Fehlgeburt ohne Ausschabung?

Ausschabung oder Curettage: Muss das nach Fehlgburt immer sein?

Ausschabung Sobald die Diagnose „Fehlgeburt“ gestellt ist, erfolgt meist der ärztliche Rat zu einer Ausschabung. Manche Frauen sind froh darüber, dass sie den Verlust der Schwangerschaft damit schnell hinter sich bringen. Ander wiederum wünschen sich noch ein wenig Zeit und ziehen einen natürlichen Abgang der Ausschabung vor. Doch ist eine Fehlgeburt ohne Ausschabung überhaupt möglich bzw. empfehlenswert?

Fehlgeburt ohne Ausschabung: Ist das möglich?

Der Wunsch nach einem möglichst „natürlichen“ Ablauf der Fehlgeburt ohne Ausschabung ist verständlich: So haben die Frauen weniger das Gefühl, sich „entscheiden“ zu müssen. Auch der Abschiedsprozess fällt vielen Frauen leichter, wenn ihr Körper alles selbst reguliert. Daher lautet eine häufig gestellte Frage an die babyclub.de-Hebammen in der Hebammensprechstunde: Ist nach einer Fehlgeburt eine Ausschabung wirklich nötig?
Die Antwort der Hebammen lautet dann meist: Eine von alleine begonnene Fehlgeburt zieht nicht zwangsläufig eine Ausschabung nach sich. Wenn eine Frau abwarten möchte, ob die letzten Reste von alleine abgehen und eine Ausschabung vermeiden will, ist dies also möglich. Leider stoßen die Frauen mit einem solchen Wunsch bei den meisten Ärzten auf Unverständnis. Diese weisen dann auf mögliche Komplikationen hin und raten eher zu einer schnellen Ausschabung.

Was sagen die babyclub.de-Hebammen dazu? „Eine spontane Fehlgeburt wird heute nur noch selten abgewartet. Das liegt auch daran, dass eine Ausschabung schneller geht und man den Frauen eine Fortführung der Schwangerschaft bis zum spontanen Eintritt der Fehlgeburt "nicht zumuten" möchte. Eventuell finden Sie in Ihrer Gegend eine Hebamme (meist Hebammen, die auch Hausgeburten anbieten), die Sie bei einer spontanen Geburt begleiten kann“, so babyclub.de-Hebamme Monika Selow. Desweiteren rät Monika Selow: „Unabhängig davon ob Sie sich für eine Ausschabung entscheiden oder eine spontane Fehlgeburt abwarten, müssen Sie sich nicht unter Druck setzen (lassen)."

Allerdings ist Vorsicht geboten, wenn die Blutungen sehr stark sind und lange andauern (länger als 10 Tage). In einem solchen Fall ist eine Ausschabung meist unvermeidlich. Unbedingt notwendig und ratsam ist eine Ausschabung auch bei der besonderen Form der Fehlgeburt, wenn sich ein Windei oder eine Blasenmole gebildet hat.

Ablauf einer Ausschabung / Curettage

Eine Ausschabung (im medizinischen Fachjargon auch Curettage genannt) ist ein kurzer operativer Eingriff, der meist unter Vollnarkose erfolgt. Oft findet der Eingriff ambulant statt, das heißt, die Frau muss nach der Ausschabung nicht im Krankenhaus bleiben. Bei der Curettage wird der Gebärmutterhals aufgeweitet. Anschließend findet mit Hilfe einer Kürette die Entleerung der Gebärmutterhöhle statt. In Folge des Eingriffs sind leichte Blutungen in den folgenden Tagen normal und klingen rasch ab. Ist dies nicht der Fall, ist ein erneuter Arztbesuch ratsam.

Hebammenantworten zum Thema "Ausschabung"