Schimmel | Schimmel entfernen | Richtig lüften

Schimmel richtig vorbeugen

Schimmel | Schimmel entfernen
Kinder verbringen täglich viele Stunden in den eigenen vier Wänden. Da sollte ein schimmelfreies Zuhause selbstverständlich sein. Aber wie vermeidet man Schimmel und was muss beim Lüften und Heizen beachtet werden? babyclub.de beantwortet alle wichtigen Fragen und gibt Tipps zum Thema. © iStock.com/ maximkabb

Wie entsteht Schimmel?

Egal ob warm-feuchtes Klima wie in Badezimmern oder eine kalt-feuchte Umgebung wie sie gerne in Kellern anzutreffen ist – Feuchtigkeit bietet Schimmelpilzen einen idealen Nährboden. Schimmel zeichnet sich durch seine Hartnäckigkeit aus, denn hat er erstmal Einzug gehalten, ist es schwierig ihn wieder loszuwerden. Teppichböden, Tapeten, Holz und Kleidung können beispielsweise dem Schimmelpilz Nährboden bieten.

Wie sieht Schimmel aus?

Schimmel zeigt sich als weiß, schwarze oder grünliche Verfärbung an der Wand. In manchen Fällen wächst die Schimmel-Kolonie aber unbemerkt in kleinen Hohlräumen im Fußboden oder in der Wand. Spätestens wenn ein modriger Geruch in der Luft liegt, ist das ein Zeichen für Schimmel.

Gesundheitliche Auswirkungen

Schimmelsporen geben Allergene und Gifte an die Luft ab, die vom Mensch eingeatmet werden. Als Folge können unter anderem Haut- und Schleimreizungen, Bronchitis, Allergien und Asthma auftreten. Besonders Kinder und ältere Menschen haben mit gesundheitlichen Auswirkungen durch Schimmel zu kämpfen.

So hat Schimmel keine Chance

  • Stoßlüften: Die Fenster mehrmals täglich für fünf bis zehn Minuten weit öffnen. Am besten ist es, wenn dabei ein Durchzug entsteht. In den Sommermonaten darf noch länger gelüftet werden. Das gilt auch für die kalte Jahreszeit.
  • Nicht vergessen: sowohl das Kinderzimmer, als auch alle anderen Räume regelmäßig lüften, auch wenn es dann kurzfristig zu einem Wärmeverlust im Raum kommt.
  • Wasserdampf entsteht insbesondere beim Kochen und nach dem Duschen. Deshalb die Räume gut lüften.
  • Wäsche sollte, nach Möglichkeit, nicht in den Wohnräumen getrocknet werden. Falls doch: lüften nicht vergessen!
  • Die Fenster nicht kippen solange geheizt wird. Die Wand kühlt dadurch aus, weshalb sich dort Feuchtigkeit sammelt, was wiederum zur Schimmelbildung führt.
  • Beim Lüften die Heizkörper abdrehen.
  • Heizkörper nicht verdecken. Wärme soll sich ungehindert im Raum verteilen können.
  • Möbel dürfen nicht direkt an kalte Außenwände gestellt werden, da sich dahinter Schwitzwasser bildet. Lieber zehn Zentimeter zwischen Wand und Schrank lassen und so Schimmel keine Chance geben.
  • Konstantes Heizen ist tagsüber notwendig. In der Nacht die Heizung herunterdrehen.
  • Heizen ist in allen Räumen wichtig – auch wenn der Raum selten genutzt wird. Im Flur sollte die Temperatur mindestens 15 °C und in allen übrigen Zimmern mindestens 17 °C betragen.
  • Blumentöpfe haben in Schlafzimmern nichts zu suchen, da sie oft Schimmelpilze enthalten.
  • Kellerräume sind oftmals kühl, weshalb dort kein Teppichboden verlegt werden sollte, da er Feuchtigkeit speichert.
  • Im Bestfall sammelt sich an den Fensterscheiben kein Kondenswasser, denn das bedeutet, dass die Luftfeuchtigkeit durch richtiges Lüften aus dem Raum gelassen worden ist. Falls sich trotzdem Wasser an den Scheiben bildet, gilt: wegwischen.
babyclub.de Team-Tipp: Wer es genau wissen will, kann mit einem sogenannten Schimmelhygrometer die relative Luftfeuchte messen, um so Schimmel vorzubeugen. Das Gerät gibt es ab 20 € im Handel. Wenn Schimmel keine Chance haben soll, sollte die Luftfeuchtigkeit in Räumen in der kalten Jahreszeit etwa 50 % betragen.

Dem Schimmel an den Kragen

Wenn sich Schimmel im Kinderzimmer oder in einem anderen Raum gebildet hat, gilt: Sofort handeln! Wenn mehrere große Stellen oder sogar Wände befallen sind, muss der Profi ran. Das Gleiche gilt für Schimmelpilz, der bereits seit längerer Zeit besteht. „Alter“ Schimmel ist nämlich vermutlich schon tief in die Tapete oder den Anstrich eingedrungen.
Kleinen Schimmelflecken in der Zimmerecke, schwarzen Fugen oder befallene Silikondichtungen können dagegen im Alleingang der Garaus gemacht werden.

Schimmel richtig entfernen – so geht’s:

  • Beim Entfernen des Schimmels die Tür hinter sich schließen und das Fenster weit öffnen, damit die Schimmelsporen sich nicht auf den Rest der Räumlichkeiten ausbreiten.
  • Schutzbrille, Haushaltshandschuhe und Atemschutzmaske bei der Arbeit tragen.
  • Textilien, wie beispielsweise das Sofa, abdecken oder aus dem Raum entfernen, damit sich die herumfliegenden Sporen nicht darin festsetzen. Auch Kinderspielzeug „in Sicherheit“ bringen.
  • Nach Möglichkeit auf die chemische Keule verzichten und stattdessen mit einem in Alkohol (70-80%) oder Spiritus getränkten Lappen den Schimmel abwischen. Beides ist in der Drogerie oder der Apotheke erhältlich. Aber Vorsicht: Danach gut lüften, da Alkohol und Spiritus leicht Feuer fangen. Falls der Raum über kein Fenster verfügt, alternativ auf Essig zurückgreifen.
  • Mit Schimmel versehene Gegenstände oder Tapetenstücke gut verpackt im Restmüll entsorgen.
  • Die Kleidung direkt nach getaner Arbeit waschen.
Übrigens: Auch wenn der Schimmel entfernt wurde, muss dennoch die Ursache bekämpft werden, da es sonst erneut zu Schimmelbildung kommen kann.

Weitere Tipps für eine gute Luftqualität

  • Das oberste Gebot ist: Nicht in der Wohnung rauchen! Kinder, die Passivrauch ausgesetzt sind, erkranken häufiger an Lungenentzündungen, Bronchitis und Asthma.
  • Lufterfrischer sind schlichtweg überflüssig. Sie verbreiten lediglich Duftstoffe, die eventuell Allergien auslösen können. „Dicke Luft“ kann durch zwei- bis dreimal täglich lüften am besten vermieden werden.

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