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Was ist mit meinem Baby?

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  • Eintrag vom 13.05.2020 14:40
    Hallo zusammen,
    Ich habe nach einem Forum wie diesem hier gesucht, um mir einfach Mal den Schmerz und Frust von der Seele zu schreiben.

    Ich erfuhr im September 2019 das ich Schwanger bin. Und es war Anfangs eine echt schwierige Zeit. Ich war gerade frisch 18 Jahre alt geworden und hatte mit anderen Sachen aus meinem Leben zu kämpfen. Aber trotzdem stand fest ich will das Baby. Ich dachte vielleicht ist das ja der denk Anstoß um mich zu verändern und mir endlich einen richtigen Sinn zu geben. Und so kam es auch. Die Schwangerschaft verlief gut und ohne Komplikationen. Das einzige was nie ganz stimmte war, das er zu groß und zu schwer war.
    Aber das war nie weiter dramatisch. Dann krieg ich halt ein kleines Moppelchen. Mein Freund und ich bereiteten uns immer mehr darauf vor Eltern zu werde. Wir hatten uns sogar schon richtig drauf gefreut. Ich liebte es über mein Bauch zu streicheln.
    Gegen Ende der Schwangerschaft würde mein Bauch riesig. Sie haben alle zu mir gesagt ich rolle nur noch durch die Gegend.

    Mein letzten Frauenarzt Termin hatte ich am 7.04.20. Laut ausgerechnetem E.T wäre ich in der 34+1 SSW gewesen. Ich würde ans Ctg gegangen und alles war gut. Sein kleines Herzchen war gut zu hören und fleißig am schlagen. Der Ultraschall war auch normal. Die Ärztin hat ihn gemessen gehabt. 48cm und ungefähr 3000g. Das war zu groß und zu schwer für die Woche aber das war ich ja gewohnt. Trotzdem hatte sie mich auf 36+1 geschätzt. Okay dann halt 2 Wochen weiter. War mir irgendwie schon klar.
    Den Samstag nach dem Frauenarzt Termin haben ich und meine Mutter ein Gips-Bauch gemacht, weil ich solangsam das Gefühl nicht los bekommen habe das es bald losgeht. Und so war es dann auch. Am Sonntag hab ich leichte Wehen bekommen, es war aushaltbar und ich dachte es wäre noch nicht nötig ins Krankenhaus Haus zu fahren.
    Am Montag morgen waren sie schon Stärker und wurden immer stärker desto später es wurde. Kurz vor 12 war es dann nicht mehr auszuhalten. Ich weckte meine Mutter und wir beschlossen mein Freund abzuholen. Er sollte bei mir sein. Die Fahrt kam mir ewig vor und trotzdem hatte ich Angst und wollte am liebsten nie ankommen. Es war schließlich meine erste Geburt und man hört ja nur Horror Geschichten über Geburten. Wir kamen endlich an und würden auch direkt im Kreissaal empfangen. Wir bekamen ein Zimmer und die Hebamme die uns in Empfang genommen hatte untersuchte mich und sagte uns das kein Muttermund schon ein Fingerweit auf ist. sie sagte mir das ich sofort was gegen die Schmerzen bekommen würde ich aber erst ans Ctg müsse. Als sie Anfing war noch alles gut bis mir auffiel das sie den Herzschlag Sucht. Ich bekam Panik aber sie beruhigte mich und sagte es kann sein weil er schon so weit im Becken liegt oder unpassen liegt. Sie holte aber den Assistenz Arzt, der sollte schallen. Als er anfing zu schallen sah sein Gesichtsausdruck nicht gut aus und die Panik kam wieder. Er sagte nichts zu uns er rief mit seinem Diensthandy die Oberärztin. Da liefen mir die Tränen übers Gesicht und ich schaute zu mein Freund der auch den Tränen nah stand. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis die Oberärztin da war. Sie übernahm das Ultraschall Gerät und schallte als ihr Gesichtsausdruck auch anfing nicht gut auszusehen traute ich mich etwas zu sagen.
    Ich fragte:" Was ist mit meinem Baby?"
    Sie sagte nichts. Es war still. Ich wiederholte die Frage und fing richtig an zu heulen. Dann schaute sie mich an und sagte das es ihr Leid tue. Mein Sohn seie Tod. Nach diesem Satz war alles wie im Film. Ich war ein Nervenwrack und wollte nicht mehr ich wusste nicht mehr mit anzufangen. Ich wollte einfach nur weg. Sie haben mir Schmerzmittel um mich nicht den Schmerzen auszusetzen die sonst auf mich zu kämen. Sie sagten ich solle nicht noch mehr Leiden. Ich würde komplett zugepumpt. Die Stunden vergingen und ich hatte echt mit mir zu kämpfen ihn auf die Welt zu bringen. Mein Freund und ich waren uns nicht einmal Sicher ob wie ihn sehen wollten.

    Nach lange Stunden würde er dann endlich geboren. Am 14.04.20 um 11.07 Uhr. Als er da war, wusste ich ich wollte ihn sehen und mit ihm Kuscheln und so bekam ich ihn auf meine Brust. Er war das wunderschönste Wesen auf der Welt. Ein Ebenbild von seinem Papa. Ab dieser Sekunde liebe ich ihn abgöttisch. Wir durften uns in Ruhe von ihm verabschieden. Und auch die beiden Omas durften sich ausnahmsweise von ihm verabschieden.
    Auch wenn es einer der schlimmsten Situationen ist in der ein Mutter stecken kann, haben die Hebammen und Ärzte versucht mir das so angenehm und würdevoll wie möglich zu gestalten. Es kam ein Sternenkind Fotograf und hat Bilder von uns drei gemacht.

    Ich musste noch im Krankenhaus bleiben würde aber auf eine extra Station verlegt die ganz weit weg von der Baby Station war. Ich war wie gelähmt, nur noch am Kettenrauchen gewesen. Ich war zu nichts fähig. Mein Freund hat alles geregelt bezüglich der Beisetzung und Amtlichen Sachen und dafür bin ich im auch unendlich dankbar. Am 21.04.20 war die Beisetzung und es hat mich zerstört diesen kleinen Sarg zu sehen und zu wissen daß ich mein Kind nie wieder in den Arm nehmen kann.


    Seit der Beisetzung bin ich in einer Art Trance. Es ist ein riesiges Gefühlschaos in mir. Ich weiß nichts mit mir anzufangen und diese Leere ist unaushaltbar. Es fühlt sich nichts richtig an, es fühlt sich an als wäre es falsch was ich tue. Ich fühle mich unvollständig und gebrochen. Diesen Kummer und Schmerz kann man nicht beschreiben.




    Michelle.
    Für meinen Sohn Jonah-Eliah ♥️
    Antwort
  • Kommentar vom 14.05.2020 09:59
    Liebe Michelle,
    es tut mir wahnsinnig Leid, dass du deinen Sohn in einer stillen Geburt auf die Welt bringen musstest. Es kann sich sicher niemand vorstellen, welchen Schmerz und welches Leid du gerade erleben musst, der das nicht selbst mitgemacht hat. Ich kann daher nur erahnen, wie es dir im Moment gehen muss.
    Du wirst deinen Sohn niemals vergessen und ewig im Herzen tragen.
    Ich wünsche dir und auch deinem Freund viel Kraft diese schwierige Zeit durchzustehen.
    Antwort

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