Erziehungstipps

Wie erziehe ich mein Kind?

Erziehungstipps
In der Erziehung sollten Eltern versuchen, den goldenen Mittelweg zu finden. In Maßen Grenzen setzen, das ist leichter gesagt als getan und eine goldene Regel für die Erziehung gibt es nicht. Eine Mischung aus autoritärem und anti-autoritärem Erziehungsstil scheint heute den meisten Eltern angemessen.
1. Rückhalt geben

Auch wenn mal kleine Fehler unterlaufen oder sich das Kind daneben benimmt – das Kind muss spüren: die Familie steht hinter mir, sie ist mein Rückhalt und ich kann mir der Liebe und Zuneigung von Mama und Papa sicher sein. Mit Liebesentzug und dergleichen bewirkt man nichts außer Verunsicherung. Dem Kind sollte deutlich gemacht werden: Einer für alle und alle für einen. Auf die Familie kann es immer bauen.

2. Kindern zuhören

Dem Kind aufmerksam zuhören ist wichtig. Am besten versucht man dabei die Lage auch aus der Situation des Kindes zu beurteilen, sowie die Sorgen und Nöte ernst zu nehmen. Vieles was Erwachsenen wie „Kinderkram“ vorkommt, kann für den Nachwuchs eine große Belastung darstellen. Fühlt es sich wegen des neuen Geschwisterchens vernachlässigt? Kommt es in seiner neuen Spielgruppe nicht zurecht? Ist es frustriert, weil es etwas noch nicht so gut kann, wie seine Freunde? Wovor fürchtet es sich? Wann fühlt es sich wohl? An was denkt es gerade? Dem Kleinen sollte klar sein, dass es sich bei allen Problemen immer an Mama und Papa wenden kann, um eine gemeinsame Lösung zu finden.
Rede und Antwort stehen ist wichtig. Die Frage nach dem „Warum ist das so?“ kann zwar manchmal etwas anstrengend sein, doch es öffnet auch Eltern einen ganz neuen Blickwinkel, die die Welt wieder mit Kinderaugen entdecken.

3. Gemeinsame Rituale pflegen

Feste Essens- und Schlafenszeiten, gemeinsame Spielabende, Frühstücken im Schlafanzug am Sonntag, die Gute-Nacht-Geschichte vor dem Einschlafen, das alljährliche Geburtstagsständchen – Kinder brauchen feste Rituale, die ihnen Geborgenheit und Sicherheit vermitteln. Das bedeutet natürlich nicht, dass der Alltag in Langeweile ausarten soll. Aber ein gewisser Biorhythmus ist allein schon für die körperliche Entwicklung des Kindes wichtig. Außerdem verstärken familiäre Rituale das Gemeinschaftsgefühl, das Kind sieht sich als Teil einer besonderen Gemeinschaft.

4. Lerneffekt statt Strafen

Statt Kinder einfach zu bestrafen, ist es sinnvoller sie mit den Konsequenzen ihres Tuns zu konfrontieren. Wenn Kinder lernen, dass jede Handlung eine unmittelbare Folge nach sich zieht, entwickeln sie ein Gefühl für verantwortungsvolle Entscheidungen.
Eltern sollten ihrem Kind erklären, warum es dies und jenes unterlassen soll, welche Konsequenzen sich daraus ergeben und was es tun kann, um diesen Fehler wieder gerade zu bügeln oder in Zukunft zu vermeiden. Am besten ist es, wenn die Konsequenzen immer in direktem Zusammenhang mit dem Fehlverhalten stehen: Der Tisch wird mit Farben angemalt? Die Farbe kommt für den Rest des Tages weg! Das Kind wirft absichtlich Essen auf den Boden? Dann ist das Essen beendet! Solche Konsequenzen bewirken weitaus mehr als abstrakte Dinge wie beispielsweise ein Süßigkeitenverbot.

5. Vernünftig Grenzen setzen, statt maßlos verwöhnen

Mal ehrlich: Ganz ohne Grenzen geht es nicht. Und besonders Kinder neigen dazu, zunächst ihre Kräfte zu messen und auszutesten wie weit man bei Mama und Papa gehen kann.
Wer nicht von Anfang an für klare Verhältnisse sorgt, dem tanzen die Kleinen bald auf der Nase herum. Eltern, die ihren Kindern immer alles durchgehen lassen und jeden Wunsch erfüllen, tun sich keinen Gefallen. Kinder lernen damit den Wert von Spielsachen & Co. nicht kennen, bald wird alles zur Selbstverständlichkeit und neue, spannendere Dinge müssen zur Hand. Sich an kleinen Dingen erfreuen heißt die Devise. Sonst verlieren Kinder leicht die Relation. Und spätestens in der Schule müssen sie umso schmerzvoller erkennen, dass man im Leben nichts geschenkt bekommt.

6. Liebevoll fördern

Jedes Kind ist einzigartig. Eltern sollten das ihrem Liebling so oft wie möglich deutlich machen und zeigen, dass sie ihren kleinen Schatz so lieben, wie er ist. Jedes Kind hat ganz besondere Talente, die es zu fördern gilt, egal wie ungewöhnlich sie erscheinen. Die Tochter möchte nicht ins Ballett und dafür in den Fußballverein? Der Sohn trällert den ganzen Tag unbeschwert, ohne einen Ton zu treffen? Kinder sind nicht dazu da, den Idealbildern der Eltern zu entsprechen und in Papas Fußstapfen zu treten. Kinder brauchen Freiraum, sich selbst auszusuchen, womit sie sich beschäftigen wollen. Loben ist wichtig, aber aufrichtig – das kindliche Feingefühl durchschaut höflich geheuchelte Floskeln sofort.

7. Kreativität und Kommunikation

Natürlich ist es aus Zeitgründen manchmal praktischer, die Kinder vor dem Fernseher oder Videospiel verweilen zu lassen. Doch das Herz einer Familie hängt von gemeinsamen Aktivitäten ab. Spieleabende, Ausflüge, Geschichten erzählen, Bastelbücher heraus kramen, Ratespiele veranstalten, mit dem Fahrrad einen spontanen Ausflug unternehmen. Je spontaner und kreativer, desto schöner! Die gemeinsame Zeit sollte nie zu kurz kommen.

8. Gleichberechtigung in der Gemeinschaft

„Dafür bist du noch zu klein.“ „Das kannst du nicht“. Solche Sätze sind schnell gesagt. Doch stimmen sie wirklich? In einer Gemeinschaft zählt die Meinung jedes einzelnen. Muss man wirklich schon für das Kind entscheiden oder kann es schon seine eigene Entscheidung treffen? Vor- und Nachteile aufzeigen ist wichtig. Wer seine Kinder auffordert, sich Gedanken zu machen, erzieht selbstständige und selbstbewusste Charakter.

9. Verantwortungsbewusstsein fördern

Geben und Nehmen – ein Gleichgewicht, das erst einmal gelernt werden muss. Kindern sollte gezeigt werden, wie sie sich in die Familie einbringen können. Mamas und Papas können sich öfter mal beim Kochen, der Gartenarbeit oder dem Haushalt helfen lassen. Die Pflege eines Haustieres kann sich zum Beispiel sehr positiv auf das Verhalten und Verantwortungsbewusstsein von Kindern auswirken, dabei sollte das Tier jedoch dem Alter des Kindes entsprechen. Damit fühlen sich die Nesthäkchen als vollwertige und wichtige Mitglieder der Familie.

10. Den Augenblick ausleben

Kinder leben immer ganz im hier und jetzt. Sie denken nicht an den wichtigen Termin von morgen, die bald fällige Steuererklärung und die To-do-Liste der Woche. Kinder genießen den Augenblick und lassen sich ganz darin fallen. Wenn Eltern mit ihrem Kind spielen und sich mit ihm beschäftigen, dann sollten sie auch hundertprozentig für es da sein – und nicht mit den Gedanken bei der nächsten Erledigung.

Wie erziehe ich mein Kind? – verwandte Themen:

Familienleben mit Haustieren

Haustiere haben positive Auswirkungen auf Kinder und harmonisieren Familien. Hier gibt´s Tipps und Tricks zum Halten von Haustieren.

Ein Hoch auf alle Mamas

Lest hier zwanzig von 1.000.000 Gründen, warum Mamis die Besten sind und eigentlich täglich Muttertag haben sollten. Mama ist die Beste!

Hommage an den Papa

Wir feiern den Papa und nennen 20 von 1.000.000 Gründen, warum Papa einfach der Beste ist und es Zeit ist, mal wieder danke zu sagen. Los geht`s.

Hebammenrat zum Thema "Erziehungstipps":

  • Erziehungsurlaub
  • Hallo, der Erziehungsurlaub beginnt mit Beendigung des Mutterschutzes (frühestens 8 Wochen nach der Geburt)und endet an dem Tag, an dem das Kind das 3. Lebens...
  • von Monika Selow
    24.10.2003
  • Buchtip Erziehung
  • Hallo, diese Ratgeber sind so vielseitig wie die Frauen die sie lesen. Schmökern Sie sich doch einfach im Buchhandel mal durch ein paar durch. Den Unversialra...
  • Nach einem Jahr Erziehungsurlaub noch Anspruch auf Erziehungsgeld?
  • Meines Wissens nach haben Sie dann keinen Anspruch mehr auf das Erziehungsgeld. Wichtig für den Erziehungsgeldanspruch ist, dass ein Elternteil das Kind zu Hau...
Meinung aus den Foren:
  • Strenge Erziehung ist wichtig
  • also wenn ich manchmal so sehe, wie die kinder sich in gegenwart ihrer eltern benehmen und die eltern es auch noch durch gehen lassen, kann ich das nicht verste...
  • von DelalaMin
    07.03.2012 16:17:59
  • Religiöse Erziehung?
  • Hallo, ich hab mal eine Frage... weder ich, noch mein Mann sind religiös. Also gar nicht. Beide unsere Eltern sind religiös und gehen ab und zu auch in d...
  • von Jojojojo
    07.07.2015 14:44:25
  • fragwürdige Erziehungsstile?
  • Hallo liebe Mamis und Papis, habe folgendes "Problemchen". Meine "Große" wird demnächst drei Jahre alt und ist ziemlich plietsch für ihr Alter. Wenn sie ...
  • von Sonnchen
    12.01.2009 09:54:27
Die neuesten Kommentare zu diesem Thema:
kdisam
Gelegenheitsclubber (10 Posts)
Kommentar vom 03.06.2010 12:51
Hallo babyclub.de Redaktion,
finde euren Artikel & auch die 20 Gründe, warum Mami die Beste ist toll!
Ganz liebe Grüße "aus der Wartehalle"...
Katrin

Kommentar verfassen Alle Kommentare anzeigen