STUDIEREN MIT KIND

Betreuung und Beschäftigung

Ob ein Studium mit Kind einigermaßen reibungslos über die Bühne gebracht werden kann oder nicht, hängt wesentlich davon ab, ob und wie die Kinderbetreuung organisiert werden kann. Da die Mehrheit der studierenden Eltern (55 Prozent) Kinder im Krippenalter haben, also bis einschließlich zur Vollendung des dritten Lebensjahres, spielt die Frage nach der Betreuung eine wichtige Rolle. Schließlich ist der Betreuungsaufwand bis zum Kindergarten- alter besonders hoch - insbesondere für studierende Mütter. Zahlreiche Studentenwerke haben in den letzten Jahren trotz schwieriger Finanzierungsbedingungen Tagesstätten für Kinder studentischer Eltern auf- und ausgebaut. Außerdem bieten die Studentenwerke häufig Wohnungen oder Appartements für alleinerziehende Studierende und für Studentenpaare mit Kindern an.

Ein Beispiel für die Zusammenarbeit von Studentenwerk und studentischen Eltern ist der Krabbelmonster e.V. in Bamberg. Im Erdgeschoss des dortigen Studentenwohnheims wurde vor zwei Jahren eine Krabbelgruppe für zwölf Kinder eingerichtet.

Die Kinder im Alter von 1 bis 3 Jahren werden von einer Erzieherin und einer Kinderpflegerin betreut. "Die Krabbelmonster ist eine Elterninitiative, weshalb sich auch alle Eltern abwechselnd einen Dienst für die Kinder bringen", erklärt die erste Vorsitzende, Christiane Heiberger-Hartmann. Dieser Dienst besteht vor allem darin, den Kleinen ein Mittagessen zuzubereiten und die Erzieherin etwas zu entlasten. "Die Kindergruppe ist etwa 30 Stunden pro Woche geöffnet und der vergleichsweise geringe Monatsbeitrag ist vom Studentenwerk bezuschusst", so die Studentin und Mutter zweier Kinder.

Wie entlastend die Krabbelgruppe ist, weiß auch Katja Kraus, deren Sohn Lukas bei den Krabbelmonstern ist. "Gleich nach der Geburt von Lukas habe ich meine Zulassungsarbeit geschrieben, und wir haben das erste Jahr gut überstanden", erinnert sie sich. "Jetzt ist der Kleine zumindest vormittags bei Gleichaltrigen und ich kann mich in Ruhe auf mein Examen vorbereiten." Dass sie abends weniger oft ausgeht als ihre Kommilitonen stört Katja nicht - "schließlich kann ich Lukas bis etwa neun Uhr mitnehmen und dann kann ich mich mit meinem Mann vereinbaren, wer vorzeitig nach Hause geht". An anderen Tagen helfen gute Freunde oder Verwandte durch Babysitten. "Das ist alles eine Frage der Organistation und im Zweifelsfall bleiben die Hemden eben ungebügelt", lacht die junge Mutter.

Info: Bei der Kinderbetreuung gibt es unter Umständen staatliche Unterstützung. Wer keine Betreuungsmöglichkeiten für das Kind hat, kann sich beim Jugendamt über die Möglichkeit der Finanzierung einer Tagesmutter erkundigen.

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