Dicke Schwangere

Schwanger mit Übergewicht

Wer Mama wird und ein paar Pfunde zuviel auf den Rippen hat, sollte auf einige Dinge achten. Denn Übergewicht in der Schwangerschaft kann schwerwiegende Probleme nach sich ziehen. babyclub.de erklärt, was passieren kann und worauf du ein Auge haben solltest.

Dicke Schwangere werden oft sofort mit den übermäßigen Risiken während ihrer Schwangerschaft konfrontiert. Panik ist jedoch jetzt die falsche Reaktion. Denn: 75 Prozent der dicken Schwangeren erleben eine ganz normale Schwangerschaft. Allerdings muss auch klar sein: Übergewicht in der Schwangerschaft ist ein Risikofaktor. Und zwar sowohl für die werdende Mama als auch für das Baby. babyclub.de hat die wichtigsten Infos zu diesem Thema für euch zusammengefasst.

Wo beginnt Übergewicht?

Als übergewichtig gilt, wer einen Body Mass Index (BMI) hat, der über 25 liegt. Wie hoch dein BMI ist, kannst du ganz einfach mit unserem BMI-Rechner herausfinden. Dort erfährst du außerdem, wie viel du während der Schwangerschaft zunehmen solltest.

Übergewicht und Schwanger: Welche Probleme gibt's?

Generell ist es wichtig zu wissen, dass Frauen mit hohem BMI als Risikoschwangere gelten. Genauso wie Frauen, die während der Schwangerschaft zu viel zunehmen. Diese Risikogruppe ist anfälliger für diverse Schwangerschaftsbeschwerden und -komplikationen. Deshalb übernimmt die Krankenkasse meist zusätzliche Vorsorge-Untersuchungen, wie außerplanmäßige Ultraschalluntersuchungen. Außerdem werden dicke Schwangere engmaschiger überwacht, es wird öfters Blut abgenommen, Blutdruck gemessen und die Gewichtszunahme genauer beobachtet.

  • Grundsätzlich ist das Risiko für eine Schwangerschaftsvergiftung (Gestose) bei übergewichtigen Frauen erhöht. Deshalb: Wenn die Schuhe nicht mehr passen, dann ist es höchste Zeit, zum Arzt zu gehen. Denn das kann ein erster Hinweis für eine drohende Gestose sein.
  • Die Wahrscheinlichkeit, einen Schwangerschaftsdiabetes zu entwickeln, ist bei Übergewicht in der Schwangerschaft doppelt so hoch. Und das kann sich sowohl auf die Schwangere als auch aufs Baby auswirken. Mit einem Diabetes steigt bei den werdenden Mamas beispielsweise das Risiko für Infektionen, Bluthochdruck und Frühgeburten. Es erhöht sich auch die Gefahr von Fehlbildungen beim Baby. Zudem können Babys von Schwangerschaftsdiabetikerinnen bei der Geburt sehr groß sein, was zu Geburtsverletzungen bei Mutter und Kind führen kann. Kinder von Frauen mit Diabetes haben außerdem ein doppelt so hohes Risiko, selbst übergewichtig zu werden.
  • Bei übergewichtigen Schwangeren liefert der Bauchultraschall weniger aussagekräftige Bilder. Der Grund: Die Ultraschallsignale können nicht tief genug in den Bauch eindringen. Der Arzt bleibt deshalb oftmals länger beim Vaginalultraschall. Ab dem zweiten Trimester wird dann zum Bauchultraschall gewechselt.
  • Die meisten Frauen bringen auch mit zusätzlichen Kilos ihre Kinder ganz normal zur Welt. Allerdings ist durchaus zu beachten: Leidet eine Schwangere unter Übergewicht, steigt die Wahrscheinlichkeit für einen Kaiserschnitt oder die Einleitung der Geburt mit Wehentropf. Dafür kann es verschiedene Gründe geben: Zum einen kann das Baby als Folge des Schwangerschaftsdiabetes überdurchschnittlich groß sein. Zum anderen haben schwere Frauen ein höheres Risiko, ihr Kind zu übertragen.
  • Die Schmerzbehandlung bei der Geburt kann mit viel Körperfett kniffliger sein. Das heißt, es ist schwieriger, den richtigen Punkt für die Peridural-Anästhesie zu finden.
  • Bei übergewichtigen Schwangeren sind die Gelenke, Sehnen und Muskeln während der gesamten Schwangerschaft einer höheren Belastung ausgesetzt. Deshalb können Rückenschmerzen zum ständigen Begleiter werden.
  • Die Beckenbodenmuskulatur wird während einer Schwangerschaft ohnehin durch die hormonelle Umstellung und die Verlagerung des Körperschwerpunktes stark belastet. Durch Übergewicht werden die Beckenbodenprobleme noch verstärkt.

Probleme nach der Geburt

Die Probleme, die während der Schwangerschaft auftreten, sind nach der Geburt für übergewichtige Schwangere immer noch Thema. Da Menschen mit Übergewicht generell eher zu Wundheilungsstörungen neigen, können die Geburtsverletzungen langsamer heilen. Nach der Geburt sollten die frischgebackenen Mamas ihren Beckenboden besonders intensiv trainieren, so dass sich die Muskulatur wieder aufbaut.

Nachdem das Baby da ist, haben übergewichtige Mütter außerdem vermehrt Probleme mit dem Stillen.

  • Bei stark übergewichtigen Frauen kann sich die Milchproduktion um mehr als 72 Stunden verzögern. Dabei gilt: Jeder zusätzliche BMI-Punkt des Gewichts vor der Schwangerschaft verzögert das Einsetzen der Milchproduktion um eine halbe Stunde. Somit beginnt die reichliche Milchproduktion bei einer Mutter mit einem BMI von 40 bis zu zehn Stunden später, als bei einer Mutter mit einem BMI von 20.
  • Bei übergewichtigen Müttern wird direkt nach der Geburt oft zu wenig von dem Hormon Prolaktin ausgeschüttet, das für die Bildung der wertvollen Vormilch, dem Kolostrum, zuständig ist. Wird zu wenig Kolostrum gebildet, kann das Neugeborene schneller abnehmen und muss Fertignahrung zugefüttert bekommen.
  • Frauen mit Gewichtsproblemen haben oft wenig Vertrauen in ihren Körper und trauen sich das Stillen nicht zu. Vielen ist es unangenehm, in der Öffentlichkeit zu stillen, was häufig dazu führt, dass sie früher Fertignahrung zufüttern und sich die Stilldauer reduziert.
  • Mütter mit Übergewicht haben teilweise einen größeren Warzenhof mit flacheren Brustwarzen. Das erschwert der Mutter das Anlegen und dem Kind das Trinken. Außerdem fällt es Frauen mit großen, schweren Brüsten oft schwer, eine bequeme Stillposition zu finden.

Was kann ich tun, um die Risiken zu minimieren?

Wichtig ist es, Ruhe zu bewahren. Denn die übergewichtige Schwangere kann selber so einiges tun, um die Risiken klein zu halten.

  • Grundsätzlich ist es sehr empfehlenswert, unbedingt die – von der Kasse bezahlten – zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. Dabei geht es beispielsweise um zusätzliche Ultraschalluntersuchungen, Blutuntersuchungen und eine genaue Blutdruckkontrolle.
  • Bei Wassereinlagerungen in den Beinen helfen Stützstrümpfe und es gilt: Trinken, trinken, trinken! Mindestens zwei Liter täglich regen die Nierentätigkeit an und das Wasser wird abtransportiert. Außerdem hilft salziges Essen. Hebammen empfehlen ein bis vier Teelöffel Salz pro Tag.
  • Bei einem Vorgespräch in der Entbindungsklinik kann vorab bereits geklärt werden, ob eine Peridural-Anästhesie (PDA) voraussichtlich gut machbar sein wird oder nicht, wenn die Schwangere eine PDA möchte.
  • Wer seine Ernährung genau unter die Lupe nehmen möchte, um während der Schwangerschaft nicht zu viel zuzunehmen, der kann ein Ernährungstagebuch führen. Das deckt versteckte Sünden relativ schnell auf.
  • Täglich morgens und abends ein 30-minütiger Spaziergang macht nicht nur glücklich, sondern hilft fit zu bleiben und verbrennt die eine oder andere Kalorie. Mit der Schwangerschaftsgymnastik-App von babyclub.de bleibst du in Bewegung. Noch dazu kannst du in der App dein Schwangerschaftsgewicht mit Hilfe deiner persönlichen Gewichtskurve immer genau im Auge behalten.
  • Wer sich mit Menschen trifft, die die gleichen Probleme haben, fühlt sich weniger allein. Also: Gehe in einen Geburtsvorbereitungskurs und suche dir eine Stillgruppe, wenn das Baby da ist.

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