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Wie kann man junge Mütter besser über das Stillen informieren? -> ein Designprojekt für die Uni

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  • Eintrag vom 17.05.2011 23:57
    Hallo an alle Mütter, die die es bald werden oder alle die mir mit Erfahrungen und Informationen helfen möchten oder können !

    Ich bin Studentin und arbeite im Moment an einem Uniprojekt zum Thema Säuglingsnahrung. Ganz besonders ist es mir wichtig, Müttern das Stillen näher zu bringen.
    Denn durch meine Recherche-Ergebnisse bin ich sehr darüber erstaunt wie viele Nachteile Muttermilch-Ersatzprodukte doch haben. (nur ein kleines Beispiel:
    bei Stiftung Warentest z.B. bekamen fast alle "Anfangsmilchprodukte" die Note mangelhaft aufgrund schädlicher Stoffe)

    Meine Frage nun:
    Wird in dem Bereich Stillen schon genug Aufklärungsarbeit getätigt? Gibt es etwas was ihr euch als Mütter gewünscht hättet in dem Bereich als Unterstützung? Wurdet ihr genug informiert durch Broschüren und Tipps? Kommt man als Mutter einfach an kostenloses Informationsmaterial oder fühlt man sich alleine gelassen?

    Ich erhoffe mir durch diese Umfrage hier Anregungen zu bekommen, was man in dem Bereich Aufklärung und Informationsmaterial verbessern kann.
    Ich habe auch schon mit Hebammen und Krankenhäusern gesprochen, aber wichtig war es mir zusätzlich die Mütter selbst als Ansprechpartner für Verbesserungen zu haben.
    Ich bin selber keine Mutter und kann mich daher kaum in die Situation hineinversetzen in der man ist wenn man vor der Frage steht "stille ich oder nicht". Und was einem in genau dieser Frage und diesem Moment weiterhilft.

    Also, was würdet ihr euch wünschen, in welchem Bereich besteht Verbesserungsbedarf in Bezug auf die Informationen und die Hilfe die Mütter bekommen.

    Vielen Dank im Voraus für eure Antworten
    Kathrin
    Antwort
  • Kommentar vom 08.06.2011 04:15
    Hallo Kathrin,

    toll, dass du dich mit diesem Thema an der Uni beschäftigst! In welchem Fachbereich studierst du? Geht es hier eher um Medizin oder mehr die soziologischen Aspekte?
    Ich bin Mutter von 4 Kindern (alle gestillt), die aber mittlerweile schon etwas älter sind. Außerdem bin ich Stillberaterin bei LLL. Je nachdem, wie sich deine Arbeit entwickelt: nimm doch mal Kontakt zum Vorstand bei LLL (www.lalecheliga.de), AFS (www.afs-stillen.de) und zum Verband der IBCLCs auf (www.stillen.de). Ich denke, dass es sehr interessant wäre zu erfahren, wo es in der Informationskette "klemmt".
    Als Stillberaterin höre ich immer wieder solche Geschichten wie die von mandellos: schon die Stillberatung im KH wird oft als nicht hilfreich oder widersprüchlich empfunden, Hebamme oder Kinderarzt / -ärztin verunsichern je nach Ausbildung und eigener Einstellung zum Stillen noch weiter. Die betreffende Mutter muss also schon einiges an Eigeninitiative mitbringen (wie im Beispiel von mandellos), damit ihr bei Problemen weitergeholfen wird. Je nach Wohngegend wird aber auch das schwierig, wir haben nämlich in Deutschland (noch?) kein flächendeckendes Netz an Stillberaterinnen und Stillgruppen.

    Ich stehe auch gerne für Fragen zur Verfügung.
    LG, Andrea
    Antwort
  • Kommentar vom 11.10.2011 17:18
    Hallöchen!
    Toll, dass du dich für das Stillen einsetzen möchtest, das ist sicher auch nötig, denn es stillen leider nach wie vor nur wenige Mütter ausreichend lange (nach 6 Monaten nur noch 20% obwohl alle Kinder die ersten paar Jahre Milch brauchen, und zwar Muttermilch und kein künstliches Milchpulver von Kühen).

    Die allermeisten dieser Mütter wollen eigentlich stillen, aber meist wird zu früh abgestillt, weil die Mütter schlecht informiert sind und sich einreden lassen, sie hätten zuwenig Milch oder sie könnten nicht stillen. Dabei kann jede Mutter stillen (bis auf ganz wenige medizinische Gründe wie Drogenkonsum, AIDS etc.)
    Auch gibts Ammenmöärchen, dass gestillte Kinder schlechter durchschlafen, mehr Aufwand machen...

    Woran liegts und was könnte man ändern?

    Meiner Erfahrung nach liegt das Problem daran, dass schon Schwangere zu schlecht informiert sind, denn die Probleme treten meist direkt nach der Entbindung auf, weil Krankenhäuser oft zu Stillhütchen, Abpumpen, Zufüttern etc raten und Müttern einreden, sie hätten zu wenig Milch oder aus Bequemheit behaupten bei einer Brustentzündung, Frühgeburten etc. könne man nicht stillen.

    Wenn du helfen möchtest, könntest du in Frauenarztpraxen schon Informationen über ansässige Stillcafes (z.B. AFS-Stillgruppen, die es deutschlandweit gibt) verteilen, denn natürlich sind dort auch Schwangere und deren Partner eingeladen. Sind diese Frauen schon vor der Geburt gründliche informiert, lassen sie sich in der Klinik bestimmt weniger reinreden.

    Liebe Grüße
    Mama24
    AFS-Stillberaterin
    Antwort
  • Kommentar vom 29.11.2011 22:04
    Hallo Kathrin,

    ich hoffe, Dein Thema ist überhaupt noch aktuell?

    Also aus meiner Sicht müsste vor allen Dingen folgendes verändert werden:

    Dieses blöde romantische Bild von der stillenden Frau, die glücklich vor sich hin lächelt mit ihrem schmatzenden Baby im Arm, das muss gestrichen werden. Denn die Realität sieht in den ersten Wochen in bestimmt 90%aller Fälle anders aus!!! Alle haben mir erzählt, wie natürlich und wichtig das Stillen ist, aber keine meiner Geschlechtsgenossinnen hat wunde Brustwarzen, Milchstaus oder Brustentzündungen erwähnt. Auch keine der Hebammen. Ich weiss, dass sie nichts davon erwähnt haben, weil sie Angst hatten, dass ich es sonst gleich lasse, aber ich denke, das ist nicht der richtige Weg und unterschätzt die Frauen, die ja heutzutage zur Mehrheit wissen, wie gut und wichtig das Stillen für Ihr Kind (und sie selber) ist.

    Es ist wichtig den Frauen vorher zu sagen, dass es ein harter Kampf sein kann zu stillen.
    Dass viele andere Frauen Probleme und Schmerzen haben in der ersten Zeit.
    Dass Stillen zwar irgendwie natürlich ist, aber dass Mütter es erst lernen müssen.
    Dass sie sich informieren sollen über Anlegetechnken, Problemvermeidung und an wen sie sich im Problemfall wenden können.
    Dass sie sich mit anderen Frauen zusammen schliessen und austauschen sollten, damit nicht jede nach der Geburt ihres ersten Kindes alleine zuhause sitzt und mit erschrecken feststellt, dass Meilen zwischen dem romantisierten Stillklischee und ihr selber liegen.

    Denn das setzt viele Frauen so unter Druck, dass sie dann wirklich aufgeben oder sich zumindest alleine oder verarscht fühlen. Auch dieses "Jede Frau kann stillen" ist bestimmt richtig und auch gut gemeint. Übt aber meiner Meinung nach auch Druck auf die Frauen aus und ist damit insgesamt nicht der richtige Weg.

    Ich finde der Aufklärung uber das Stillen fehlt die Nüchternheit Probleme zu benennen um Frauen zu animieren sich vorher zu informieren und gegen diese Probleme zumindest mental gewappnet zu sein. Und der Humor. (Positives Beispiel für Kampagnen mit Humor hier die AIDS-Kampagne)

    Aronla (die hier nach einem harten Kampf, glücklich vor sich hinlächelnd ihr schmatzendes Baby stillt - denn natürlich ist dieses Bild nicht unwar, aber dann wenn Frauen die Entscheidung zum Stillen oder nicht Stillen treffen, hilft es ihnen nicht weiter)
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