Zwillinge & Co

Hilfe und Unterstützung für Mehrlingseltern

Teil 1: staatliche Hilfen

Elterngeld

Seit dem 1. Januar 2007 wurde das bisherige Erziehungsgeld durch das neue Elterngeld abgelöst. Der Staat will damit junge Familien fördern und finanziell entlasten, indem der Elternteil, der nach der Geburt eine Job-Pause einlegt, einen finanziellen Ausgleich für den entgangenen Lohn enthält.

Wer sich auf Zwillinge oder gar Drillinge freuen darf, erhält selbst- verständlich mehr Elterngeld als Eltern, die „nur“ ein Kind bekommen. Ganz konkret bedeutet das: Zusätzlich zum eigentlichen Elterngeld- anspruch erhöht sich der Betrag bei Mehrlingsgeburten um je 300 Euro für das zweite und jedes weitere geborene Kind. Um ihren Anspruch zu berechnen, schlagen Sie also einfach auf den berechneten Betrag für das Elterngeld bei Zwillingen noch einmal 300 Euro drauf, bei Drillingen sind es 600 Euro, bei Vierlingen 900 Euro, usw.

Jugendamt

Das Jugendamt gewährt Hilfe nach drei Vorschriften.

1. Betreuung und Versorgung des Kindes in Notsituationen

Hilfe wird dann gewährleistet, wenn die Haupterziehungsperson aus gesundheitlichen Gründen komplett ausfällt. Dies sind meistens dieselben Fälle, in denen schon die Krankenkasse verpflichte ist, eine Haushaltshilfe zu bewilligen.

2. Tagespflege

Zur Forderung der Entwicklung des Kindes kann eine Person vermittelt werden, die das Kind halb- oder ganztags betreut. Die Vorschrift gewährt allerdings keinen verbindlichen Rechtsanspruch, und es liegt oft im eigenen Ermessen des Jugendamtes, ob eine Kinderbetreuung benötigt wird.

3. Hilfe zur Erziehung

Bei dieser Hilfe geht es in erster Linie nicht um Entlastung bei der Hausarbeit und Babypflege, sondern um die Behebung von Erziehungsdefiziten. Vierlingseltern haben sehr gute Chancen einen Betreuungsbedarf bewilligt zu bekommen. Drillingseltern müssen wiederum weitere belastende Umstände vorweisen können. Bei Fragen wenden Sie sich am besten an das Jugendamt vor Ort.

Sozialamt

Das Sozialamt soll Sozialhilfeempfängern eine „Hilfe zur Weiterführung des Haushalts“ gewährleisten, wenn keiner der Hausangehörigen den Haushalt führen kann. Dies kann vorliegen, wenn die Mutter nach der Geburt noch geschwächt ist, oder wenn ein Arzt einen drohenden Zusammenbruch bescheinigt hat. Allerdings muss das Sozialamt die Hilfe nicht bewilligen. Bundesstiftung „Mutter und Kind“ Die Bundesstiftung „Mutter und Kind“ wurde eingerichtet, um Schwangere in einer Notlage finanziell zu unterstützen. Damit soll vor allem erreicht werden, dass sich Schwangere nicht auf Grund finanzieller Schwierigkeiten zu einem Schwangerschaftsabbruch entscheiden. Jedoch gehört zu den möglichen Leistungen der Bundesstiftung, auch die Finanzierung einer Haushaltshilfe bei Zwillingsgeburten. Um diese Hilfe in Anspruch nehmen zu können, müssen bestimmte Vorraussetzungen erfüllt sein:

  • Die Schwangere muss sich in einer finanziellen Notlage befinden

  • Eine bestimmte Einkommensgrenze darf nicht überschritten werden

  • Der Antrag muss grundsätzlich vor der Geburt gestellt werden.

  • Der Antrag kann nur bei der für den Wohnort zuständigen Vergabestelle (kirchliche Stellen, spezielle Landesstiftungen, z.B. „Stiftung Familie in Not“) gestellt werden.

Kindergeld, Kinderzuschlag

Das Kindergeld sowie den Kinderzuschlag für Geringverdienende müssen Sie bis spätestens 6 Monate nach der Geburt beim Arbeitsamt, persönlich beantragen. Für das erste bis dritte Kind erhalten Sie jeweils 154 €, für jedes weitere Kind 179 €. Hierbei gibt es keine Besonderheiten für Mehrlinge.




zurück