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Die Trauer lässt mich nicht los ...

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  • Miezemaus
    Gelegenheitsclubber (1 Post)
    Eintrag vom 02.12.2019 22:03
    Hallo zusammen,
    ich habe mir lange überlegt, ob ich tatsächlich diesen Schritt gehen soll und meine Gedanken und Gefühle in die Runde schreibe. Mitteile. Derzeit versuche ich den innerlichen Kampf den mein Körper ausfechtet alleine zu verarbeiten. Doch so recht will mir das nicht gelingen. Ich will schon gar nicht mehr mit jemanden in meiner Umgebung mit dem was ich fühle, wie ich mich fühle sprechen. Sie belästigen.
    Ich habe so viel schon gesprochen. So viele versuche gestartet meiner Umgebung zu sagen, wie es mir geht und mittlerweile bin ich dazu übergegangen einfach zu schweigen. Denn niemand kann verstehen, nachvollziehen in welch desolaten Zustand ich mich einfach befinde.
    Ich habe einen wunderbaren und tollen Sohn, und da ich mit dem Schicksal des Einzelkindes belegt bin, war mein fester Wunsch ihn nicht das Gleiche erleben zu lassen. Ich wollte immer eine große Familie. Eine >TV<-Familie. Vater, Mutter, und zwei Kinder. Ein Junge und ein Mädchen. So wie es die Gesellschaft als das Perfekte erachtet. Aber 2014 machte uns das Schicksal ein Strich durch die Rechnung.
    Ich war in der 14 SSW als meine FA feststellte, dass das kleine Würmchen nicht gesund ist. Das Köpfchen hatte sich nicht ausgebildet. Für mich brach eine Welt zusammen. Ich haderte sehr mit mir, ob ich den Schritt des Abbruches gehen soll. Ob ich tatsächlich ein Leben beenden soll, was außerhalb meines Bauches nicht lebensfähig sein würde.
    Im Nachgang betracht handelte ich für meines Empfinden egoistisch. Ich entschied mich für einen Schwangerschaftsabbruch. Der Gedanke daran, das kleine Würmchen zu spüren wie es wächst, und es dann nicht für immer in meinen Armen halten zu können, brach mir das Herz von Neuem. Ich hatte mich so auf dieses Kind gefreut und dann würde es mir gleich wieder genommen werden. Ob die Natur eingegriffen hätte, bevor das Ende der Schwangerschaft erreicht gewesen wäre, dies mag keiner zu sagen.
    Das Ganz ist nun fünf Jahre her. Wir gaben uns Zeit, bevor wir erneut daran gedacht haben, es wieder zu versuchen. Aber es will nicht mehr funktionieren.
    Seit jenem Tag, hielt ich keinen positiven Test mehr in der Hand.
    Ist dies die Strafe dafür, dass ich in den Zyklus der Natur eingegriffen habe? Werde ich dafür gestraft, dass ich im Grunde Leben genommen habe?
    Im Mai diesen Jahres flammte ein kurzer Funken Hoffnung in mir auf. Ich dachte, das Schicksal habe ein Einsehen mit mir. Aber es endete im Schmerz, einer Bauch-OP und einer AS. Ich hatte eine Eileiterschwangerschaft.
    Ich bin nicht mehr die, die ich einst war. Mein Lachen ist aufgesetzt und immer häufiger überkommen mich die dunklen Gedanken. Ich weiß gar nicht, wie viele Tränen schon über meine Wangen geflossen sind. Wie oft ich mit dick geschwollenen Augen aufgewacht bin.
    Ich habe mir oft die Frage gestellt, warum ich? In meinem Freundeskreis erfahren die Muttis das Glück, welches mir verwehrt bleibt. Aber ich weiß, dass ich nicht alleine bin mit dieser Frage und auf der Suche nach der passenden Antwort.
    Versteht mich nicht falsch, ich liebe meinen Sohn über alles. Und ich bin sehr dankbar darüber, dass ich ihn habe und er kerngesund und putzmunter ist. Dennoch verspüre ich eine Leere in mir, die ausgefüllt werden will.
    Nach langen reden, und der Diagnose, dass bedingt durch die Eileiterschwangerschaft das Risiko erhöht ist eine erneute zu bekommen, haben sich mein Mann und ich dazu entschlossen eine künstliche Befruchtung anzugehen. Sein Spermiogramm sieht nicht ganz so gut aus.
    Die erste Behandlung habe ich hinter mir. Die erste Runde Spritzen, Punktion und Transfer. 10 Tage warten und beten. Hoffen und bangen. Bis der niederschmetternde Anruf kam, der Bluttest ist negativ. Kein HCG vorhanden.
    Und schon wieder kommen die Gedanken, ob ich ein schlechter Mensch bin und es nicht mehr verdient habe?
    Im Januar könnte ich mit der nächsten Runde beginnen, doch ich bin ehrlich, ich verspüre Angst. Angst davor, sie wieder zu hören. Diese schmerzenden Worte >Sie sind nicht schwanger<.
    Die Mut-Mach-Sprüche >beim nächsten Mal klappt es< oder >denk nicht so viel darüber nach, der Kopf muss frei sein, dann wird das auch was< helfen nicht wirklich.
    Für mich ist es, als wäre ein weiterer Teil des Kuchens weg, und als bleibe mir nur noch ein paar Stück übrig, bevor er für immer verschwunden ist.
    Es tut mir leid, dass der Text so lange und so viel geworden ist, aber es tat gut, meinen Empfindungen mal freien Lauf zu lassen.
    Vielen Dank fürs zuhören/lesen.
    LG
    Eure MiezeMaus

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