für Ihr Kind. Es ist ganz natürlich das die Kleinen den Großen alles nachmachen und auch das Essverhalten der Eltern kopieren. Ernähren Sie sich immer ausgewogen und gesund, nehmen Sie sich Zeit für Mahlzeiten und pflegen Sie gemeinsame Tischrituale. Auch wenn Ihr Liebling sich zunächst sträubt nach dem Motto „kenn ich nicht - mag ich nicht“ ist Geduld gefragt. Am besten die Speisen trotzdem anbieten – ohne aufzudrängen – denn irgendwann wird die kindliche Neugierde siegen und das Kleine will probieren, was die Erwachsenen da so essen. Dann fühlt es sich groß und fast schon ein bisschen „erwachsen“.


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