Themenbereich: Babyernährung

Mühen mit der Beikosteinführung

zura
Gelegenheitsclubber (1 Post)

Frage vom 07.01.2019

Hallo liebe Hebamme,

mein Mann und ich sind echt am Verzweifeln und mittlerweile ziemlich genervt.

Unser Sohn (6 Monate) bekommt seit einem Monat Mittagsbrei und seit 1 Woche Abends Milchbrei. Die ersten 2 Wochen hat das mit dem Mittagsbrei ganz gut geklappt, aber mittlerweile hat sich eingebürgert, dass er nach wenigen Löffeln anfängt zu schreien, und zwar nach jedem Löffel. Unabhängig davon, was er isst, sogar beim abendlichen Milch-Gries-Brei, wo ich gehofft hatte, dass das einfacher läuft. Was uns irritiert ist, dass er trotzdem nach jedem Löffel seinen Mund ganz weit aufmacht, als wolle er mehr.

Wie reagiert man hier am besten?
Mein Mann meint, trotzdem weiter füttern, da er ja den Mund aufreist. Er meint, der Bub ist nur ungeduldig.
Ich würde dagegen am liebsten abbrechen, weil ich befürchte, dass das zur Gewohnheit wird.

Hab auch schon versucht, Pausen von 5-10 min einzulegen, danach geht das Spielchen allerdings weiter.

Ich achte auch darauf, dass er weder zu hungrig noch zu müde für den Brei ist.

Hier sein ungefährer Tagesrhytmus (ich stille übrigens nicht mehr):
Ca. 6 Uhr: 200 ml Milchfläschen
Dann schläft er noch 1-2 Stunden
Ca. 9-10 Uhr: 130-170 ml Milchfläschchen
Dazwischen ca. halbstündiges Powernapp
Ca. 12 Uhr: Brei
Dazwischen ca. halbstündiges Powernapp
Ca. 15 Uhr: 130-170 ml Milchfläschchen
Dazwischen mindestens 1 Stunde Nachmittagsschläfchen
Ca. 18 Uhr: Milch-Gries-Brei mit Pre-Milch und etwas Vollmilch und etwas Fruchtmus
Ca. 19 Uhr: geht er ins Bett
Ca. 22 Uhr holt er sich nochmal sein 200 ml Milchfläschen

Vielen Dank schonmal vorab :-)

LG

Antwort vom 11.01.2019

Hallo!
Ich empfehle Ihnen als erstes, wieder selbst in die Ruhe zu kommen und Stress rauszunehmen. Druck und Zwang vertragen sich so gar nicht beim Essen lernen und setzt Sie selbst völlig unnötig unter Druck. Falls Sie sich nach Ihrem Bauchgefühl entscheiden, erst einmal wieder Tempo rauszunehmen aus der Einführung oder diese einfach kurzdauernd zu unterbrechen, dann ist das völlig ohne Risiko für Ihr Kind und es gibt keine Notwendigkeit für Sie genervt zu sein. Warum Ihr Kind sich so verhält, kann ich nur vermuten. Ich denke, dass er ein ganz anderes Signal gibt, als Sie denken, dass er meint. Mund aufreißen ohne strahlende, neugierige Augen ist nicht dasselbe wie Mund aufreißen zum Weinen und zur Abwehr hin. Gleichzeitig rate ich Ihnen, die Situation als solches zu verändern. Falls Ihr Sohn bisher zum Essen in einem Stühlchen sitzt (falls er nicht wirklich schon richtig stabil sitzen kann, sollte er auf gar keinen Fall in einem Hochstuhl schon alleine sitzen), nehmen Sie ihn auf den Schoss und bieten das Essen in Körperkontakt an. Falls er bisher alleine gegessen hat, bieten Sie ihm das Essen an, wenn Sie alle am Familientisch sitzen. Falls er Ihnen die festen Nahrungsmittel aus der Hand reißt und nicht neugierig auf den Brei ist, dann informieren Sie sich dahingehend wie und unter welchen Bedingungen Sie "finger-food" anbieten können. Beobachten Sie bitte auch sonst, welche "Abwehrbewegungen" oder neugierigen offenen Signale Ihr Sohn bisher gegeben hat. Z.B. sagen viele Kinder "aua-aua", wenn sie eigentlich müde sind. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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