32. SSW (32. Schwangerschaftswoche)

Stupsnase – wie wunderbar!
Auf Bildern, die Ungeborene zeigen, in Büchern oder mit Ultraschall aufgenommen, fällt uns häufig das nach oben gebogene Näschen des Babys ins Auge. Diese Stupsnase ist wieder ein wunderbares Beispiel dafür, wie natürlich alles ineinandergreift. Alle Kinder werden mit dieser Nasenform geboren. Grund: Die Brust der Mutter wird schon in der Schwangerschaft rund und wölbt sich aufgrund der Ausbildung der Milchdrüsen nach vorn. Die Stupsnase ermöglicht es dem Kind, nach der Geburt ungehindert an der Brust zu trinken. Hätte es eine gerade oder nach unten führende Nase, würde diese beim engen Kontakt zur Brust zugedrückt und das Kind könnte nicht gleichzeitig trinken und atmen.

Zeit der Erwartung
In den letzten Wochen der Schwangerschaft kommt vielleicht bei Ihnen der Wunsch nach Ruhe, Schutz und einer seelischen wie auch körperlichen Hülle auf. Neben dem Kind, das Sie körperlich in sich tragen, tragen Sie nun vom Gefühl her auch mehr Verantwortung. In wenigen Wochen liegt das kleine Kind in Ihren Armen und ist auf Sie angewiesen. Sich das vorzustellen, auch wenn Sie schon ein Kind oder mehrere Kinder haben, ist wunderschön, kann einem aber auch den Atem nehmen. Sorgen Sie nun gut für sich – schauen Sie, wie Sie sich selber eine Hülle oder ein Netzwerk von liebevollen Menschen schaffen, die Ihnen jetzt und später bei Fragen oder Problemen behilflich sein können. Das können gute Freunde sein oder Frauen und Paare, die Sie im Geburtsvorbereitungskurs kennengelernt haben. In diesem Zusammenhang taucht der Gedanke an die engere Familie auf: Eltern, Schwiegereltern und Geschwister. Sollte das Verhältnis nicht so optimal sein, ist jetzt noch ausreichend Zeit für ein Gespräch, das Klarheit für die Zukunft bringt.

Die Geburt rückt näher

So sehr sich die meisten Frauen darauf freuen, ihr Kind endlich in den Armen wiegen zu können, so groß ist andererseits auch der Respekt vor diesem elementaren Ereignis. Eine gute Vorbereitung auf die Geburt kann dazu beitragen, dass Ängste nicht zu viel Raum erhalten. Ein Geburtsvorbereitungskurs ist mehr als nur Atmenlernen und Schwangerschaftsgymnastik. Aufklärung über die Geburt und der Austausch mit anderen sind ebenfalls wichtige Aspekte der Vorbereitung – auch für werdende Väter. Bei allem können Sie auch körperlich ganz konkret etwas tun. Rhythmische Einreibungen nach Ita Wegman zum Beispiel, wie sie anthroposophisch arbeitende Hebammen als Vorbereitung auf die Geburt anbieten. Zusätzlich können Sie den Dammbereich 3–4-mal pro Woche mit dem Weleda Damm-Massageöl gezielt massieren. Die Häufigkeit einer Dammnaht und eines Dammschnitts wird bei der Anwendung von Damm-Massageöl signifikant reduziert. Die Massage mit der Komposition aus mildem Mandelöl und Vitamin-E-reichem Weizenkeimöl lockert das Dammgewebe und erhöht seine Elastizität. Die durchblutungsfördernde Wirkung der Massage verbessert die Geschmeidigkeit des Gewebes zusätzlich

Hebammen-Tipp: Kindskieken

Kindskieken – selbst in Norddeutschland, wo dieser schöne Brauch herkommt, ist das Fest des „Kind-Anguckens“ nicht jedem bekannt. Dabei ist es eine wunderbare Tradition, bei der alle gemeinsam an einem bestimmten Tag den Eltern gratulieren, das Baby begrüßen und beschenken können.
Als Hebamme weiß ich, wie die ersten Wochen mit einem Neugeborenen aussehen. Nichts ist, wie es war – der Tagesrhythmus ist dahin – geduscht und gegessen wird irgendwann zwischendurch. Wenn sich dann noch die Tante oder Nachbarin zum Gratulieren auf einen Kaffee anmelden, kann das für die junge Familie Stress und Unruhe bedeuten.
Verschieben Sie diese Besuche auf einen bestimmten Tag, sechs bis acht Wochen nach der Geburt. Am besten legen Sie den Termin kurz nach der Geburt fest. Dann können Sie alle, die sich melden, für diesen Tag einladen. Bis dahin haben Sie sich etwas erholt, die erste Routine hat sich eingestellt.
Für das „Kindskieken“ machen Sie eine Zeit aus – z. B. von 11 bis 14 Uhr – dann ist den Gästen klar, ab wann sie kommen können und wann sie wieder nach Hause gehen sollen. Das Ende auf den frühen Nachmittag zu legen, ist praktisch. Dann kehrt bis zum Abend wieder Ruhe ein, und das Baby kann zur Nacht leichter in seinen gewohnten Rhythmus finden. Sie können die Gäste darum bitten, Kuchen, Suppe oder Häppchen mitzubringen. Ihre Eltern oder Freunde sind Ihnen sicher gerne an dem Tag behilflich, sodass Sie sich auf das Baby und den Besuch konzentrieren können. Das Kleine muss nicht von Arm zu Arm wandern. Auch wenn es dabei schläft, bekommt es viele Eindrücke, Geräusche und Gerüche mit. Eine laute Stimme, einmal ungeschickt angefasst – all das nimmt es ungefiltert auf. Sobald Sie wieder alleine sind, wird es Ihnen erzählen, wie es das gestört hat – und weinen. Wenn möglich, lassen Sie das Baby in Kinderzimmer schlafen, und jeder, der möchte, kann für einen kurzen Moment leise hineinschauen. Hat es Hunger, stillen oder füttern Sie es in einem ruhigen Zimmer. Ist es wach, bleibt es auf Ihrem Arm oder dem Ihres Partners. Denn in Ihrem Schutz fühlt es sich am wohlsten.

Lese-Tipp: Kindersprechstunde

Alle, die mit Kindern zu tun haben, eine ganzheitliche Erziehung sowie natürlich wirksame Heilmethoden und Arzneimittel bevorzugen, werden diesen medizinisch-pädagogischen Ratgeber schätzen: Kindersprechstunde von Wolfgang Goebel und Michaela Glöckler (ISBN 978-3825176549). Dieses Buch ist sowohl ein Nachschlagewerk für Fragen im akuten Krankheitsfall als auch eine grundlegende Darstellung des Kindes in seiner Entwicklung und der dazu erforderlichen Pflege und Erziehung. Aus der langjährigen Erfahrung im klinischen Bereich und in der ambulanten Kinderarztpraxis des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke entstanden, basiert dieses Werk unter Berücksichtigung der modernen Schulmedizin auf den menschenkundlichen Grundlagen der Waldorfpädagogik und der anthroposophisch orientierten Medizin.

Und nun alles Gute bis zur nächsten Woche!

 

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