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Schreibaby - Hilfe die Zeit durchzustehen

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  • Eintrag vom 26.06.2019 13:57
    Hallo zusammen,

    da die Situation bei uns zu Hause immer schlimmer wird, habe ich mir überlegt, hier einen Beitrag zu schreiben. Vielleicht gibt es ja auch Eltern mit ähnlichen Erfahrungen, die uns tröstende Worte und Hoffnungen schenken können. Meine Frau weiß nicht, dass ich hier schreibe, ich mache mir aber große Sorgen, dass sie die Zeit nicht durchsteht.

    Wir sind am 9. Mai glückliche Eltern geworden. Der Kleine kam leider 5 Wochen zu früh, hatte Gelbsucht (zwei Wochen Kinderstation und mehrere Baulichttherapien) sowie ein Hämatom am Kopf (er lag schon recht früh sehr tief). Der Start ging also schon einmal schwierig los. Er ist nun in der 7ten Woche. Seit 3 Wochen steht bei uns zu Hause die Welt Kopf. Der Kleine lässt sich weder tagsüber noch abends richtig beruhigen. Er schreit ständig und die Schreie sind so extrem und schrill, dass man denkt, es geht um sein Leben. Dabei ist der Kopf immer hochrot. Außerdem sind seine Schlafphasen sehr gering. Er wacht immer wieder auf und ist häufig am zappeln. Aktuell gibt es nur zwei Zustände, entweder er schläft mal kurz (selten) oder er ist wach und schreit. Dazwischen ist nichts. Wir haben das Ganze mal mehrere Tage notiert. Am Ende kam raus, dass er pro Tag ca. 10 min wach ist ohne zu schreien.

    Wir nutzen bereits alle Mittel (Tropfen für Darmentwicklung, Tropfen gegen Gase, Zäpfchen, Tragetuch, Pucken usw), von denen so Online gesprochen wird. Bis jetzt hat nichts wirklich geholfen.

    Wir waren auch bereits zweimal bei Osteopathen. Auch danach gab es keine Besserung und der Kleine hat während der Besuche nur geschrieben. Die Osteopathen waren von der Intensität auch sehr überrascht. Der Letzte hat uns folgende Erklärung mitgegeben: Es sind nicht nur Darmprobleme (sonst würde er nicht ununterbrochen schreien) sondern auch eine Regulationsstörung. Der Kleine kann sich aktuell nicht entspannen und ist dauergestresst. Er kann noch keine Reize verarbeiten.

    Wenn wir Ihn nicht ab und zu durch stundenlanges Tragen zum kurzzeitigen Einschlafen bringen, würde er wohl 24/7 schreien. Dieses Dauerschreien hinterlässt bei uns auch so langsam Spuren und ich mache mir große Sorgen um meine Frau. Ich selber bin tagsüber auf Arbeit aber sie hat den Kleinen ununterbrochen bei sich. In den Nächten kommt sich auf ca. 3 Stunden Schlaf (wenn man die Einzelphasen zusammen rechnet). Dies sieht man ihr auch an. Tagsüber geht das Schreien wie gesagt auch weiter und sie kommt kaum zum Essen oder Trinken.

    Damit wir uns selbst schützen, wurde uns geraten, Kopfhörer bei den Beruhigungsversuchen zu tragen. So dass die Akustikbelastung zumindest geringer ist. Keine Angst, wir wollen nicht den Kleinen in die Ecke legen und im Wohnzimmer unsere Ruhe haben. Wenn ich ihn aber z.B. um 3 Uhr für 2 Stunden rumtrage, dann kommt man damit besser klar, wenn die heftigen Schreie nicht so extrem zu hören sind.

    Aktuell halten wir uns an den Gedanken fest, dass bei einem Großteil das Ganze nach 3 Monaten zu Ende war. Bei vielen Blogs war das Problem jedoch nur Abends und nicht den ganzen Tag. Ich weiß, wir müssen da durchhalten, wenn es aber noch länger als 3 Monate dauert, mache ich mir echt Sorgen, dass meine Frau ernsthaft krank wird und die Belastung nicht mehr schafft.

    Hat hier vielleicht jemand ähnliche Erfahrungen gesammelt und hat positive Worte für uns. Wir klammern uns gerade an jeden Strohhalm und kämpfen uns von Tag zu Tag.
    Antwort
  • Kommentar vom 26.06.2019 14:09
    Als Ergänzung: Meine Frau stillt. Es funktioniert aber nur mit Stillhütchen. Auch das schränkt in einigen Dingen wieder ein.
    Antwort
  • Kommentar vom 26.06.2019 14:43
    Hallo vaderle,

    erstmal finde ich es toll dass du dich inorrmierst und dir Sorgen um deine Frau machst. Das lässt auf eine gute Beziehung schließen. Ich habe selbst einen 8 Wochen alten Sohn, bei ihm kenn ich das so nicht. Kann mir aber gut vorstwllen dass eure Nerven blank liegen. Schon bei ein paar Minuten schreien kann es anstrengend sein.
    Meine Bachelorarbeit habe ich vor 4 Jahren über Regulationsstöru gen geschrieben. Es gibt Schreiambulanzen, die euch evtl weiterhelfen können. Papoušek ist sehr bewandert auf dem Gebiet, google doch den Namen mal in Verbindung mit Schreibabys. Ich finde ihr habt schon viele Dinge sehr richtig gemacht. Manchmal hilft nur ein dunkler Raum, ohne optische und akkustische Reize und Kopfhörer...das ist wirklich gut für euren Selbstschutz.
    Ich wünsche euch ganz viel Kraft und dass es schnell besser wird und ihr passende Hilfe findet!
    Liebe Grüße

    Antwort
  • Kommentar vom 26.06.2019 15:13
    Zu aller Erst, finde ich es großartig wie Ihr mit der Situation umgeht. Ihr seid liebende Eltern, das liest sich sofort. Es ist absolut wichtig und richtig darüber zu sprechen und sich aktiv Hilfe zu holen. Es tut mir Leid zu lesen, dass bislang nichts geholfen hat-nicht nur für Euch sondern auch für Euren Sohn.
    Ich möchte den Beitrag nicht unkommentiert lassen, habe aber nicht annähernd so eine Situation erlebt um mir das Recht rauszunehmen schlaue Ratschläge zu erteilen, aber teile gerne meine Gedanken.
    Was sagt denn die Hebamme und der Kinderarzt?
    Eine Regulationsstörung und/oder ein Geburtstraumata finde ich auch einleuchtend, war ja auch kein leichter Start ins Leben.
    Ich finde die Idee mit den Kopfhörern sogar gut. Der arme kleine Mann hat so schon zu kämpfen und braucht einfach die starke Schulter von Mama und Papa, da hilft es niemanden wenn Ihr Unsicherheit, Nervosität oder auch Aggressivität ausstrahlt, ohne es wertend zu meinen sondern einfach nur auf das Gefühlschaos bezogen, was in einem nach dauer Schreien und Schlafmangel sicherlich wütet. Wenn mein Sohn geweint hat, weil der Bauch so gedrückt hat und ich einfach nicht mehr tun konnte als für ihn da zu sein, habe ich mir auch Musik angemacht. Das hat gleich eine ganz andere Atmosphäre geschaffen und hat sich auch gleich auf mein Kind übertragen.
    Was mir gerade noch in den Sinn kommt, ist das Stillen mit Stillhütchen. Ist es denn ausgeschlossen das der Kleine eventuell nicht genug bekommt und noch Hunger hat?Wie ist denn sein Verhalten an Mamas Brust? Hat er ein normal ausgebildetes Zungenbändchen?
    Eventuell sucht Ihr nochmal einen anderen Osteo auf, der besonders viel Erfahrung hat und spezialisiert ist.
    Gut das Du Dir dahingehend auch Gedanken um Deine Frau machst. Auf Dauer kommt sie sicherlich mehr als an ihre Grenzen 😕... Habt Ihr denn jemanden in der Familie der Euch unter die Arme greifen kann? Auch wenn es jeder Mama widerstrebt das Neugeborene in andere Hände zu geben, würde es ihr sicherlich mal gut tun, aus der Situation zu entfliehen und kurz Kraft zu tanken. Sei es ein Spaziergang, oder eine Mütze Schlaf oder in Ruhe ein Kaffee trinken, soweit es das Stillen erlaubt. Manchmal muss man dann auch einfach mal raus, nichts sehen und nichts hören.
    Eventuell wäre abpumpen auch eine Lösung? Dann kann deine Frau auch mal ,,Arbeit“ abgeben.
    Ich meine auch mal gelesen zu haben (Krankenhaus auf der Bult in Hannover), das <-Krankenhäuser auch ein Kurs/Hilfe in Sache Schreiambulanz haben. Vielleicht fragst Du in Deiner Umgebung noch mal nach.

    Ich wünsche Euch alles erdenklich Gute und das Ihr drei ganz bald zur Ruhe findet und dann Euer gemeinsames Glück in vollen Zügen genießen könnt!
    Antwort
  • Kommentar vom 26.06.2019 15:33
    Hallo
    Ich selbst habe zwar auch keine Erfahrungen mit einem Schreikind, aber die Schilderung der Schreisituation erinnert mich an eine Bekannte. Ihr Kind war auch bald dauerhaft heftig am schreien sie hat alles probiert, aber auch ihr hat nichts geholfen, bis sie den Kinderarzt wechselte und herauskam, dass das Kind eine Milchzuckerunverträglichleit hat. Sie hat dann abgestillt und spezielle Nahrung gefüttert und das Problem hat sich erledigt. Vielleicht wäre es also auch eine Möglichkeit euren Sohn darauf testen zu lassen, ob er bestimmte Bestandteile der Milch nicht verträgt.
    Hoffentlich findet ihr bald eine Lösung, die Situation ist ja für alle Beteiligten sehr anstrengend. Ich wünsche euch viel Kraft!
    Antwort
  • Kommentar vom 30.06.2019 18:05
    Danke für eure positiven Worte. Wir haben uns jetzt noch so eine elektrische Wippe besorgt aber die bringt eine Beruhigung auch nur bei 1 von 5 Versuchen. Ansonsten haben wir uns organisatorisch neu eingestellt. Ich gehe in der Wohnung gegen 20 Uhr eine Stunde mit ihm auf dem Arm umher. Meistens schläft er dabei ein. Dann gebe ich ihn meiner Frau und wir hoffen das er weiter schläft. Falls nicht, wird er sofort gestillt. Ich gehe in der Zeit ins Wohnzimmer zum schlafen. Meine Frau ruft mich dann an, wenn er wieder aufgewacht ist. Oft gegen 0 Uhr. Dann wechsle ich Windeln und sie stillt wieder bzw ich gehe zurück ins Wohnzimmer zum schlafen. Gegen 3 bzw 4 Uhr ruft sie mich dann an und ich nehme ihn bis ca. 5/6 Uhr. Dann mache ich mich für Arbeit fertig. So richtig schlafen tut er vor alle. bis 0 Uhr. Danach ist es sehr unruhig, wodurch meine Frau auch kaum schläft. Aber so bekommt jeder zumindest etwas Schlaf. Die Woche wird er zwei Monate. Hoffnung ist also, dass in einem Monat alles besser wird. Ansonsten bekommt meine Frau in der Woche Unterstützung durch ihre Mutti. Also wir haben zwar nicht die Superlösungem um ihn ruhig zu bekommen aber organisieren uns so gut wie möglich.
    Antwort
  • Kommentar vom 30.06.2019 19:42
    Erstmal Glückwunsch zum Nachwuchs!
    Mein Sohn ist 5 Monate alt, ich bin mit ihm alleine. Ein Baby kann einen wirklich an seine Grenzen bringen.
    Bei meinem hilft rausgehen, manchmal schreit er zwar auch im Wagen aber mir tut es auch gut rauszugehen und Nicht nur Inder Wohnung zu sein.
    Aber ich bin auch verzweifelt, ich hab mitgeheult...
    Wenn’s garnicht geht leg ich Ihnen sein Bett und geh raus. Auf den Balkon. Wo ich ihn nicht schreien höre.
    Komme mir zwar immer schlecht vor aber das muss manchmal sein. Und meist atme ich nur 10msl einund geh wieder rein.
    Es wird besser!
    L und E
    Antwort
  • Kommentar vom 30.06.2019 22:59
    Der Kleine hatte einen schweren Start und sicher massenweise zu verarbeiten. Vielleicht gibts in eurer Umgebung jemanden der sich auf Prä- und Perinatalpsychologie spezialisiert hat, Bindungsanalyse oder sich mit Therapien nach Karlton Terry befasst.

    Vielleicht als Literatur Tipp: https://www.amazon.de/Vom-Schreien-Schmusen-Weinen-Wonne/dp/371420038X/ref=mp_s_a_1_1?keywords=karlton+terry&qid=1561928293&s=gateway&sprefix=karlto&sr=8-1

    Alles Gute!!
    Antwort
  • Kommentar vom 14.07.2019 21:52
    Hallo Vaderle,

    das klingt enorm anstrengend und ich weiß wovon ihr redet. Unser Sohn kam im Oktober 18 zur Welt und hat ab der 3. Lebenswoche sehr viel geschrien. Stillen konnte ich auch nur 10 wochen mit Stillhütchen (mindestens alle 2h), dann hatte ich nur noch in einer Brust Milch und habe entschieden abzustillen (auch damit mein Mann mich entlasten kann). Wickeln, Autofahren, baden, Kinderwagen, Einschlafen..wir hatten immer Geschrei. Unsere Ärztin hat uns ergotherapie verschrieben, dort erhielten wir Ratschläge, wie wir die Reize minimieren können. Unser Sohn war ständig überreizt. Sehr viel Tipps kann ich nicht geben, aber es wird besser. Mit genau 13 wochen war das Geschrei vorbei. Uns hat eine Federwiege Erleichterung gebracht und vor allen Dingen die Babytrage. Wir haben Feste und alles was laut ist gemieden. Kein Fernsehen, Radio etc.. Unser Sohn ist mit 9 Monaten immer noch ein nörgeliges Baby und anstrengender als andere Babys, aber er ist auch enorm aufmerksam und weiter als andere. Er lacht viel, liebt es zu baden und fährt auch im Kinderwagen. Mir ging es die ersten Monate auch sehr schlecht, weil ich das Gefühl hatte zu versagen. Ich konnte nicht ins Cafe und zum Rückbildungskurs. Eine liebe Freundin hat ihn ab und zu geschnappt und in die Trage genommen, damit ich/wir etwas entspannten konnten (auch das viel aber schwer). Die bereits oben erwähnte Schreiambulanz ist auf jeden Fall ein guter Tipp. Mir tat auch jedes Gespräch gut, mit Menschen, die es wirklich verstanden haben. Es wird definitiv besser!! Ich drücke euch die Daumen!!!
    Antwort
  • Kommentar vom 28.08.2019 11:23
    Mal ein kleines Update:
    Wir hatten nun auch einen Termin beim Orthopäden hinter uns. Dieser hat KISS vermutet und eine Einrenkung durchgeführt. Der Kleine hat geschrien wie wild. Heute hatten wir den ersten Termin bei der folgenden Physiotherapie. Die Stunde der Behandlung war es auch ein dauerhaftes schrilles Schreien. Die Therapeutin war völlig erschrocken über dieses Ausmaß. Wir gehen so langsam davon aus, dass es keine Blockade oder sowas ist sondern einen rein regulatorischen Hintergrund hat. Leider kann man bei solchen Ursachen nicht wirklich viel machen. In den letzten 3-4 Monaten haben wir gefühlt alles an Infos verschlungen was verfügbar ist. Bei regulatorischen Störungen scheint am Ende die Zeit die Lösung zu bringen. Der Zustand ist aber nun auch bei uns deutlich im Körper/Geist zu spüren. Wir sind eigentlich dauerhaft KO. Wenn das ganze vielleicht noch Monate so weitergeht, weiß ich nicht, wie wir das durchstehen sollen.

    Wir werden jetzt nochmal einen weiteren Versuch mit der Atlas-Therapie bei einem anderen Orthopäden probieren.

    Ansonsten werden wir wohl bald einen Psychologen aufsuchen, der auf Eltern mit Schreibabys spezialisiert ist. Das ganze nicht mit einem Profi aufzuarbeiten ist auf lange Sicht sicherlich auch gefährlich.

    Die Hoffnung auf eine zeitnahe Verbesserung verschwindet zwar langsam (zu viele Versuche mit Methoden ohne den gewünschten Erfolg machen sich bemerkbar) aber wir halten irgendwie durch.
    Antwort

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