Mittelweg
Erziehen auf dem Mittelweg
In der Erziehung sollten Eltern versuchen, den goldenen Mittelweg zu finden:
In Maßen Grenzen setzen, das ist leichter gesagt als getan und eine goldene Regel für die Erziehung gibt es nicht. Eine Mischung aus autoritärem und anti-autoritärem Erziehungsstil scheint heute den meisten Eltern angemessen.
Der Mittelweg ist geprägt durch folgende Aspekte:
- 1. Rückhalt geben
- 2. Kindern zuhören
- 3. Gemeinsame Rituale pflegen
- 4. Lerneffekt statt Strafen
- 5. Vernünftig Grenzen setzen statt maßlos verwöhnen
- 6. Liebevoll fördern
- 7. Kreativität und Kommunikation
- 8. Gleichberechtigung in der Gemeinschaft
- 9. Verantwortungsbewusstsein fördern
- 10. Den Augenblick ausleben
Auch wenn mal kleine Fehler unterlaufen oder sich das Kind daneben benimmt – egal was kommt: Ihr Kind muss spüren: die Familie steht hinter mir, ist mein Rückhalt, ich kann mir der Liebe und Zuneigung von Mama & Papa sicher sein. Mit Liebesentzug und dergleichen bewirkt man nichts außer Verunsicherung. Machen Sie Ihrem Kind deutlich: Einer für alle und alle für einen. Die Familie ist die Wurzel, auf die es immer bauen kann.
Hören Sie Ihrem Kind zu, und zwar aufmerksam und nicht nur mit einem Ohr. Versuchen Sie dabei, die Lage auch aus seiner Situation zu beurteilen, nehmen Sie seine Sorgen & Nöte ernst. Vieles was Ihnen als Erwachsener wie „Kinderkram“ vorkommt, kann für ihren Nachwuchs eine große Belastung darstellen. Fühlt es sich wegen des neuen Geschwisterchens vernachlässigt? Kommt es in seiner neuen Spielgruppe nicht zurecht? Ist es frustriert, weil es etwas noch nicht so gut kann, wie seine Freunde? Wovor fürchtet es sich? Wann fühlt es sich wohl? An was denkt es gerade?
Verdeutlichen Sie ihm, dass es sich bei allen Problemen immer an Mama und Papa wenden kann, um eine gemeinsame Lösung zu finden. Und: Stehen Sie Ihrem Kind Rede und Antwort. Die Frage nach dem „Warum ist das so und so“ kann zwar manchmal etwas anstrengend sein, doch es eröffnet auch ihnen einen ganz neuen Blickwinkel. Plötzlich sehen Sie die Welt wieder mit Kinderaugen!
Feste Essens- und Schlafenszeiten, gemeinsame Spielabende, Frühstücken im Schlafanzug am Sonntag, die Gute-Nacht-Geschichte vor dem Einschlafen, das alljährliche Geburtstagsständchen – Kinder brauchen feste Rituale, die ihnen Geborgenheit und Sicherheit vermitteln. Das bedeutet natürlich nicht, dass der Alltag in Langeweile ausarten soll. Aber ein gewisser Biorhythmus ist allein schon für die körperliche Entwicklung des Kindes wichtig. Außerdem verstärken familieninterne Rituale das Gemeinschaftsgefühl, das Kind sieht sich als Teil einer besonderen Gemeinschaft.
Statt Kinder einfach zu bestrafen, ist es sinnvoller sie mit den Konsequenzen ihres Tuns zu konfrontieren. Wenn Kinder lernen, dass jede ihre Handlungen eine unmittelbare Folge nach sich zieht, entwickeln sie ein Gefühl für verantwortungsvolle Entscheidungen. Erklären Sie ihrem Kind, warum es dies und jenes unterlassen soll, welche Konsequenzen sich daraus ergeben und was es tun kann, um diesen Fehler wieder gerade zu bügeln oder in Zukunft zu vermeiden. Am besten ist es, wenn die Konsequenzen immer in direktem Zusammenhang mit dem Fehlverhalten stehen: Der Tisch wird mit Farben angemalt? Räumen Sie die Farben für den Rest des Tages weg! Ihr Kind wirft absichtlich Essen auf den Boden? Dann ist das Essen beendet! Solche Konsequenzen bewirken weitaus mehr als abstrakte Dinge wie Süßigkeitenverbot, etc.
Mal ehrlich: Ganz ohne Grenzen geht es nicht. Und besonders Kinder neigen dazu, zunächst ihre Kräfte zu messen und auszutesten wie weit man bei Mami und Papi gehen kann.
Wer nicht von Anfang an für klare Verhältnisse sorgt, dem tanzen die Kleinen bald auf der Nase herum. Eltern, die ihren Kindern immer alles durchgehen lassen und jeden Wunsch erfüllen, tun sich keinen Gefallen. Kinder lernen somit den Wert von Spielsachen & Co. nicht kennen, bald wird alles zur Selbstverständlichkeit und neue, spannendere Dinge müssen zur Hand. Sich an kleinen Dingen erfreuen heißt die Devise. Sonst verlieren Kinder leicht die Relation. Und spätestens in der Schule und im späteren Leben müssen sie umso schmerzvoller erkennen, dass man im Leben nichts geschenkt bekommt.
Jedes Kind ist einzigartig. Machen Sie das Ihrem Liebling so oft wie möglich deutlich und zeigen Sie ihm, dass sie Ihr Kind so lieben, wie es ist. Jedes Kind hat ganz besondere Talente, fördern Sie diese, so ungewöhnlich sie auch erscheinen. Ihre Tochter möchte nicht ins Ballet und dafür in den Fußballverein? Ihr Sohn trällert den ganzen Tag unbeschwert, ohne einen Ton zu treffen? Dann unterstützen Sie ihre Sprösslinge trotzdem.
Kinder sind nicht dazu da, den Idealbildern der Eltern zu entsprechen und in Papas Fußstapfen zu treten. Lassen Sie Ihrem Kind die Freiheit, sich selbst auszusuchen womit es sich beschäftigen will. Loben Sie Ihren Nachwuchs auch, aber aufrichtig – das kindliche Feingefühl durchschaut höfliche geheuchelte Floskeln sofort.
Natürlich ist es aus Zeitgründen manchmal praktischer, die Kinder vor dem Fernseher oder Videospiel verweilen zu lassen. Doch das Herz einer Familie hängt von gemeinsamen Aktivitäten ab. Spieleabende, Ausflüge, Geschichten erzählen. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf. Bastelbücher heraus kramen, Ratespiele veranstalten, mit dem Fahrrad einen spontanen Ausflug unternehmen … brechen Sie aus der Konsumroutine aus, und stellen Sie selbst etwas auf die Beine. Sich Zeit füreinander nehmen darf nie zu kurz kommen.
„Dafür bist du noch zu klein.“ „Das kannst du nicht“. Solche Sätze sind schnell gesagt. Doch stimmen Sie wirklich? In einer Gemeinschaft zählt die Meinung jedes einzelnen. Überlegen Sie also genau, ob Sie diese Sache wirklich für ihr Kind bestimmen müssen, oder ob es nicht seine eigene Entscheidung treffen sollte. Präsentieren Sie Ihrem Kind Alternativen. Zeigen Sie ihm Vor- und Nachteile auf und fordern Sie es auf, sich eigene Gedanken zu machen. So entwickelt sich ein selbstständiger und selbstbewusster Charakter.
Geben und Nehmen – ein Gleichgewicht, das erst einmal gelernt werden muss. Zeigen Sie ihrem Kind, was es in die Familie einbringen kann. Lassen Sie sich öfter mal beim Kochen über die Schultern schauen oder geben Sie ihrem Kind ein eigenes Beet im Garten. Betrauen Sie Ihr Kind ruhig auch mit kleineren Aufgaben im Haushalt. Die Pflege eines Haustieres kann sich zum Beispiel sehr positiv auf das Verhalten und Verantwortungsbewusstsein von Kindern auswirken, dabei sollte das Tier jedoch dem Alter des Kindes entsprechen. Damit fühlen sich die Nesthäkchen als vollwertige und wichtige Mitglieder der Familie.
Kinder leben immer ganz im hier und jetzt. Sie denken nicht an den wichtigen Termin von morgen, die bald fällige Steuererklärung und die To-Do-Liste der Woche. Kinder genießen den Augenblick und lassen sich ganz darin fallen. Wenn Sie mit Ihrem Kind spielen und sich mit ihm beschäftigen, dann sollten Sie hundertprozentig für es da sein – und nicht mit dem Gedanken bei der nächsten Erledigung.
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Die neuesten Kommentare zu diesem Thema:
Am 03.06.2010 um 12:51 schrieb kdisam:
Hallo babyclub.de Redaktion,
finde euren Artikel & auch die 20 Gründe, warum Mami die Beste ist toll!
Ganz liebe Grüße "aus der Wartehalle"...
Katrin
(ganzen Beitrag anzeigen)
