Alles über Hebammen
Die "eigene Hebamme" ist kein Wunschtraum
Die Ist es nicht eine tolle Vorstellung, zur Geburt seine "eigene Hebamme" mitbringen zu können, die man schon vorher kennen gelernt und zu der man Vertrauen aufgebaut hat? Diese Vorstellung ist kein Wunschtraum, sondern kann von jeder Frau umgesetzt werden: Jeder hat ein Recht auf eine Beleghebamme.
So funktioniert das Beleghebammensystem

Beim Beleghebammensystem können Sie sich als Schwangere in vielen Fällen schon vor der Geburt ihre „Wunschhebamme“ auswählen, die Sie bei der Geburt begleitet. Während der Geburt bleibt diese Hebamme so lange an Ihrer Seite, bis das Baby geboren ist und Sie beide versorgt sind. Auch wenn die Geburt sehr lange dauert, gibt es keinen Schichtwechsel, so dass Sie sich auf eine neue Hebamme einstellen müssten. Diesen Schichtwechsel, der normalerweise in Kliniken üblich ist, empfinden viele Frauen während der Geburt als unangenehm – gerade, wenn man sich auf eine Hebamme eingestellt hat, kommt eine andere.

Besonders für Frauen, die ihr erstes Kind bekommen, ist es ungemein beruhigend, eine vertraute Hebamme an der Seite zu wissen, die sie schon durch die Schwangerschaft begleitet hat. Durch die vorherige Betreuung weiß die Hebamme ganz genau, wie die Schwangerschaft bisher verlaufen ist, kennt die Ängste, Sorgen oder Wünsche der werdenden Mutter

Und nach der Geburt?

Bleibt die junge Mutter nach der Geburt noch einige Tage in der Klinik, wird sie dort von ihrer Hebamme versorgt. Wenn Sie ambulant entbinden, können Sie – falls die Geburt ohne Komplikationen verläuft – bereits einige Stunden nach der Geburt die Klinik wieder verlassen. Dann betreut Sie die Hebamme auch weiterhin im Wochenbett und macht tägliche Hausbesuche.

Noch ein Wort zu den Kosten

Die Leistung der Beleghebamme wird von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen und von der Hebamme direkt an diese abgerechnet. Wenn Sie privat versichert sind: Fragen Sie nach, welche Leistungen Ihre Kasse übernimmt. Eine gesetzlich versicherte Schwangere, die die Dienste einer Beleghebamme in Anspruch nimmt, muss lediglich die Kosten für die so genannte „Rufbereitschaft“ selbst übernehmen. Diese Rufbereitschaft stellt sicher, dass die Hebamme vier Wochen vor dem Geburtstermin 24 Stunden lang für Sie erreichbar ist. Im Normalfall liegen die Kosten hierfür bei ca. 200 Euro.

Wie finde ich eine Beleghebamme?

Wie findet man denn nun die „persönliche“ Hebamme? Suchen Sie sich bereits in der Schwangerschaft eine Hebamme, die als Beleghebamme arbeitet und nehmen Sie frühzeitig Kontakt mit ihr auf. Optimal ist es natürlich, wenn diese Hebamme auch die Vorsorgeuntersuchungen durchführt und Geburtsvorbereitungskurse anbietet. So ist eine kontinuierliche Betreuung gewährleistet und es kann sich ein echtes Vertrauensverhältnis entwickeln. Es gibt Hebammen, die auf freiberuflicher Basis arbeiten und solche, die bei der entsprechenden Klinik angestellt sind. Wenn Sie schon wissen, in welcher Klinik Sie entbinden wollen: Fragen Sie doch einfach direkt nach, ob es dort angestellte oder freiberufliche Hebammen gibt, die in dieser Klinik als Beleghebamme arbeiten.

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