Eltern werden
Der schwangere Vater
Sie schweben auf Wolke Sieben, suchen bereits nach einem Vornamen und schmieden Pläne? Ihr Partner freut sich mit Ihnen – oder kann er die frohe Botschaft noch nicht so recht verinnerlichen?
Keine Bange, lassen Sie ihm einfach Zeit.
Im Gegensatz zur schwangeren Frau, die die Veränderungen und Vorgänge in ihrem Körper hautnah miterlebt, finden sich werdende Väter oft in der Rolle des Beobachters wieder.
Er wird sich dem neuen Leben recht spät bewusst – wenn das Kind sich einmal fühlbar bewegt, manchmal auch erst zum Zeitpunkt der Entbindung. Manche Männer haben zunächst Probleme, weil sich die Frau zunehmend mit dem eigenen Körper beschäftigt, ohne dass sie unmittelbar an den neuen Veränderungen teilhaben können. Befürchtungen, nunmehr die „zweite Geige“ zu spielen, können belasten. Das Gefühl überflüssig zu sein und als „Samenspender“ ausgedient zu haben, ist besonders bei jenen Paaren stark ausgeprägt, die jahrelang auf ein Wunschkind hingearbeitet haben und nur noch Sex nach Zeitplan bzw. nach Temperaturkurven und Ovulationstests praktiziert haben.
Dabei können Sie doch gerade jetzt die Sexualität ganz unbeschwert genießen, nachdem Ihre Bemühungen auf fruchtbaren Boden gefallen sind! Der Leistungsdruck fällt von Ihnen ab – gute Voraussetzungen um die Liebe wieder frei nach Lust und Laune zu erforschen. Keine Angst – das Kind kriegt nichts mit und ist gut geschützt. Ein bisschen mehr Rücksicht ist gefragt, sowie ein neues Erkunden des sich verändernden Körpers.
Und: Viele Paare kommen sich gerade auf emotionaler Ebene jetzt näher denn je. Schließlich ist Ihr Baby DAS Symbol Ihrer Zusammengehörigkeit.
Tipp: Integrieren Sie Ihren Partner möglichst früh in die Schwangerschaft mit ein. Dazu gehört der gemeinsame Einkauf von Babysachen, der Besuch beim Arzt, sich Schwangerschaftskurse heraussuchen, das Kinderzimmer einrichten etc. Sagen Sie Ihrem Partner auch, wie Sie sich fühlen – körperlich wie seelisch. Offenheit auf beiden Seiten ist wichtig, um Missverständnissen vorzubeugen und sich auf die neue Situation einzustellen.
Werdende Väter erleben in der Schwangerschaft Veränderungen wie werdende Mütter – emotional und manchmal auch körperlich. Bei einigen Männern geht die Solidarität mit der schwangeren Partnerin so weit, dass sie zunehmen oder unter Symptomen wie Kopfschmerzen und Übelkeit leiden. Nachhaltiger ist aber der Wandel der Gefühle, den die neue Vaterrolle mit sich bringt.
Wichtig: darüber reden
Der Umgang damit ist unterschiedlich: manche Männer nehmen die Bedeutung der Schwangerschaft als Umstellungszeit zum Leben mit Kind für sich selbst gar nicht wahr. Andere lassen sich sehr intensiv auf diese Zeit der Neuorientierung ein. Ein Geburtsvorbereitungskurs für Paare empfiehlt sich für Sie als werdenden Vater nicht nur, um Ihre Partnerin in der Schwangerschaft zu begleiten und zu unterstützen, sondern auch, weil Sie hier Gleichgesinnte finden, mit denen Sie über die Umwälzungen und die damit verbundenen Gefühle sprechen können.
Der Anfang ist oft schwer
Besonders schwierig ist für viele Männer der Beginn der Schwangerschaft, wenn noch kein Bauch sichtbar ist, aber das Verhalten der Partnerin sich vielleicht sehr verändert.
Es ist eine schwierige Phase, einerseits mit den eigenen Gefühlen klarkommen zu müssen, und andererseits der Partnerin Rückhalt und Verständnis zu geben, sie zu umsorgen. Versuchen Sie, die Gefühle Ihrer Partnerin zu verstehen und zu akzeptieren, aber sprechen Sie auch über Ihre eigenen. Im Gespräch zu bleiben ist – auch nach der Geburt – eine wirkungsvolle Form, komplizierte Phasen gemeinsam zu meistern.
Genießen Sie Ihr Glück zu dritt! Männer gehen in Ihrer Vaterrolle auf, wenn man Sie lässt und gemeinsam neue Wege einschlägt. Und bei allem Baby-Trouble sollten Sie nicht vergessen, dass Sie nach wie vor ein Paar sind. Behalten Sie Ihre Interessen und Hobbys bei und gestalten Sie Ihre Beziehung lebendig und abwechslungsreich – es muss sich nicht alles um Windeln und Brei drehen.
Übersicht: babyclub.de
Übersicht: Schwangerschaft - Wohlfühlen
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