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Arbeitslos und trotzdem Kind?

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  • Sarah-Maus
    Powerclubber (85 Posts)
    Eintrag vom 18.11.2009 16:31
    Hallo,

    ich würde euch mal gerne zu eurer Meinung bzgl. meiner Situation bitten. Manchmal ist es ja ganz gut, wenn jemand Neutrales seine Meinung abgibt.

    Ich bin 29 Jahre, drei Jahre verheiratet und seit 8 Jahren mit meinem Mann zusammen. Unser Haus ist auch fertig. Beruflich hatte ich vor 4 Monaten in einer heftigen Krise gesteckt. Ich stand vor der Frage, ob ich wegen Mobbing kündigen sollte. Wir hatten uns dann entschlosse, ein Kind zu kriegen und in der Babypause Gras über die Sache wachsen zu lassen. In 3 Jahren Elternzeit kann sich alles verändern. Ich hatte die PIlle abgesetzt und einen Termin beim Frauenarzt wg. Checkup gemacht. 5 Tage später sollte vorauss. mein erster ES sein. Noch am selben Tag, als ich den Termin gemacht hatte, erhielt ich eine Kündigung. Für mich ist eine Welt zusammen gebrochen, weil ich gerne aus einer festen Stellung heraus ein Kind bekommen wollte. Wg. Elterngeld (1.000 statt 300 Euro ist ein großer Unterschied) und der Möglichkeit, nach der ELternzeit wieder einzusteigen. Wir wollten daher mit dem Kinderkriegen warten, bis ich wieder einen Job habe. Doch leider suche ich zur Zeit vergebens.

    Was ich nicht gedacht hatte war, dass diese Auseinandersetzung mit dem Thema Kind und berufliche Situation, mir zum ersten Mal klar gemacht hatte, dass ich meinen KiWu verdrängt hatte und immer nur an Karriere gedacht habe. Jetzt bricht es mir fast jedes Mal das Herz, wenn ich Kinder sehe. Ich habe einfach Angst vor der finanziellen Abhängigkeit und der sinkenden Chancen, nach dem Kind wieder einzusteigen - Mamas sind in meiner Branche nicht gerne gesehen.

    Ich habe Angst davor, als faul abgestempelt zu werden, als ob ich mich mit Kind vor der Arbeit drücken wolle. Oder als ob ich auf Kosten meines Mannes leben wolle.

    LG
    Prinzessin Lilifee
    Antwort
  • Melbi78
    Powerclubber (93 Posts)
    Kommentar vom 19.11.2009 08:48
    Guten Morgen!

    Ich bin auch der Meinung, dass man ein Kind auch mit weniger Geld großziehen kann. Sicherlich hat meine Vorrednerin Recht, wenn sie sagt, dass Luft und Liebe nicht ausreicht, aber man muss auch nicht sämtliche Kinderwünsche dieser Welt erfüllen um dem Kind eine schöne Kindheit zu schenken.

    In meiner Kindheit war es ähnlich. Meine Eltern mussten mit einem Gehalt auskommen und konnten uns (mein Bruder und mir) natürlich nicht alles bieten. Und natürlich hat es in der Kindheit auch zu Tränen und Diskussionen geführt, aber im Nachgang betrachtet, muss ich sagen, dass ich eine sehr schöne Kindheit hatte und ich heute ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern pflege. Meine Eltern hatten immer Zeit für uns und dafür bin ich dankbar. Ich würde meinen Eltern nie vorwerfen, dass sie mir nicht alle materiellen Wünsche erfüllt haben. Eher, dass mein Dad sich doch noch etwas mehr Zeit für uns hätte nehmen können.

    Und mit dieser Erfahrung, die ich machen durfte, bin ich mir sicher, dass ich mein Kind glücklich machen kann. Ich werde drei Jahre in Elternzeit gehen, obwohl das sicherlich finanzielle Einschnitte bedeutet. Komisch, dass man sich heutzutage als Frau für drei Jahre Elternzeit rechtfertigen muss. Hier im Konzern werde ich dafür belächelt, aber ich finde, dass der Job als Mutter, der wichtigste Job der Welt ist. Und Kindererziehung ist die Aufgabe der Mutter/Eltern und nicht von irgendwelchen Einrichtungen. Ich muss nicht die Supermutter mit Karriereantrieb sein. Meine Prioritäten sind halt andere, ob das von der Gesellschaft verstanden wird oder nicht, mir ist das egal. Ich lasse mich da gerne als faul bezeichnen und natürlich bin ich von meinem Mann abhängig, aber was bitteschön ist schlimm daran. Die Entscheidung für das Kind haben wir schließlich zusammen getroffen.

    Auf dem Punkt gebracht: Ich persönlich würde den Kinderwunsch nicht von der finanzielle Situation abhängig machen, außer Ihr müsstet am Exzistensminimum leben. Parallel zur Kinderplanung kannst Du weiterhin nach einem Job suchen. Es ist ja nicht gesagt, dass Du gleich beim ersten oder zweiten Übungszyklus schwanger wirst. Vielleicht hast Du schon einen neuen Job gefunden, bevor das mit dem Baby geklappt hat. Das Leben lässt sich nicht in allen Einzelheiten planen. Rechnet Euch die finanzielle Situation im schlechtesten Fall durch und wenn es dann bei Euch trotzdem noch passt, würde ich herzeln.

    Alles Gute!

    Melanie
    Antwort
  • Sarah-Maus
    Powerclubber (85 Posts)
    Kommentar vom 20.11.2009 18:02
    Hallo,

    vielen Dank für die lieben Beiträge, die mich sehr bestätigt haben. Ich finde es immer sehr schwer, über KiWu und Arbeit offen zu reden. Die Diskussion "Mütter die arbeiten sind Rabenmütter" haben wir längst hinter uns. Jetzt sind wir m. E. in dem "Was, du willst daheim bleiben?"-Zeitalter. Gerade wenn wir Frauen gut ausgebildet sind und einen verantwortungsvollen Job haben, wird es als selbstverständlich angesehen, dass wir mal mindestens bis 30 mit dem KiWu warten. Und das ist ja noch früh. Arbeiten gehen sollte man am besten auch wieder gleich. Ich finde, die Kinderkrippen- und KInd&Karriere-Diskussionen führen gerade in eine ganz andere Richtung. Man wird ebenfalls zum Exoten, wenn man daheim bleibt. Auch in dieser Richtung würde ich mir als Frau mehr Freiheit wünschen. Meine Mama war auch ganz zuhause und ich fand es als Kind toll. Jetzt werde ich für den Wunsch schief angesehen. Noch nicht einmal weil es mit dem Geld knapp ist, sondern gerade weil ich gut verdient habe und einen recht guten Job hatte. Auf mich (ich pauschalisiere das mal nicht) macht es den Eindruck, als müsse frau mit Studium und gutem Job arbeiten gehen. Das vermittelt mir meine Umwelt. Bei Bekannten mit anderen Jobs (Friseuse, Bürokauffrau) wird das anders gesehen. Ganz ehrlich, will dieses Karriere-Geschwaffel nicht mehr hören. Wir bekommen doch nur Fälle präsentiert, in denen Frau so viel Support hat, dass sie Karriere mit Kind hinkriegt. Frauen in hohen Positionen haben i. d. R. auch einen Mann in ähnlicher Position u. gutem Gehalt und haben selbst auch finanziell ein ganz anderes Polster, als eine Durchschnittsfrau im Büro. Dass man sich da optimale u. flexible Betreuung leisten kann, jmd. der putzt und bügelt, ist klar. Aber für den Durchschnitt geht die Rechnung nicht auf.


    LG
    Prinzessin L
    Antwort

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