Als jemand, der gerade ein paar sehr harte Monate mit Schwangerschaftsdiabetes hinter sich hat, kann ich dazu folgendes sagen:
Gesunde Ernährung und Bewegung sind super wichtig, aber sie werden einen Diabetes nicht verhindern können. Wenn er angelegt ist, ist er da. Man kann die allermeisten Fälle allerdings diätetisch gut einstellen. Vollkorn- statt Weißmehl, Säfte und Linonaden weglassen, Tee und Wasser trinken, lieber Kartoffeln als Nudeln oder Reis, dazu täglich 30 Minuten sanfter Sport - das kann alles reichen.
Bei mir hat es das nicht, ich habe acht Wochen Insulin in immer höheren Dosen gespritzt und die letzten Wochen der Schwangerschaft zur Sicherheit im Krankenhaus verbringen müssen. Vor 5 Tagen konnte ich meinen Sohn bei 37+1 in den Arm nehmen, seit 36+4 lief die Einleitung. Der kleine ist gesund, hatte aber anfangs ein bisschen Schwierigkeiten mit dem Leben hier draußen. Er ist eben ganz knapp kein Frühchen mehr.
Dabei habe ich übrigens keinen einzigen Risikofaktor, ich bin unter 35, schlank, gesund, sportlich. Das hat die Krankheit nicht interessiert. Schwangerschaftsdiabetes ist absolut ernstzunehmen, auch wenn das leider nicht jede Betroffene so sieht.
Bei mir wurden zum Schluss täglich zwei CTGs geschrieben, um zu überprüfen, dass die Versorgung des Kindes nicht aussetzt. Dazu gab es wöchentlich Ultraschall, tägliche Konsultationen des Diabetesexperten der Klinik und zusätzlich zu 140 Einheiten Insulin noch einen hammerstrengen Ernährungsplan. Zum Glück haben wir all das gemacht, so haben wir ein relativ normal entwickeltes Kind an der Frühchengrenze bekommen und kein viel zu dickes, dabei aber gleichzeitig unterentwickeltes Baby. Das alles war echt kein Spaß.
Beste Grüße, MadameK.
My Babyclub.de
Schwangerschaftsdiabetes: Möglichkeiten der Prävention?
Antworten Zur neuesten Antwort
-
Eintrag vom 15.11.2017 15:36Antwort
Artikel und Info zum Thema:
-
Kommentar vom 21.11.2017 15:25Hallo ihr beiden!Antwort
Zuerst einmal möchte ich mich für deinen ausführlichen Beitrag un für den Einblick bei dir bedanken, MadameK.
Ich hoffe, dir und deinem Kind geht es gut!
Rosalinde, ich glaube als Außenstehende, kannst du da leider nicht sehr viel machen. Du kannst/sollst sie natürlich emotional unterstützen und die letzten Wochen Kraft schenken. Du kannst ihr natürlich auch mit Information und Fakten zur Seite stehen. Letzte Woche war nämlich der Diabetestag und meine Tochter hat dazu ein Referat in der Schule gehalten. Viele Infos und Grafiken hat sie von diesem Artikel, den ich dir auch ans Herz legen kann: https://www.euroclinix.net/de/diabetes/diabetes-welttag-frauen
Wäre toll, wenn du uns in ein paar Wochen berichten könntest, ob es der Mama und dem Neugeborenen gut geht. :)
GLG