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Sternenkind -Tod durch Nabelschnurknoten

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  • Nandini
    Gelegenheitsclubber (14 Posts)
    Eintrag vom 06.04.2016 22:14
    Hallo, ihr trauernden Eltern!
    Es ist nun 8 schwere, lange Wochen her, dass ich unseren heißgeliebten und sehr ersehnten Kasimir tot geboren habe. Das tragische an der ganzen Sache war, dass es 2 Tage vor dem eigentlichen Geburtstermin passiert ist und ich ein ganz schlechtes Gefühl hatte, da sonst immer sehr aktive Bewegungen in meinem Bauch zu spühren waren und plötzlich nichts mehr. Die ganze Schwangerschaft über war alles i.O. !!! Habe jeden Kontrolltermin bei der FÄ wahrgenommen. Nichts Auffälliges, alles normal!!!
    Es war eine tolle Schwangerschaft, wenn gleich ich auch kleine Zipperlein wie starkes Sodbrennen hatte.
    Wir haben uns doch so sehr auf unseren kleinen Schatz gefreut. Wir hatten uns alles so schön ausgemalt, alles war vorbereitet und wartete nur noch auf diesen kleinen Zwerg...
    Leider tickt meine biologische Uhr (40 !!!). Ich würde so gern noch einmal eine Schwangerschaft erleben dürfen.... Fragen über Fragen... klappt es noch einmal ??? Wann ist der richtige Zeitpunkt? Wie übersteht man so eine SS, wenn es in der davor zu solch einem tragischen Ereignis gekommen ist? Packt man das psychisch überhaut? Hat das Auswirkungen auf das Baby? usw...
    Ich weiß, dass eine erneute SS und ein Baby kein Ersatz für unseren kleinen Sonnenschein sind, aber die Sehnsucht nach einem Kind, nach diesem schweren Verlust, ist größer denn je.
    Ich versuche etwas Positives aus den Geschehenen zu ziehen. Nämlich, dass uns unser Kasimir es ermöglicht hat, noch eine Schwangerschaft zu erleben und ein Kind zu gebären und das"fest an der Hand" zu haben. Immer in Gedanken an unseren Kasimir.
    Welche Eltern haben das Gleiche erlebt und können mir Mut machen, eine erneute SS zu durchleben?
    Ängste machen sich da sehr breit...
    LG Nandini
    Antwort
  • _E_V_A_
    Very Important Babyclubber (1219 Posts)
    Moderator
    Kommentar vom 07.04.2016 07:28
    Liebe Nandini, das tut mir sehr leid. Ich bin total getroffen das was du geschrieben hast berührt mich sehr.
    Ich wünsche euch jetzt ganz viel Kraft um die nächsten Wochen zu überstehen.

    Beim Wort 'Nabelschnurknoten' wir mir immer noch ganz anders... Mein Großer hatte auch einen echten Nabelschnur Knoten, Gott sei Dank hat er sich den erst unter der Geburt 'zugezogen' und es wurde richtig reagiert als die Herztöne auf einmal weggingen. Es war knapp aber es ist alles gut bei uns. Trotzdem hat mich die Angst davor beim zweiten sehr nervös gemacht.

    Ich kann mir nicht vorstellen das Sowas zweimal geschieht.Trotzdem kann man soetwas nicht ausblenden.Wenn ihr die Kraft habt das startet von neuem, euer Kasimir wird sicher von seinem Stern 🔯 aus auf sein Geschwisterchen aufpassen.

    Alles Liebe
    Eva
    Antwort
  • Trumana
    Very Important Babyclubber (828 Posts)
    Kommentar vom 08.04.2016 13:48
    Hey Nandini,

    unser erster Sohn ist in der 27.Woche gestorben weil die Plazenta sich gelöst hat. Er war topfit und gesund und keiner kann sagen warum das passiert ist, man konnte es eben trotz aller Vorsorgeuntersuchungen und Diagnostik nicht vorhersehen. Das reißt einen den Boden unter den Füßen weg. Trotzdem haben wir jetzt einen gesunden, 2 Jährigen Sohn und die Schwangerschaft u. Geburt verlief traumhaft, ohne Probleme. Als ich damals wieder schwanger wurde habe ich mich bewusst gegen jegliche Tests und zusätzliche Untersuchungen entschieden, weil mir das nur noch mehr Angst gemacht hätte und die sah ich als größtes Risiko dafür, dass wieder etwas schief geht. Ich hab mich auf mein Bauchgefühl konzentriert und bin sehr froh darüber.
    Die Angst dass was passiert, die verschwindet nie, erst recht nicht wenn die Kleinen auf der Welt sind. Mein Sohn erinnert mich jeden Tag an dieses kleine Bündel leben dass wir damals gehen lassen mussten, aber er ist eben auch derjenige der mir die Kraft gibt nicht daran zu verzweifeln.
    Ich wünsche euch ganz viel Kraft!
    Antwort
  • Nandini
    Gelegenheitsclubber (14 Posts)
    Kommentar vom 12.04.2016 11:12
    Liebe Trumana,d anke für deine Antwort und den Mut, den du mir machst! Es tut mir auch sehr leid um dein Kind! Eine Plazentaablösung ist doch auch gefährlich für die Mutti!!! Kann man da nicht innerlich verbluten, wenn es nicht rechtzeitig festgestellt wird? Mir hat mal eine Hebamme gesagt, dass die Ursache für Plazentaablösungen meistens eine zu kurze Nabelschnur sind. Bei mir war sie viel zu lang ( um die 120 cm) normal wären wohl um die 80cm...Ich hatte schon überlegt, beim "nächsten Mal" in eine "Intensivschwangerschaftsberatung" zu gehen... Noch ist es nicht so weit, leider!!!bAber vielleicht hast du recht und man macht sich dadurch auch noch mehr verrückt. Ich habe das Buch gelesen" Gute Hoffnung-jähes Ende" Darin verden Fluch und Segen der frühkindlichen Diagnostiken/ Untersuchungen usw. beschrieben und was soetwas für Auswirkungen" auf die Eltern hat. Ich denke, man wird da auch von der Gesellschaft sehr bedrängt, etwas zu tun... Das ist sehr traurig. Leider bestärken das die meisten Frauenärzte noch, da man im Fall einer "Behinderung" des Kindes ja etwas unternehmen könne... Furchtbar!!!!
    Darf ich dich fragen, ob du deinen Frauenarzt bei deiner 2. Schwangerschaft gewechselt hast??? Ich bin mir nicht sicher, ob ich das noch einmal bei meiner Frauenärztin durchstehen kann. Habe zwar einen letzten Untersuchungstermin wahrgenommen, aber es war da schon komisch und kam alles wieder hoch.Das Vertrauen ist einfach weg, obwohl sie ja nichts dafür kann... Ich habe auch Angst, dass wenn ich wieder ein Kind bekommen würde, ich es nur mit meinem verstorbenem Kind vergleiche. Obwohl es doch ein ganz eigenes Individuum wäre. Wie schwer fällt dir das??? Wie lange habt ihr um euer 1. Kind getrauert? - Blöde Frage ich weiß, der Schmerz hört wohl nie so richtig auf... Wie lange hat es gedauert, bis du wieder schwanger geworden bist? LG und alles Gute für euch! Nandini
    Antwort
  • Trumana
    Very Important Babyclubber (828 Posts)
    Kommentar vom 13.04.2016 07:40
    Mein Körper hat das ganze besser weggesteckt als zunächst vermutet, habe zwar auch viel Blut verloren aber es bestand keine große Gefahr. Die Nabelschnur hatte wohl eine "normale" Länge, also eine wirkliche Ursache konnte man nicht finden. Es gab einfach nur viel schulterzucken.
    Also ich habe meine Frauenärztin nicht gewechselt da ich sie persönlich ganz gut kenne (sie hat früher mit meiner Mutter zusammen gearbeitet), aber sie ist natürlich Schulmedizinerin und wollte wieder das volle Programm bei der 2. Schwangerschaft durchziehen. Aber man kann gut mit ihr reden und ich habe ihr meine Gründe erklären können und sie hat es akzeptiert...klar hatten wir bei manchen Sachen Meinungsverschiedenheiten, z.B. dass ich beim 2. Kind im Geburtshaus gebären wollte passte zunächst gar keinem und ich musste mir viel anhören! Auch meine Hebamme hat zunächst abgelehnt und naja du kannst dir vorstellen dass das nicht einfach war, letztendlich hat es auch nur aus einem Grund geklappt. Letztendlich hatte ich eine entspannte Schwangerschaft ohne irgendwelche Pränataldiagnostik und eine traumhafte Geburt ohne medizinische Technik oder Hilfsmittel. Das war der Weg, der für mich allein der richtige war und das zählt! Du musst den Menschen um dich herum klar machen, was dir wichtig ist, und worin du Unterstützung brauchst.
    Also es gibt schon Momente wo ich mich frage, wie mein erster Sohn wohl wäre...gerade jetzt, wo der Kleine so seinen Charakter festigt und kein Baby mehr ist. Aber wirklich vergleichen kann ich ja nicht, in der Schwangerschaft habe ich das schon eher gemacht. Und trauern werden wir wohl ein Leben lang mehr oder weniger, sowas zu erleben ist nicht zu begreifen und wird einen immer beschäftigen. Ich kann dir sagen es wird vielleicht nicht unbedingt besser mit der Zeit, aber anders.
    Naja nachdem das passiert ist, hatte ich eigentlich gesagt ich will das nie wieder erleben, das war es für mich mit schwanger werden...ich hatte mich dann erstmal auf andere Dinge konzentriert, auch einfach um das irgendwie zu verarbeiten. es kam dann irgendwann eine Phase in meinem Leben wo die Dinge ganz gut liefen und dann haben wir entschieden es nochmal zu versuchen und es klappte nach 2 Monaten. Zwischen der Totgeburt und der 2. Schwangerschaft liegen 1,5 Jahre.
    Antwort
  • Nandini
    Gelegenheitsclubber (14 Posts)
    Kommentar vom 28.04.2016 20:25
    Liebe Eva, danke für dein Mitgefühl! Wusstest du schon vor der Geburt, das dein Kind einen Nabelschnurknoten hat?
    Ich dachte immer, diese Knoten entstehen meistens in der Frühschwangerschaft, weil sich die "Zwerge" noch frei bewegen können... Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass mein Kleiner sich den Knoten so kurz vor der Geburt (reingeturnt) hat... Es schmerzt immer noch sehr. Ich habe auch schon viele Bücher gelesen. Das letzte war "Totgeburt weiblich". Ein sehr interessantes Buch. Das Nachwort hat mich innerlich noch mehr erschüttert. Da kam dann die ganze "medizinische Wahrheit" ans Licht. Alle sagen immer... "er hat so friedlich ausgesehen"... in Wahrheit sterben diese "unterversorgten Kinder" qualvoll!!! Durch die Unterversorgung platzen die Adern und die Babys verbluten innerlich... und dann merken die meisten Babys, dass eine Notsituation eintritt, wo die Mutter sie quasi nicht mehr versorgt. Sie beginnen von selbst zu atmen und atmen das Fruchtwasser ein.Also "ertrinken" sie auch noch... Diese Vorstellung hat bei mir den absoluten Weinkrampf ausgelöst. Verzweiflung pur... keiner konnte helfen... Ich kann nur hoffen, dass mein Kasimir wirklich nichts gemerkt hat und doch friedlich von uns gegangen ist...Begreifen werde ich das wohl nie...
    Antwort
  • _E_V_A_
    Very Important Babyclubber (1219 Posts)
    Moderator
    Kommentar vom 28.04.2016 20:54
    Liebe Nandini, das hört sich ja furchtbar an! Oh gott. Ich weiß gar nicht ob man das so genau wissen möchte, das macht einem die Trauerarbeit ja noch schwerer...

    Nein, den Nabelschnurknoten hat man erst nach der Geburt gesehen und ich glaube auch das der Knoten entstanden ist, zu einer Zeit wo mein Sohn noch Platz zum Schwimmen hatte. Zu unserem Glück hat sich der Knoten aber bis zur Geburt nicht richtig zugezogen, war also wohl wochenlang eine lockere Schlaufe, eine tickende Zeitbombe von der GsD niemand etwas wusste. Zugeschnürt hat sich der Knoten dann während der Geburt und zwar wohl so fest das innerhalb von Minuten die Herztöne alarmierend wegsackten, nachdem alle anderen Maßnahmen entweder nichts gebracht haben (5 Pers Keißsaal Personal auf meinem Bauch, Wehentropf volle Pille etc.) oder nicht mehr möglich waren,weil mein Schatz sich irgendwie im Geburtskanal verkeilt hatte und es für eine Sectio zu spät war, wurde entschieden das man von unten schneiden musset und hat ihn, in letzter Minute ,mit der Saugglocke aus mir herausgerissen. ( Sorry für die schonungslose Formulierung ) Meine Hebamme ist mittlerweile eine gute Freundin hat mir anvertraut ich hätte bei ihr den Stempel Schlimmste-Naht bzw Schlimmster-Schnitt ihrer Laufbahn.
    Ja es war eine brutale Geburt und ja ich konnte wochenlang nicht sitzen und monatelang keinen GV haben.
    Aber mein Kleiner lebt ist ein gesunder Wirbelwind und ich bin unglaublich dankbar dafür und mir sicher du würdest es auch so sehen.

    Ich wünsche dir noch weiter ganz viel Kraft, glaube daran das es deinem Kasper auf seinem Stern jetzt gut geht und er euch ganz bald ein Geschwisterchen schickt.
    Antwort
  • Nandini
    Gelegenheitsclubber (14 Posts)
    Kommentar vom 28.04.2016 21:28
    Ja, das hoffen wir auch! Hoffentlich!!!!
    Diese bittere "medizinische Wahrheit" hat mich erst einmal schockiert! Aber sie behindert mich nicht in meiner Trauerarbeit... Es ist auch gut wenn man "begreift".Mein Kasimir musste zum Glück nicht obduktiert werden. Der Gedanke an sowas hätte mich glaube ich, um den Verstand gebracht. Ich bin sehr dankbar, dass ihm und uns das erspart geblieben ist und wir uns keine Schuld für das Geschehene geben müssen. Wir müssen auch nicht mehr nach dem warum fragen! Dafür gibt es keine Antwort. Aber das darüber sprechen und schreiben, kann sehr heilsam sein und ist es für mich auch! Ich wünsche euch alles Gute und genießt die Zeit zusammen!!! Ich blicke im Moment sehr wehleidig anderen Müttern mit ihren Babys hinzterher. Ich bin nicht neidisch!!! Aber ich stelle mir immer vor, dass ich doch auch dort sein wollte, wo die anderen Müttern mit ihren Kindern gerade sind. Es ist jetzt 11 Wochen her und es kommt mir schon wieder vor, wie eine Ewigkeit. Leider tickt meine biologische Uhr und ich bin mir sehr unsicher, ob es noch mal klappt und vor allem, wie ich diese neue Schwangerschaft dann überstehen kann, ohne fast vor Angst durchzudrehen... Ach menno... Gibt es denn vielleicht noch andere Leute, die mir einen guten Rat geben könnten???
    Antwort
  • Nandini
    Gelegenheitsclubber (14 Posts)
    Kommentar vom 28.04.2016 21:33
    Liebe Eva, ich wollte dich noch fragen, ob du auch nach dieser komplizierten Geburt kein Trauma davon getragen hast?
    Die Geburt von Kasimir war eine sehr schöne Geburt! Das klingt verrückt, aber das war es nicht! Wir mussten keine Angst haben, dass die Herztöne schlecht werden... wir wussten ja, dass er nicht mehr lebt. Demzufolge habe ich kein nerviges CTG angelegt bekommen...
    Und was noch unglaublicher ist, ich habe unter der Geburt nicht eine Sekunde daran gedacht, dass er tot ist. Ich wollte einfach die Geburt hinter mich bringen und endlich mein Kind sehen und in den Armen halten und wärmen... Wenn das keine Mutterliebe ist...
    Antwort
  • _E_V_A_
    Very Important Babyclubber (1219 Posts)
    Moderator
    Kommentar vom 28.04.2016 22:38
    Nein ich habe kein Geburtstrauma, ich hatte zweieinhalb Jahre später bei Nr.2 schon unterschwellig Angst, davor das auch irgendwas nicht stimmen könnte, aber als Trauma würde ich das nicht bezeichnen.

    Die gesamte Geburt war rückblickend auch sehr schön. Brenzlig wurde es ja nur kurz vor Schluss, und die Tragweite habe ich erst nach und nach begriffen.
    Und während der schmerzhaften Zeit danach hatte ich ein gesundes Baby im Arm, das macht einem ständig wieder klar warum man das eben aushalten muss und auch kann.

    Antwort
  • 2kath
    Gelegenheitsclubber (4 Posts)
    Kommentar vom 18.02.2017 07:10
    Liebe Nandini!

    durch meine aktuelle Situation und der Suche nach Antworten im Internet, bin ich auf deinen Beitrag gestoßen.
    Deine Worte lesen sich nur mit einem Knoten im Hals und lassen für einen Moment alle anderen Dinge nichtig erscheinen.

    Bei mir ist es jetzt genau eine Woche her, als ich in meiner 39. SSW unsere kleine Miriam durch einen Knoten in der Nabelschnur verloren habe. Gleich nachdem ich bemerkte, dass ich sie nicht mehr spüre, bin in ins KH gefahren. Leider kann man zu so einem Zeitpunkt nichts mehr machen. Die Wut, Trauer und Bedrücktheit kann man kaum fassen zu diesem Zeitpunkt.

    Du hast es so rührend geschrieben, dass die Geburt trotzdem eine wunderschöne Erfahrung war. Genauso habe ich es auch empfunden. Während der Schmerzen hatte ich keine Sekunde das Gefühl, meine tote Tochter auf die Welt zu bringen. Und als mein Mann und ich sie in den Händen halten konnten, hat uns das noch so viel gegeben - unbeschreiblich.

    Deine Geschichte liegt jetzt schon eine Zeit zurück, daher wollte ich dich fragen wie du im Moment mit deiner Geschichte umgehen kannst. Wie ist es überhaupt möglich eine solche Erfahrung zu verarbeiten?

    Der Schmerz sitzt so unglaublich tief. Ich weiß im Moment nicht, wie sich die Welt überhaupt weiterdrehen kann!?

    Ich hoffe sehr, dass sich Mamis in einer solchen Situation Mut machen können. Daher würde ich mich auf eine Antwort sher freuen.

    LG, Kath
    Antwort
  • Mati0816
    Very Important Babyclubber (659 Posts)
    Kommentar vom 18.02.2017 07:58
    Hallo Kath

    Das tut mir sehr leid was euch passiert ist.. so wirklich einen guten Rat hab ich dir auch nicht.. außer da einfach auf dich bzw euch als paar zu schauen was euch gut tut.. ich weiß nicht wie eure Situation ist.. habt ihr schon Kinder? Ich und mein Mann nicht bzw nicht gemeinsam und wir sind dann zum Beispiel nachdem unsere Tochter in der 34 ssw still zur Welt gekommen ist nur für uns ein paar tage weg gefahren.. weg von allem.. einfach raus..

    Mittlerweile versuchen wir uns wieder im leben einzufinden und wollen unser Glück noch einmal versuchen.. auch wenn wir unsere erste Tochter nie vergessen werden.. wir besuchen Sie so oft es geht auf dem Friedhof und wenn das nicht geht brennt zu hause eine Kerze für sie neben ihrem Bild

    Wenn du magst und das wieder Thema für euch wird irgendwann.. es gibt hier eine Gruppe hibbeln mit Sternchen.. da haben die meisten ihre Kinder früh verloren aber ich schreibe da trotzdem mit.. eine tolle Gruppe und jeder hat Verständnis weil alle ein oder mehrere Kinder verloren haben

    Ich wünsche euch ganz viel Kraft

    LG
    Antwort
  • 2kath
    Gelegenheitsclubber (4 Posts)
    Kommentar vom 18.02.2017 10:34
    Liebe Mati,

    Danke für deine Antwort. Tut mir sehr leid, dass ihr auch so einen schmerzvollen Verlust hattet.

    Es war unser erstes Kind und die Vorfreude auf sie war unglaublich. Du hast sicher recht damit, dass man sich als Paar jetzt hier sicher gut tut. Wir verarbeiten das zum Glück gemeinsam auf die selbe Weise. Das ist schon mal gut.
    Und ein Tapetenwechsel tut sicher gut. Vorallem fällt es uns schwer zur Ruhe zu kommen, weil zu Hause jede Kleinigkeit an sie erinnert und die Familie sehr mittrauert.
    Das ist zwar sehr schön, aber ein wenig Abstand zu dem ist sicher eine Idee!

    Es ist im Moment noch so, dass ich nur kurze Augenblicke habe, wo ich die Trauer nicht so stark spüre. Ab wann dreht sich das ganze? Wann ist es so, dass die Trauer nur ab und zu wieder kommt?

    Und ich weiß noch überhaupt nicht wie ich zu einem erneuten Versuch stehen soll. Da werde ich mal in das Forum schauen, das du vorgeschlagen hast.

    Liebe Grüße, Kath
    Antwort
  • Stoffelinee
    Very Important Babyclubber (866 Posts)
    Kommentar vom 18.02.2017 11:05
    Liebe Kath, auch ich kann deine Gefühle und Verzweiflung leider nur zu gut verstehen. wir haben unser zweite Tochter in der 40. Ssw verloren....das war im August 2016 und für uns war klar, dass wir nicht aufgeben (wir wollten allerdings schon immer 3 oder 4 Kinder)...ich bin mittlerweile jetzt bei 23+0 und natürlich freuen wir uns über unser wunder aber es ist auch schwer, die Angst zu akzeptieren die mich bis zum Ende begleiten wird.

    Überfordere dich selbst nicht! Nach nur einer Woche kann es dir noch nicht besser gehen-Trauer braucht Zeit! Man kann auch nicht pauschal sagen wie lange es dauert aber bei mir ist es ca nach 3 Monaten langsam so gewesen, dass es mehr gute als schlechte Tage gab..hast du eine Hebamme die dich begleitet? Meine hat mir unwahrscheinlich geholfen-gerade am Anfang wenn es einem auch körperlich noch nicht so gut geht! Falls nicht, würde ich dir auf jeden Fall raten dir eine zu suchen die auch fehl/Totgeburten begleitet.
    Antwort
  • Mati0816
    Very Important Babyclubber (659 Posts)
    Kommentar vom 18.02.2017 11:55
    Ja wann sich das dreht.. gute frage.. bei uns ist das jetzt ca 7 Monate her.. die ersten sechs so ca war ich noch zu hause und seit Januar arbeite ich jetzt wieder.. das fiel mir einerseits sehr schwer andererseits hilft es weil ein Stück Normalität zurück kommt

    Ganz am Anfang war für mich sehr schwer dass grade die Tochter meines Mannes auf Urlaub bei uns war.. und mir verständlicherweise nach allem aber nicht nach normalen Urlaubs Aktivitäten war.. eigentlich war mir nach gar nix.. ich wusste irgendwie gar nicht mehr was ich will.. mir war einfach alles egal.. und irgendwie wieder in irgend eine Form von Alltag zu finden war echt schon schwer.. da mussten wir uns beide Stück für Stück wieder rein kämpfen

    Unsere Maus fehlt immer noch.. auch noch jeden tag.. und das wird sie immer.. ich stelle mir dann aber immer vor Sie schaut von oben ab und zu mal nach uns.. und dann denke ich immer ich möchte dass sie dann stolz sein kann auf ihre Mama.. genauso stolz wie ich auf sie War.. und dann bemühe ich mich wieder das leben den tag und mich zu meistern.. und mir mein Glück ein Stück zurück zu erobern.. weil das hätte sie sich bestimmt für uns gewünscht und wenn sie das sieht geht es ihr oben besser als wenn sie sich auch noch sorgen um uns machen muß und deshalb ein schlechtes gewissen hat.. sie kann ja auch nix dafür.. klar das ist alles nur ein Bild in meinem Kopf.. aber mir hilft das und ich habe das Gefühl sie so bei mir zu haben.. wenigstens in Gedanken

    Und wenn ich ins Bett gehe und die Kerze bei ihrem Bild ausmache (Kerze "auslöschen " fällt mir tierisch schwer..immer noch) dann geb ich ihr ein küsschen und sag ihr gute Nacht.. kann albern finden wer will mir hilft das

    Ich versuche einfach immer MEINEN weg zu finden.. ich hab ihr einen Brief geschrieben wie ich schwanger gefühlt habe. Wie ich mit liebe ihre Sachen für sie ausgesucht habe was ich mir für sie im leben gewünscht hätte usw und ihr den mit in den Sarg gelegt mit ihrem Schnuller und dem schnüffelTuch.. ich hab ein armulett mit ihrem Bild drin.. egal was.. tu was dir gut tut

    Trauer kommt in Wellen.. immer mal wieder..

    Wir haben Ihre Sachen alle stehen lassen.. in ihrem Bett liegen ihre Tiere die wir schon gekauft hatten.. mir würde im Moment noch weh tun das einfach weg zu packen.. und wir hoffen wir dürfen irgendwann ihrer kleinen Schwester oder ihren kleinen Bruder von der SternenSchwester erzählen

    Ich sag ihr auf dem Friedhof immer sie soll uns die Daumen drücken .. und erzähle ihr halt grundsätzlich was bei uns so los ist..

    Das leben hat viele Facetten genauso die Trauer.. ich hoffe ihr findet euren weg.. gebt euch Zeit aber gebt euch nicht auf.. es werden auch bald bessere Tage komme.. genauso wie auch wieder schwere Tage kommen.. und irgendwann schleichend kommt auch das Leben zurück

    Ich wünsche euch alles Gute
    Antwort
  • 2kath
    Gelegenheitsclubber (4 Posts)
    Kommentar vom 18.02.2017 16:08
    Liebe Mati, liebe Stoffeline!
    So kurz vor dem Ziel ist es wirklich nicht zu glauben. Hätten unsere Mädels nicht noch diese wenigen Tage durchhalten können? Ach...diese Frage darf einen aber nicht quälen.

    Genau auf das hoffe ich...mehr gute Tage als schlechte. Wir haben während der Schwangerschaft eine Hebamme gehabt, die uns begleitet hat. Sie ist auch jetzt für uns da. Ich finde das auch extrem wichtig.
    Ebenso wollen wir uns als Paar helfen lassen, daher haben wir auch schon einen Termin mit einer Hebamme ausgemacht, die Trauerbegleitungen macht.

    Der Heimweg vom KH war sehr schwer, weil wir nicht wussten wie wir auf das fertige Kinderzimmer reagieren. Es war ganz ok...die Sachen aber jetzt schon wegzuräumen geht nicht. Ich denke, dass ich die Wickelkommode umbaue und auch eine Kerze aufstelle. Zuerst wollte ich gar keine Fotos, aber jetzt bin ich mir sicher, ich werde es dazustellen.

    Das mit dem Brief haben wir auch gemacht...schon im KH! Wir haben uns für die wunderschöne Zeit und die unglaubliche Erfahrung mit ihr bedankt. außerdem bleibt sie immer unsere Nummer 1 :)

    Und Stoffelinee...freut mich sehr für euch, wenn ihr schon wieder mehr als die Hälfte geschafft habt. Nach der Geschichte muss man bei einer Folgeschwangerschaft sicher sehr tapfer sein.

    Eine Frage habe ich noch...weil sicher jede Mami sich freut ihren Bauch nach der Schwangerschaft zu verlieren...ich vermisse meinen sehr! Meine Kugel ist einfach so weg und dafür hat man nichts bekommen. Ich habe nicht einmal ein Bäuchlein, das mich erinnert...nichts! Wie ging es euch damit?

    LG, kath
    Antwort
  • Mati0816
    Very Important Babyclubber (659 Posts)
    Kommentar vom 18.02.2017 17:01
    Ja das aus dem Krankenhaus weggehen war auch für uns sehr schwer.. aus zweierlei gründen.. erstens weil es sich einfach falsch anfühlte.. von der Entbindungs Station geht man nicht ohne Kind weg.. einfach Tasche nehmen und raus laufen als wäre nix gewesen? Und dann zweitens auch noch mein Mädchen da einfach zurück lassen.. im Krankenhaus hatten wir zu jeder Zeit die Möglichkeit zu sagen wir wollen sie nochmal sehen und bei uns haben.. aber sie quasi das letzte mal abgeben.. eine fremde Person nimmt mein Baby mit und dann ist es für alle Zeiten weg.. das war die Hölle.

    Aber es war ja einfach auch klar irgendwann muß man Abschied nehmen.. ich bin trotzdem nochmal eingeknickt.. und hab dem bestatter gesagt ich möchte ihr ihre Sachen selbst in den Sarg legen und das nicht einfach von ihm machen lassen.. mein mann wollte das erst nicht weil er Angst hatte sie hätte sich schon zu sehr verändert.. er sagte er weiß einfach von seinem Beruf wie sich ein toter Körper verändert und bei unserem Schatz das zu sehen würde sein Herz brechen.. er ist dann aber doch mit

    Auch das mit dem Bauch kann ich gut verstehen.. Was für mich auch ganz schlimm war war als dann langsam die dunkle Linie auf dem Bauch weg ging..

    Auch wenn nichts mir mein Mädchen ersetzen kann war für mich direkt klar dass ich es noch einmal probieren möchte.. am liebsten so schnell es geht.. weil nur weil mein Mädchen nicht bleiben konnte heißt ja nicht dass der Wunsch nach einem Kind weg ist.. und ich kann mir beim besten willen nicht vorstellen dass ich mich über irgend etwas beklagen würde egal was an Beschwerden kommen würde.. aber ich will das dem Schicksal so einfach nicht durchgehen lassen dass es das gewesen sein soll.. ich habe die Sachen meiner Maus mit liebe ausgewählt und sie würde sich bestimmt auch freuen wenn wir diese mit leben füllen können

    Und ich hab ja auch alleine vom Alter her nicht die Möglichkeit da erstmal abzuwarten
    Antwort
  • 2kath
    Gelegenheitsclubber (4 Posts)
    Kommentar vom 20.02.2017 08:09
    Das gehen lassen war wirklich das schwierigste von all dem, was im KH passierte.

    Ich denke, Geschwisterchen werden kein Ersatz für die Kinder sein, die wir gehen lassen mussten. Das muss einfach fair beiden gegenüber sein.

    All den Familien, denen so etwas zustößt wünsche ich alle Kraft der Welt, um mit der Geschichte leben zu können. Aber auch genug Zeit zu trauern und den Mut zu haben alle Gefühle zuzulassen!

    Antwort

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