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zwischen Glück und Tränen

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  • Melbi78
    Powerclubber (93 Posts)
    Eintrag vom 11.01.2010 19:09
    Ich habe am 06.01.2010 meinen Sohn per Kaiserschnitt zur Welt gebracht. Und seit dem Freitag (08.01.2010) schwebe ich zwischen Glück und Unglück. Ein Gefühlschaos. In der einen Sekunde bin ich überglücklich und im nächsten Moment heule ich. Ich habe soviele Ängste in mir (am meisten davor, dass irgendwas schlimmes passiert, der Tod ist in meinen Gedanken allgegenwärtig) und manchmal weiß ich auch gar nicht warum ich gerade schon wieder heule. Sobald ich ein "sensibles Thema" anspreche, heule ich los. Hört sich verrückt an, ich weiß. Ist aber leider so. Ich hoffe, dass diese Phase schnell vorbeigeht. Ich mag mich selber nicht leiden und würde gerne aus meinem Körper ausbrechen. Kennt das vielleicht eine von Euch?

    Melanie
    Antwort
  • diesel28284
    Superclubber (217 Posts)
    Kommentar vom 11.01.2010 19:32
    hallo mel,

    erst mal herzilichen glückwünsch zum bub...
    das was du da so schreibst kenne ich zwar nicht von mir selbst, aber es hört sich vielleicht nach einer ss-depression an. ich möchte dir keine angst machen, aber das sit nichts schönes und da sollte man sich helfen lassen. das soll auch garnicht so selten sein, also nichts wofür man sich schämen muss, warum das so ist(vielleicht wegen den ganzen hormonen) weiß ich selbst nicht...

    ich sage ja immer ich hatte auch ne ganz kleine ss-depression, da ich traurig war, das mein babybauch auf einmal weg war. ich meine die kleine maus lag in ihrem bettchen und ich war mächtig stolz, aber mein bauch fehlte mir sehr und ich war die ersten wochen nach der geburt auch sehr sensibel.

    hast du vielleicht jemanden, mann, freundin, mutter, mit denen du vorab reden kannst und dich verstanden fühlen könntest?
    ich hoffe sehr für dich das es wie du sagst nur ne phase ist und schnell vergeht, aber wenn nicht und du dich nicht gut fühlst, tu was dagegen, denn du sollst dich ja gut als stolze mami fühlen.

    ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen...

    glg, steffi
    Antwort
  • diesel28284
    Superclubber (217 Posts)
    Kommentar vom 11.01.2010 19:34
    hallo veilchen,

    da haben wir wohl das selbe zur selben zeit gedacht ;-)
    Antwort
  • Melbi78
    Powerclubber (93 Posts)
    Kommentar vom 11.01.2010 21:33
    Danke für Eure Rückmeldungen. Bin schon davon ausgegangen, dass ich im Babyblues stecke. Im Krankenhaus hat man mir schon gesagt, dass solche Heultage völlig normal sind. Nur das zu durchleben macht nicht besonders viel Spaß, weil man sich selber nicht mehr verstehen kann. Angst vor dem Tod oder irgendwas schlimmes, habe ich schon immer in meinem Leben gehabt. Ich bin nur so glücklich, dass ich Angst habe, dass ich das Glück nicht halten kann. Verrückt, was? Ich liebe meinen Zwerg und er ist mehr wie zauberhaft. Und ich bin für jede Minute mit ihm dankbar.

    Ich hätte nur gerne mit jemanden über meine Gedanken gesprochen, der das auch schon mal durchlebt hat. Man fühlt sich dann irgendwie normaler.

    Melanie
    Antwort
  • diesel28284
    Superclubber (217 Posts)
    Kommentar vom 11.01.2010 22:35
    wie gesagt, so durchlebt habe ich das nicht, aber wenns dir gut schreib trotzdem weiter, vielleicht hilft es...

    hoffe wirklich du kannst bald nur noch genießen... ;-)

    was ich allerdings kenne, sind die gedanken an den tod. z.b. wenn wir mal schneller mit dem auto unterwegs waren und es regnet, ist es schon vorgekommen das da der gedanke war, was ist wenn wir nun nicht rechtzeitig bremsen können...oder ao ähnlich, oder wenn etwas geschehen ist, nichts schlimmes, aber man sich gedanken macht was wäre wenn...es lief alles gut aber man stellt sich manchmal das schlimmste vor...
    das ist nicht ständig bei mir, kommt aber immer mal wieder vor.
    das finde ich auch recht verrückt und es macht mich in dem moment natürlich nicht glücklich, allerdings ist es jetzt nicht so häufig oder so schlimm, das ich so drunter leide wie du zur zeit.

    wie gesagt, hoffe es geht dir schnell besser und konnte dir ein wenig helfen.

    glg, steffi
    Antwort
  • Melbi78
    Powerclubber (93 Posts)
    Kommentar vom 12.01.2010 16:33
    @steffie
    Bis zur Geburt meines Sohnes haben sich meine Gedanken an den Tod in Grenzen gehalten. Mal mehr, mal weniger, aber ich denke in einem normalen Rahmen. Der Tod gehört zum Leben einfach dazu, das weiß ich. Aber einfach ist der Gedanke daran nicht. Und ich als Frau kann auch nicht so gut abschalten. Ich bin immer wieder überrascht wie sachlich Männer dieses Thema sehen können. Ich habe halt Angst davor, was nach dem Leben kommt.

    Eigentlich bin ich ein glücklicher Mensch und ich hoffe, ich werde es auch bald wieder sein. Meine Hebamme hört mir auch immer wieder geduldig zu. Sicherlich kommt die Jahreszeit ebenfalls zum Babyblues dazu.

    Ich wäre nur so froh, wenn ich irgendwas tun könnte um den Kreislauf jetzt, hier und heute zu durchbrechen. Aber wahrscheinlich muss ich einfach etwas Geduld haben mit mir und der neuen Situation.

    Schön wäre eine "Ich bin wieder nur glücklich-Pille".

    Danke fürs zuhören!

    Melanie
    Antwort
  • Mami_24
    Very Important Babyclubber (837 Posts)
    Kommentar vom 12.01.2010 17:22
    Hallo Melanie!
    Ich hatte nach meiner ersten Geburt auch unter dem Babyblues zu leiden, ich musste auch ständig heulen und normalerweise bin ich eigentlich nicht der Typ, der wegen Kleinigkeiten und vor jedem in Tränen ausbricht! Dazu kam bei mir noch die Angst was falsch zu machen, ich hatte zwar schon Erfahrung mit Babys (meine Schwester hatte vor mir 2 Kinder und wir haben viel Kontakt), aber wenn es das eigene ist, ist es ja noch mal was ganz anderes, ich spürte richtig diese riesen Verantwortung und hatte deswegen halt Angst was falsch zu machen. Mir hat es erstmal geholfen mich abzulenken, also nicht viel allein zu sein und wenn es mich "überkam" darüber zu reden und mich halt trösten zu lassen. Und als ich dann immer sicherer wurde im Umgang mit meiner Kleinen, wurde es noch viel besser. Es hat schon ein paar Wochen gedauert, bis es vollständig weg war, aber es wurde wirklich von Tag zu Tag besser und das wird bei dir bald auch so sein. In erster Linie sind nämlich die Hormone daran Schuld und die müssen sich erstmal einpendeln. Und dann halt die Veränderung, aber da gewöhnt man sich schnell dran. Ich kann dir auch nur raten, versuche die Todesgedanken durch positive zu ersetzen, auch wenns schwer fällt, versuch Täglich raus zu gehen, denn gerade im Winter ist man anfällig für sowas, wegen dem Vitamin-D Mangel. Ich drück dir die Daumen, dass du es bald überstanden hast! Aber wird schon!;-)
    Antwort
  • Melbi78
    Powerclubber (93 Posts)
    Kommentar vom 13.01.2010 18:13
    Hallo Mami_24!
    Danke für Deine aufbauenden Worte. Ich muss sagen, dass es heute auch schon was besser geht als gestern. Langsam wachse ich in die Rolle der Mutter rein und das Stillen klappt immer besser. Heute habe ich mich mal nackt mit dem Zwerg ins Bett gelegt. Diese Nähe tat mir sehr, sehr gut. Und ich habe mal vor Glück geweint. Das war ein sehr schönes Gefühl. Ich kann aber nicht sagen, dass ich alle Ängste und Sorgen schon überwunden habe. Manchmal kommt es immer noch über mich und ich möchte aus mir heraus. Aber wahrscheinlich ist es genauso wie Du sagst, ich muss einfach Geduld mit mir und der neuen Situation haben. Vielleicht gehe ich morgen wirklich mal vor die Tür. Letzte Woche Mittwoch hatte ich den Kaiserschnitt und bis auf dem Weg nach Hause war ich seit dem nicht mehr vor der Tür, dabei bin ich eigenltich ein sehr aktiver Mensch.
    Aber es ist schön zu wissen, dass ich mit solchen Gefühlsschwankungen nicht alleine bin. Dachte echt schon, dass ich einen an der Klatsche habe. So kenne ich mich halt so gar nicht.

    Danke, dass Du mir Deine Erfahrungen mitgeteilt hast!
    Melanie
    Antwort
  • Joan82
    Superclubber (102 Posts)
    Kommentar vom 14.01.2010 07:04
    Ich hatte auch mit dem Babyblues zu kämpfen...ziemlich extrem sogar.
    Ich habe Ende Juli meinen Sohn zur Welt gebracht und fünf Tage später gings los.
    Ich hatte sogar Probleme ihn anzunehmen, hab mich immer wieder gefragt, warum ich eigentlich ein Kind wollte...
    Dann musste ich immer bitterlich weinen, weil er doch ein absolutes Wunschkind war und hab mir Vorwürfe gemacht, weil ich so denke.
    Mein Mann konnte das gar nicht nachvollziehen.

    Ich kann dir nur den Tipp geben, dir jemanden zu suchen, der dasselbe durchgemacht hat und dich versteht. Bei mir ist meine Mutter gekommen und eine Woche geblieben.
    Du kannst mir auch gerne schreiben, wenn du sonst in deinem Umfeld niemanden hast. Aber bitte such dir Hilfe, es ist wirklich schwer diesen Kreislauf alleine zu durchbrechen.

    Ganz liebe Grüße,
    Saskia
    Antwort
  • Melbi78
    Powerclubber (93 Posts)
    Kommentar vom 14.01.2010 09:29
    Tja, ich bin die erste Mutter in meinem Freundes- und Bekanntenkreis und mit meiner Mama kann ich darüber nicht reden. Als ich in der Schwangerschaft über den Babyblues gelesen habe, hat sie das nur belächelt. Mein Mann steht mir sicherlich zur Seite, aber ich merke auch, dass ihn mein "Zustand" schon sehr belastet. Und verstehen kann er mich nicht. Wie auch? Selbst ich bin mir ein Buch mit sieben Siegeln. Jetzt sitze ich hier, habe die Nacht gerade mal 5 Stunden geschlafen, wenn überhaupt, und zwinge mich zum Frühstücken und eigentlich könnte ich schon wieder heulen.

    Ich bin davon ausgegangen, dass man nach der Geburt des Kindes einfach nur glücklich ist. Sicherlich habe ich auch glückliche Momente, aber zwischendurch rutsche ich immer wieder in ein Tief ab.

    @Julia
    Danke für die Tips. Ich werde die mal beherzigen. Vielleicht sollte ich auch wirklich mal vor die Tür gehen, aber das Wetter lädt nicht gerade dazu ein. Einen Balkon habe ich auch. Vielleicht reichen dort schon ein paar Minuten um Sauerstoff und neue Energie zu tanken.

    @Saskia
    Leider habe ich nicht das Glück, dass ich mich meiner Mutter anvertrauen kann. Ich habe mich ein stückweit meiner Hebamme geöffnet. Die Gespräche taten auch schon ganz gut. Dennoch habe ich das Gefühl, dass ich alleine mit meinen Sorgen und Ängsten darstehe. Hast Du vielleicht auch noch ein paar praktische Tips, die ich umsetzen kann. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass man irgendwie gegen diese Heulerrei und Ohnmacht ankämpfen kann.

    Eure
    Melanie
    Antwort
  • Mami_24
    Very Important Babyclubber (837 Posts)
    Kommentar vom 14.01.2010 10:33
    Hallo Melanie!
    Tut mir leid, dass es dir heute wieder nicht so gut geht, aber lass trotzdem den Kopf nicht hängen! Das wird schon wieder!! Und genau das ist der springende Punkt, auch wenn dir nicht danach ist, "zwing" dich einfach vor die Tür zu gehen! Denn wenn man sich dem Gefühl erstmal richtig hingibt, ist es schwer da wieder raus zu kommen. Man sollte aktiv bleiben, damit man nicht die Gelegenheit hat sich da reinzusteigern, verstehst du was ich meine? Ich habe auch erst nicht verstanden, was da mit mir los ist, meine Mutter kannte das aber und so hatte ich zum Glück immer eine Anlaufstelle. Mein Mann konnte das auch nicht verstehen, er war aber trotzdem für mich da, ich hatte Angst das irgendjemand zu mir sagen würde, stell dich nicht so an! Wenn man das nämlich selber nicht erlebt hat, ist es schwer das zu verstehen. Aber du siehst, du bist nicht die Einzige und irgendwann wurde es bei uns allen wieder besser! Mir hat es wie gesagt geholfen, mich abzulenken, damit man gar nicht erst groß zum grübeln kommt. Und Gesellschaft und halt darüber reden. Wenn du so keinen hast mit dem du reden kannst, wir sind ja auch noch da! ;-) Und ich glaube man fühlt sich auch besser von denen verstanden, die das selber erlebt haben. Deiner Hebamme oder deinem FA kannst du dich aber auch ruhig anvertrauen, die sind ja schließlig vom Fach was das betrifft und vielleicht haben die ja noch ein paar Tipps für dich.
    Antwort
  • Melbi78
    Powerclubber (93 Posts)
    Kommentar vom 14.01.2010 17:56
    Es tut wirklich gut mit Dir darüber zu reden. Endlich fühle ich mich mal verstanden. Nicht, dass mir meine Hebamme nicht zu hört, aber irgendwie ist es was anderes, wenn man mit jemanden darüber spricht, der das selber schon mal durchlebt hat. Danke fürs zuhören.

    Ich war heute sogar vor der Tür, zwar nicht ganz freiwillig, aber es tat echt gut. Der kleine Mann musste zum Kinderarzt. Nichts wildes. Der Zwerg ist ein bisschen Gelb, das muss im Auge behalten werden. Deswegen müssen wir morgen gleich noch mal zum Kinderarzt. Somit bin ich morgen schon wieder an der frischen Luft.

    Ja, jeden Tag ein bisschen besser, das wäre schön. Gestern hatte ich einen echt schönen Tag, heute find er wieder mit gedrückter Stimmung an, aber jetzt sieht die Welt schon wieder etwas besser aus. Vielleicht fehlt mir einfach auch nur eine ordentliche Portion Schlaf, ganz bestimmt sogar. Vielleicht geh ich heute mal was zeitiger ins Bett. Hilft vielleicht auch schon Wunder.

    Wie lange hat der Babyblues bei Dir angehalten?

    LG
    Melanie
    Antwort
  • Mami_24
    Very Important Babyclubber (837 Posts)
    Kommentar vom 14.01.2010 19:37
    Also nach ca. 2 Wochen war bei mir das schlimmste überstanden, von da an wurde es immer seltener mit den Heulattacken und der schlechten Stimmung. Ganz überstanden war es aber erst nach ca. 6 Wochen, also von da an habe ich mich wirklich wieder "normal" gefühlt und war nicht mehr so übersensibel! Das hat bei mir also etwas länger gedauert, das heißt jetzt aber nicht das es bei dir auch so sein muss! Nach meiner zweiten Geburt war zum Glück alles gut, hatte während der Schwangerschaft nämlich schon leichte Panik, das es wieder kommt, aber diesmal wurde ich verschont vom Babyblues! Trotzdem kann ich mich an damals noch gut erinnern, war wirklich keine leichte Zeit und ich bin heute noch traurig, dass ich diese Zeit nicht mehr genießen konnte. Aber so ist das nun mal, dafür wurde es danach umso schöner mit meiner Tochter!:-) Ja der Schlafmangel, das ist auch immer so ein Thema. Ich habe nicht gestillt, deswegen konnte mein Mann mich ein paar Nächte ablösen, darüber war ich auch immer sehr froh. Da du ja stillst, würde ich wirklich mal früher ins Bett gehen oder vielleicht am Tag, wenn dein Kleiner länger schläft, dich auch noch mal hinlegen. Und wie LilysMami schon sagte, lass dir im Haushalt helfen, versuch allegemein dich nicht zu stressen. Finde ich gut, dass du wieder vor die Tür gehst, ist doch ein ganz anders Gefühl, wenn man auch mal wieder das "normale" Leben, außerhalb der eigenen 4 Wände, spürt oder? Das lenkt nämlich auch gut von von unerwünschten Gedanken ab!:-) Du kannst dich jederzeit weiterhin an mich wenden!
    Antwort
  • Joan82
    Superclubber (102 Posts)
    Kommentar vom 15.01.2010 16:44
    Hallo Melanie,
    mir hat es sehr geholfen, möglichst schnell wieder in einen normalen Rhythmus zu kommen. Heisst, als erstes duschen und frühstücken und dann startet der Tag.
    Ich bin jeden Tag mit meinem Kleinen an die frische Luft gegangen, um unter Leute zu kommen.

    Bei mir hat die akute Phase zwei Wochen gedauert, danach hatte ich immer mal Ausfälle, wenn mir alles zu viel wurde. Aber es wird besser, versprochen.
    Und mir ging es vorallem dadurch besser, dass ich meinen Zustand für mich akzeptiert habe. Wenn mir zum Heulen war, dann hab ich geheult und einfach alles rausgelassen. Vorallem aber darfst du dir keine Vorwürfe für deine Gedanken und Emotionen machen.
    Das ist schwer, aber du schaffst das.

    Und wenn dir das Schreiben hier im Forum hilft, dann behalte das bei, wir sind für dich da.

    LG Saskia
    Antwort
  • Melbi78
    Powerclubber (93 Posts)
    Kommentar vom 17.01.2010 20:09
    Ich kann immer wieder nur sagen, dass ich dankbar bin, dass ich bei Euch so gute Zuhörerinnen gefunden habe.

    Sicherlich habt Ihr Recht, dass zu dem Stimmungsschwankungen der Schlafmangel dazukommt. Manchmal könnte ich einfach vor Müdigkeit heulen. Leider ist man dann aber nicht immer in der Lage genau dann zu schlafen und abzuschalten, wenn der Zwerg gerade schläft. Das muss ich für mich wohl auch noch lernen. Aber zumindest für tagsüber fangen wir gerade an einen Tagesrythmus zu entwickeln, d. h. feste Stillzeiten und somit für mich auch feste Zeiten fürs Essen und fürs Duschen. Klappt zwar nicht immer hundertpro, aber langsam habe ich das Gefühl, dass mein Leben wieder etwas organisierter ist. Sicherlich habt Ihr auch Recht, dass ich mir mehr helfen lassen muss, aber dann habe ich gleich wieder ein schlechtes Gewissen und das Gefühl, dass ich als Mutter und als Ehefrau versage. Verrückt, was? Mein Mann sagt immer, dass ich mir selber viel zu viel Stress mache. Aber ich kann schon sagen, dass es mir heute - eine Woche nach der Entlassung aus dem Krankenhaus - schon besser geht. Sicherlich habe ich immer noch Heulphasen zwischen durch, aber ich kann die restliche Zeit mehr genießen. Ich versuche mich auch immer mehr damit abzufinden, dass ich per Kaiserschnitt entbinden musste. Sicherlich versuche ich mich vom Babyblues abzulenken, auf der anderen Seite versuche ich mich mit meinen Gefühlen und Ängsten auseinander zusetzen. Ob das der richtige Weg ist? Manchmal bin ich mir sicher, dass das so ist und im nächsten Moment fühle ich mich wieder total überfordert und stehe vor einem riesen großen Berg.

    Hattet Ihr in der Phase auch manchmal Zweifel, ob Ihr Euer Kind genug liebt?

    Ich bin super glücklich mit dem Zwerg, aber die ersten Tage nach der Entbindung waren doch so ganz anders als ich es mir vorher erträumt habe. Ich hatte durch den Kaiserschnitt so viele Schmerzen, dass die Geburt leider auch negativ behaftet war. Könnt Ihr das verstehen? Die ersten Tage habe ich wie durch eine Nebelwand wahrgenommen. Ich liebe mein Kind. Aber manchmal glaube ich, dass das Gefühl größer sein müsste. Aber ich könnte den Kleinen den ganzen Tag drücken und knuddeln. Aber manchmal denke ich, dass irgendwas fehlt. Vielleicht könnt Ihr das verstehen?

    Danke fürs zuhören!

    Eure Melanie
    Antwort
  • Joan82
    Superclubber (102 Posts)
    Kommentar vom 18.01.2010 10:13
    Hallo Melanie,
    schön, dass es dir schon ein wenig besser geht. Klingt ganz so als wenn du auf einem guten Weg bist!

    Ich kann dich so gut verstehen. Das war ja mein größtes Problem, ich habe nach der Geburt auf einmal die Entscheidung zum Kind hinterfragt, hatte Probleme meinen Sohn anzunehmen, war froh wenn ich mich nicht um ihn kümmern musste. Ich hab ihn auch lieb gehabt und mir das auch immer wieder gesagt, aber ich hatte auch den Eindruck irgendwas fehlt und er würde das merken.
    Mein Mann hat mir dann auch immer gasagt, ich würde das alles ganz toll machen und der Kleine hätte doch alles, aber irgendwie konnte ich das zu dem Zeitpunkt nicht sehen und hab mir Vorwürfe gemacht.
    So böse es klingt, hätte mir in den ersten zwei Wochen jemand Geld für meinen Kleinen geboten, ich hätte wahrscheinlich gesagt, den kannst du umsonst mitnehmen...

    Glaub mir, solche Gedanken hat wohl jede frischgebackene Mutti durch - und deswegen bist du weder eine schlechte Mutter noch liebst du dein Kind weniger!!!

    Jeder Tag ist ein Schritt in die richtige Richtung und wenn dein Kleiner dich das erste Mal anlacht, wirst du an die ersten Schwierigkeiten keinen Gedanken mehr verschwenden...
    Antwort
  • Melbi78
    Powerclubber (93 Posts)
    Kommentar vom 18.01.2010 14:06
    Es macht mir Mut zu lesen, dass es Dir im Bezug auf die Muttergefühle ähnlich erging wie mir. Mein Mann bestätigt mich auch immer wieder in meinem Tun. Aber man stellt sich vor der Geburt alles so perfekt vor und dann kommt man in der Realität an und muss feststellen, dass es doch nicht so "toll" ist wie man sich das erträumt hat. Verrückte Welt.

    Hast Du heute immer noch das Gefühl, dass Dir irgendwas fehlt, wenn Du Dein Sohn anschaust?

    Hast Du auf natürlichem Weg entbunden? Glaubst Du, ob das eine Rolle dabei spielt, ob man sein Kind schneller annehmen kann oder nicht? Manchmal kann ich nicht begreifen, dass es mein Kind ist. Das er in mir war. Es ist ein Wunder.

    LG
    Melanie
    Antwort
  • Mami_24
    Very Important Babyclubber (837 Posts)
    Kommentar vom 19.01.2010 09:24
    Auch da kann ich mitreden, besonders dieses Gefühl, dass man sich nicht vorstellen kann, das es das selbe Kind ist, was man im Bauch hatte, kenne ich! Ich fand meine Tochter auch von Anfang an unwiederstehlich süß und hatte sie auch lieb, aber ich habe auch bezweifelt, ob das wahre Muttergefühle sind. Ich habe dann öfter gehört, dass sich dieses Gefühl nicht auf Knopfdruck einschalten lässt, das es halt wachsen muss und genauso war es dann auch! Nach ein paar Monaten war sie dann mein ein und alles, ich habe eine seeehr enge Bindung zu ihr und wenn ich an damals zurück denke, habe ich ihr gegenüber so ein schlechtes Gewissen! Obwohl ich weiß, dass ich nichts dafür konnte, trotzdem fühlt man sich als Rabenmutter. Also keine Sorge, das Gefühl kommt auf jedenfall noch und heute vermisse ich mein "altes" Leben auch gar nicht mehr, könnte nie ohne meine Tochter leben wollen, ohne meine beiden Kinder!;-) Bei meinem Sohn war das Muttergefühl sofort da, kaum als er aus mir raus war! Tja so unterschiedlich ist das eben.
    Antwort
  • Simone87
    Superclubber (327 Posts)
    Kommentar vom 19.01.2010 09:49
    Oh Mädls, liebe Melanie,

    ich kann dich soo gut verstehen..
    Mir gings ähnlich, mein Kleiner Mann kam auch per KS im Oktober zur Welt und ich konnte die Tage im KH überhaupt nicht schlafen.. Ich war so durch den Wind, lag nachts wach im Bett und hab geweint.. Ich wollte nicht einschlafen, ich hatte Angst, dass ich ihn nicht höre, wenn er wach wird oder er plötzlich zu Atmen aufhört...

    Ich hab ihn dann noch im KH eine Nacht weggeben und hab fast 15 Std. durchgeschlafen. Das tat mir gut und ich hatte wieder Kraft um voll für ihn dazusein.

    Zu Hause wars dann auch schwierig, ich hatte ihn erst bei uns im Schlafzimmer im Stubenwagen, aber dann hatte ich wieder die ganze Nacht wach an seinen Bettchen gesessen und gehofft, dass es ihm gut geht..
    Irgendwann hat mein Freund beschlossen, dass wir ihn "ausquattieren" und er in seinen Zimmer schläft, wir haben die Türen nebeneinander, hab die Türen offen gelassen und plötzlich konnte ich wieder schlafen und der Kleine wahrscheinlich auch viel besser...
    Ich hab seitdem keinen Angst mehr, dass irgendwas passiert...

    @Juilia: Deine Gdanken kenne ich, mich nervt es auch manchmal, dass man sooo viel mitschleppen muss, bis man endlich los kann und kaum ist man in der Stadt, gehts schon los.. Draußen so kalt, drinnen so warm :(
    Aber ein Einzelkind ist doch auch nicht schön :)

    Meine Schwägerin sagt, sie hatte die Gedanken bei jeden Kind und jetzt sinds plötzlich 4 ;) Und die werden auch groß und dann ist alles wieder vorbei :)

    Lg Simone mit Lukas :)
    Antwort
  • Joan82
    Superclubber (102 Posts)
    Kommentar vom 19.01.2010 10:10
    Mittlerweile würde ich meinen kleinen Sonnenschein für nichts in der Welt eintauschen, aber es hat gebraucht. Ich musste erst gelassener werden, alles musste sich einspielen, das dauert halt.
    Und es wird immer besser. Mittlerweile schläft Tim schon 11 Stunden nachts, noch nicht ganz am Stück, aber meist meldet er sich nur noch 1-2 Mal. Das ist schon viel wert...
    Ich weiß nicht, ob es einen Unterschied macht, ob man normal oder per KS entbunden hat. Ich hab zwar auf natürlichem Weg entbunden, aber die Nabelschnur war zu kurz und deswegen haben sie ihn per Saugglocke direkt mit Plazenta rausgezogen. Ich war nach drei Stunden Presswehen viel zu fertig, mein Mann durfte die Nabelschnur nicht durchschneiden und der Kleine brauchte dringend Sauerstoff. Hatte ich mir auch irgendwie anders vorgestellt, so mit Baby im Arm glückselig lächelnd den ersten Besuch empfangen...Pustekuchen...
    Weiß nicht, obs daran liegt. Fand die Geburt jetzt auch trotzdem nicht schlimm oder so, ist aber irgendwie auch total an mir vorbei gelaufen.

    Ich glaube beim zweiten wirds leichter, weil sich dann nicht das gesamte Leben verändert, nur das Erste krempelt alles um...
    Wir wollen noch ein zweites, also muss es wohl besser geworden sein.
    ;-)

    LG Saskia
    Antwort
  • Melbi78
    Powerclubber (93 Posts)
    Kommentar vom 19.01.2010 10:59
    Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass es so vielen Müttern ähnlich wie mir geht. Eigentlich ein Thema über das auch nicht gesprochen wird. Fragt man jemanden nach der Geburt und nach der Zeit danach wird immer alles als perfekt dargestellt. Und wenn man dann feststellt, dass es bei einem anders ist, fühlt es sich noch falscher an als vorher gedacht.

    Aber es ist schön zu hören, dass es mit der Zeit immer besser wird. Und das sich die Muttergefühle mit der Zeit einstellen werden. Ich trau mich gar nicht über meine Sorgen und Ängste mit meiner Familie zu sprechen, weil ich weiß, dass dafür kein Verständnis aufgebracht wird. Hormonumstellung, Babyblues ... alles Schwachsinn. Somit bekomme ich nur von Euch und meinem Mann unterstützung. Hier zu Hause vor dem Rest der Welt versucht man die heile Welt vorzuspielen. Das kann zusätzlich anstrengend sein.

    Ob ich ein zweites willl? :) Muss erst einmal mit dem ersten Kind und der Situation klar kommen. Und mein Baby kennen lernen. Im Moment ist der Zwerg noch ein Buch mit 7 Siegeln für mich. Ob sich das jemals ändert?

    Leider ist das Wetter heute nicht so schön. Waren die letzten zwei Tage deswegen schon nicht vor der Tür. Hatte so auf heute gehofft. Kann nicht endlich der Frühling kommen ...

    LG
    Melanie
    Antwort
  • Simone87
    Superclubber (327 Posts)
    Kommentar vom 19.01.2010 12:35
    Hey Melanie,

    ich machs jetzt bei so nem Wetter wie heut so, dass ich den kleinen Mann anziehe und in seinen Kinderwagen packe und raus auf die Terasse stelle..
    Dann hat er frische Luft und ich kann 2-3 Std. ruhig etwas im Haushalt erledigen :)

    Wenn du nen Balkon oder Terasse hast, wärs ne Option und du hast wieder bisl Zeit für dich?

    LG
    Antwort
  • Joan82
    Superclubber (102 Posts)
    Kommentar vom 20.01.2010 09:48
    @Melanie:
    Da hast du recht, das Thema wird zumindest selten konkret behandelt. Ich hab im Freundes- und Bekanntenkreis auch nicht jedes Detail erzählt. Es wussten alle, dass ich noch mit der Hormonumstellung zu kämpfen hab, da drunter hat sich dann wahrscheinlich jeder was anderes vorgestellt.
    Wirklich Bescheid gewusst haben bei mir nur mein Mann und meine Eltern.
    Man mag das ja auch nicht jedem erzählen, weil man nicht weiß wies aufgenommen wird. Wie du schon sagtest, dass du in deiner Familie da auf Unverständnis stößt, leider. Man macht sich irgendwie ja schon selber Vorwürfe und hat dann Angst, dass andere einen für ne schlechte Mutter halten, jedenfalls war das bei mir so.

    Und bald wirst du auch raushören, was dein Kleiner möchte. Bei mir hat das auch lange gedauert, aber mittlerweile weiß ich gleich, was er will.
    Aber dein Sohn ist ja auch noch klein, im Moment beschränkt sich da noch das meiste auf Hunger oder Blähungen, wenn er die Hose voll hat, riecht man das ja wahrscheinlich recht schnell ;-)
    Mach dir keine Sorgen, ich bin mir sicher, deinem Kleinen gehts prächtig und er entwickelt sich gut. Und du wirst mit der Zeit auch ruhiger werden und damit auch selbstsicherer.

    Ganz liebe Grüße,
    Saskia
    Antwort
  • Melbi78
    Powerclubber (93 Posts)
    Kommentar vom 25.01.2010 17:35
    Hallo Mädels!

    Wollte mal wieder von mir hören lassen, nachdem Ihr mich so toll durch den Babyblues begleitet habt. Ohne Euch wäre mir die Zeit sicherlich viel, viel schwerer gefallen. Es geht mir viel, viel besser. Sicherlich bin ich teilweise immer noch recht nah am Wasser gebaut, aber das führe ich teilweise auf meine Müdigkeit zurück. Der Kleine schläft in der Nacht - wenn ich Glück habe - drei bis vier Stunden durch, aber häufiger ist es, dass der Zwerg alle zwei Stunden kommt. Und so schön die Zeit mit meinem Sonnenschein-Baby ist, genauso anstrengend ist es. Naja, zumindest der Nebel mit der schlechten Dauerstimmung ist verflogen und darüber bin ich schon mal echt froh. Ihr habt echt Recht gehabt, jeden Tag geht es ein Stück besser.

    Echt schlimm, dass wir uns sooft vor anderen rechtfertigen, was? Ich habe auch immer Angst, dass ich als schlechte Mutter dastehe. Außerdem fällt es mir manchmal schwer die richtige Entscheidung zu treffen, weil ich nicht weiß, was die richtige Entscheidung ist. Die Einen sagen so, die Anderen sagen so. Schlimm. Das mit dem Stillen klappt immer besser. Aber auch hier stehe ich zwischen Wecken und Schlafen lassen. Naja, die ganz normalen Probleme einer frischen Mutter. :)

    Ich hoffe, dass ich meinen Sohn ganz, ganz schnell kennenlerne.

    Es grüßt Euch
    die Melanie
    Antwort
  • lilli13
    Superclubber (451 Posts)
    Kommentar vom 29.01.2010 16:06
    hallo melanie, erstmal liebe glückwünsche zum söhnchen! wie geht es dir inzwischen? ich kann dir sehr gut verstehen..
    ich habe vor 7 wochen meine kleine tochter marie zur welt gebracht und mir ging es die erste zeit auch nicht so gut. ich habe oft grundlos geweint. ich hatte problem damit, dass mein bauch leer und "leblos"war. konnte nicht verstehen, dass die kleine das baby ist, was in meinem bauch war. verrückt, aber so war es..
    dazu kam auch, dass meine entbindung ein eher weniger schönes erlebnis war und ich ziemlich lange körperlich lädiert war. mittlerweile geht es mir wieder gut und ich bin sehr glücklich.
    ich hoffe, es geht dir auch bald wieder richtig gut! wünsche dir alles gute! liebe grüße, katja
    Antwort
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