Warum Bio

Gute Gründe für Bio

Bio-Produkte sind gut für die Gesundheit, beinhalten weniger Schadstoffe, werden unter besseren und Anbau- und faireren Produktionsbedingungen hergestellt, schützen die Umwelt und schonen die Rohstoffreserven. Dennoch zweifeln viele, ob sich die höheren Preise für Bio wirklich lohnen. Wir sagen „ja“ und erklären auch, warum.

Gerade für Paare mit Kinderwunsch, in der Schwangerschaft und bei kleinen Kindern lohnt es sich, einen Blick darauf zu werfen, wie gesund oder schädlich unsere Lebensmittel, unsere Kleidung, Kosmetikprodukte und unsere Umgebung eigentlich sind. Neuste Studien belegen jetzt beispielsweise einen deutlichen Qualitätsunterschied zwischen Biolebensmitteln und konventionellen Lebensmitteln. Aber auch Zuhause können wir einiges für die Vermeidung von Schadstoffen tun, beispielsweise durch Putzen ohne Chemie oder indem wir auch ökologisches Spielzeug verwenden.

Warum Obst, Gemüse und Getreide aus Ökolandbau?

Biobauern ist der Einsatz von Kunstdünger und chemisch-synthetischen Pestiziden verboten. So enthalten Biolebensmittel nicht nur weniger Schadstoffe, sondern auch deutlich mehr gesunde Inhaltsstoffe. Dies konnte 2014 eine Studie der Universität Newcastle belegen, die 343 Einzelstudien zu pflanzlichen Produkten wie Getreide, Gemüse, Obst, Öle, Weine, Obstsäfte sowie Babynahrung ausgewertet hatte. Für Bio spricht zudem die artgerechtere Tierhaltung, dass der Erhalt der Artenvielfalt unterstützt wird, kleinbäuerliche Betriebe gefördert werden und die Lebensmittel gentechnikfrei sind. Biosiegel helfen beim Einkauf und geben Aufschluss über die Qualität der Bioprodukte.

Konventionelle Landwirte setzen Pestizide ein, um Krankheiten, Unkraut und Schädlinge zu vernichten, damit ertragreichen Anbauweisen wie Monokulturen oder enge Fruchtfolgen ermöglicht werden können. Laut Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) werden rund 40.000 Tonnen Pestizide jährlich allein in Deutschland versprüht, Tendenz steigend. Das hat vielfältige Auswirkungen auf Natur und Umwelt – beispielswiese verteilen sich durch Regen, Wind, Verdunstung und Versickerung im Boden viele der eingesetzten Gifte überall. Auch Lebensmittel sind häufig mit Pestizidrückständen belastet, die dann mitgegessen werden.

Warum Bio-Fleisch?

Gutes Bio-Fleisch kommt aus der Region, von Tieren aus artgerechter Haltung und aus einer ressourcenschonenden Produktion. Auch enthält Biofleisch mehr gesunde Inhaltsstoffe: die 2016 veröffentlichte Metastudie der Universität Newcastle konnte zeigen, dass Bio-Fleisch beispielsweise 50 Prozent mehr gesunde Omega-3-Fettsäuren und weniger ungesunde gesättigte Fettsäuren sowie mehr essenzielle Nährstoffe als konventionelles Fleisch enthält. Wer also weniger Fleisch isst und dafür in besserer Qualität, schont seine Gesundheit.

Massentierhaltung hingegen ist nicht nur für die Tiere äußerst qualvoll und für die Gesundheit des Menschen negativ (ungesunde Fette, Arzneimittel- und Hormonrückstände), sondern auch fatal für die Umwelt: Unmengen an Schwermetallen, Nitrat, Antibiotika und Ammoniak landen auf den Äckern und die umliegende Natur wird dadurch nachhaltig geschädigt.

Warum Bio-Milchprodukte?

Auch bei Milchprodukten gilt: Bioprodukte haben eine deutlich gesündere Fettbilanz als „normale“. Eine in 2016 veröffentlichte Metastudie der Universität Newcastle ergab, dass Bio-Milch nicht nur rund 50 Prozent mehr Omega-3 Fettsäuren enthält, sondern auch rund 40 Prozent mehr von der gesunden, zweifach ungesättigten Linolsäure, ein essenzieller Nährstoff, der im Körper dazu beiträgt, Entzündungen zu hemmen und Hautschäden vorzubeugen.

Übrigens: Als zentralen Faktor für Qualitätsunterschiede bei Fleisch und Milch sehen die Forscher die Fütterung – weniger Kraftfutter, mehr Frisches wie zum Beispiel Gras.

Warum Naturkosmetik?

Besonders eine natürliche Babypflege ist vielen Eltern wichtig. Die in Naturkosmetikprodukten enthaltenen Öle, Fette und Wachse sowie die Duft- und Farbstoffe, werden normalerweise nur aus pflanzlichen, mineralischen und – mit Einschränkung – tierischen Rohstoffen hergestellt. Paraffine oder Silikone sowie synthetische Duft- und Farbstoffe dürfen nicht verwendet werden. Ebenso sind Tierversuche und radioaktive Bestrahlung tabu. Wie viel Natur in einem Produkt sein muss, regeln verschiedene Siegel wie beispielsweise BDIH, EcoCert und NaTrue, um nur die bekanntesten zu nennen. Dabei hat jedes eigene Qualitätskriterien.

"Normale" Kosmetik kann viele schädliche Stoffe beinhalten, die sich beispielsweise im Körper anreichern, die Haut durchlässiger machen können oder im Verdacht stehen, krebserregend zu wirken, aber natürlich sind nicht alle Produkte gleich belastet. Paare mit Kinderwunsch und Schwangere sollten besonders Kosmetika mit hormonell wirksamen Stoffen vermeiden, da sie im Körper wie natürliche Hormone wirken. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) sagt dazu: „hormonell wirksamen Stoffe werden mit Gesundheitsproblemen in Verbindung gebracht, die in den vergangenen Jahrzehnten weltweit verstärkt auftreten. Dazu gehören der Rückgang der Spermienqualität, bestimmte hormonbedingte Krebsarten wie Brust-, Prostata- und Hodenkrebs sowie eine verfrühte Pubertät bei Mädchen. Vor allem Föten im Mutterleib, Kleinkinder und Pubertierende sind durch hormonell wirksame Chemikalien gefährdet. Denn diese Stoffe können die gesunde Entwicklung stören“.

Die Apps Codecheck und ToxFox helfen schnell und unkompliziert beim Einkauf, wenn man beispielsweise hormonell wirksame Substanzen in Produkten vermeiden möchte.

Warum Öko-Textilien?

Auch ökologische Textilien leisten einen Beitrag zum Umweltschutz. So bewahrt man laut dem Umweltinstitut München e.V. mit dem Kauf nur eines Bio-Baumwoll-T-Shirts rund sieben Quadratmeter Anbaufläche vor Pestiziden und Kunstdünger. Wer sich mit Biostoffen umhüllt, vermeidet aber auch, dass die giftigen Chemikalien an die Haut gelangen und so in den Organismus eindringen können. Genau deshalb ist Bio-Babykleidung so beliebt.

Konventionelle Textilien sind häufig erheblich mit Chemikalien und Giften belastet, die Herstellung gesundheitsgefährlich und ausbeuterisch für die Arbeiter und die Produktion schlecht für die Umwelt. Chrom beispielswiese, welches zum Gerben von Leder genutzt wird, ist hoch toxisch, erbgutverändernd und allergen. Schadstoffhaltige Färbungen können bei Hautkontakt durch Schweiß ausgewaschen werden und so in den Körper gelangen, Hautreizungen und sogar Allergien hervorrufen. Chlor wird zum Bleichen verwendet, zerstört dabei aber die Gesundheit der Arbeiter und verpestet die Abwässer. Formaldehyd, welches für knitterfreie Textilien sorgt, ist krebserregend, hautreizend und verursacht Allergien. Schädlicher Spitzenreiter ist die Herstellung ausgewaschen aussehender Jeans: dieser wird durch Bestrahlung mit Quarzsand erzeugt. Dabei entsteht extrem gesundheitsschädlicher Feinstaub.

Nicht jeder kann oder will nun komplett auf Bio umsteigen und es ist auch nicht alles belastet und giftig, was nicht bio ist. Wir sollten uns jedoch überlegen, ob wir nicht wenigstens ein paar wichtige Basis-Waren in Bioqualität kaufen möchten oder bei Lebensmitteln zumindest welche aus der Region. Übrigens: Auch Secondhand-Produkte schonen die Umwelt – und dabei gleichzeitig den Geldbeutel.

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