PRÄNATALDIAGNOSTIK: INVASIVE DIAGNOSEVERFAHREN
Chorionzottenbiopsie, Amniozentese und Chordozentese
Invasive Methoden ergänzen die nicht invasiven und geben eine sehr hohe Genauigkeit der Ergebnisse an.
Plazentauntersuchung (Chorionzottenbiopsie)
Untersucht werden Schwangere,
- die älter als 35 Jahre sind
- die bereits eine Schwangerschaft mit Chromosomenstörungen hatte
- bei denen eine familiäre Disposition für pränatal diagnostizierbare Erkrankungen besteht
Zur Feststellung von:
- Chromosomenveränderungen (z. B. Down-Syndrom) und Erbkrankheiten
- Stoffwechselstörungen (z. B. Mukoviszidose)
- Immundefekte
- Muskelerkrankungen
- geschlechtsgebundene Krankheiten (z. B. Bluterkrankheit)
Diese Untersuchung kann bereits zwischen der elften und zwölften Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Vor der Untersuchung erfolgt eine gründliche Ultraschalluntersuchung des Embryos. Zur Entnahme, die unter sterilen Bedingungen stattfindet, wird der Schwangeren unter Ultraschallkontrolle eine dünne Punktionsnadel durch die Bauchdecke gestochen und bis in die Plazenta geführt. Aus ihr werden einige Zellen entnommen. Der Eingriff dauert ungefähr eine halbe Stunde, die ersten Ergebnisse liegen bereits nach ein bis acht Tagen vor. Zur Kontrolle wird eine Langzeitkultur angelegt, deren Ergebnisse nach rund zwei Wochen vorliegen.
Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese)
Untersucht werden können Schwangere,
- die älter als 35 Jahre sind
- die bereits Schwangerschaften mit Chromosomenstörungen hatte
- bei denen eine familiäre Disposition für pränatal diagnostizierbare Erkrankungen besteht
- deren Familienmitglied einen Neuraldefekt hat, z.B. einen offenen Rücken (Spina bifida)
Zur Feststellung von:
- Chromosomenveränderungen (z. B. Down-Syndrom)
- Erbkrankheiten
- Stoffwechselstörungen (z. B. Mukoviszidose)
- Immundefekte
- Muskelerkrankungen
- geschlechtsgebundene Krankheiten (z. B. Bluterkrankheit)
Diese Untersuchung kann zwischen der 14. und 26. SSW durchgeführt werden. Zur Entnahme einiger Milliliter Fruchtwasser, das abgelöste Zellen des Ungeborenen enthält, führt der Arzt unter Ultraschallkontrolle eine feine Nadel durch die Bauchdecke und Gebärmutter in die Fruchtblase ein. Eine Schädigung des wachsenden Kindes ist dabei in der Regel ausge- schlossen. Die Untersuchung dauert ebenfalls eine halbe Stunde und findet unter örtlicher Betäubung statt. Die diagnostische Genauig- keit der Amnionzentese liegt im Durchschnitt bei 99 Prozent, bei der Bestimmung von Neuraldefekten bei 90 Prozent. Die Ergebnisse liegen nach zwei bis drei Wochen vor.
Hebammen-Antworten zum Thema "Fruchtwasseruntersuchung"
- Ist eine Fruchtwasseruntersuchung in unserer Situation zu empfehlen?
- Hallo, zunächst einmal wäre es sehr wichtig, dass Sie sich persönlich beraten lassen. Hierfür gibt es unabhängige Schwangerenberatungsstellen, die Ihnen ...
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- muss eine Fruchtwasseruntersuchung sein?
- Hallo, die Messungen geben leider nur eine rein rechnerische Wahrscheinlichkeit an. Die Nackenfalte an sich ist völlig unauffällig, so dass ich mir gar nicht ...
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- was spürt das Baby bei der Fruchtwasseruntersuchung?
- Hallo, was das Baby bei der Fruchtwasseruntersuchung genau empfindet lässt sich nicht sagen. Sicher ist, dass dem Baby eine ganze Menge umgebendes Fruchtwasser...
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Nabelschnurpunktion (Chordozentese)
Untersucht werden können Schwangere ab der 18. Schwangerschafts- woche.
Zur Feststellung von
- Infektionen (z.B. Ringelröteln) oder Blutarmut beim Kind
- Auswirkungen einer Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Mutter und Kind (Rhesus Inkompatibilität).
Die Nabelschnurpunktion dient der Entnahme von kindlichem Blut und kann ab der 16. Schwangerschaftswoche vorgenommen werden. Die Untersuchung wird äußerst selten durchgeführt und nur dann angewandt, wenn eine vorangegangene Fruchtwasseruntersuchung keine aus- reichenden Informationen über die Gefährdung des Kindes erbracht hat. Unter Ultraschallsicht wird durch die Bauchdecke der Mutter mit einer Hohlnadel Blut aus der Nabelschnur entnommen.
Hinweis: Letztendlich ist es die Entscheidung der Frau, ob und welche dieser Untersuchungen sie vornehmen lässt. Bitte lassen Sie sich ausführlich von Ihrem Gynäkologen beraten!
