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Plazentainsuffizienz/ Präeklamsie?

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  • Eintrag vom 24.07.2020 11:27
    Hallo ihr Lieben.
    Ich möchte gerne meine/unsere Geschichte teilen. Meine Tochter kam in 37 +6 ssw, nach 6 Tagen erfolgloser Einleitung, per Kaiserschnitt zur Welt und ist ein gesundes zartes Kind.
    Bis zur 34. Schwangerschaftswoche lief meine Schwangerschaft völlig komplikationslos. Mein Bauch war von Anfang an, für meinen Geschmack, etwas klein aber kein Grund zur Besorgnis, da dies ja völlig individuell sein kann. Ich konnte noch lange meinem Hobby, dem Reiten, nachgehen und hatte auch sonst keinerlei Beschwerden.
    Beim dritten Screening, also in der 29.ssw fiel meiner Gynäkologin das erste Mal das zu geringe Gewicht meiner Tochter auf. Zu diesem Zeit wurde noch davon ausgegangen, dass sie einfach ein sehr zartes Kind werden würde. Bei der nächsten Ulltraschalluntersuchungin der 33. ssw allerdings fiel erneut das Gewicht auf. Meine Tochter lag mit ihrem Gewicht unter der untersten Perzentile. Meine Gynäkologin kontrollierte die Durchblutung über die Nabelschnur und die Gebärmutterarterien. Alles unauffällig, wie im übrigen auch das CTG, mein Blutdruck und Urinuntersuchung. Um auf Nummer sicher zu gehen besorgte sie mir allerdings trotzdem einen Termin im Krankenhaus zur Kontrolle. Ich musste 11 Tage auf einen Termin warten und dachte mir, dass es ja so schlimm nicht sein könnte wenn meine Gynäkologin mich guten Gewissen so lange warten lassen könnte.
    In der 34. ssw hatte ich dann meinen ersten Termin im Krankenhaus. Das Gewicht meiner Kleinen wurde von dem Gynäkologen im Kh auf ca 1700g geschätzt/ ausgemessen. Er kontrollierte ebenfalls die Durchblutung und die Fruchtwassermenge. Alles so wie es sein sollte. Zudem wurde eine Blutentnahme gemacht und der Blutdruck kontrolliert.( Blutdruck unauffällig bei 120/80) Man sagte mir, man würde mich bei auffälligen Blutwerten am Nachmittag anrufen, ansonsten sollte ich 10 Tage später wieder kommen um das Gewicht der Kleinen weiter zu kontrollieren.
    Am Nachmittag dann der Anruf: Mir seien Blutwerte abgenommen worden, welche eine Präeklamsie vorhersagen könnten, der Quotient SFLT. Dieser sei erhöht gewesen und würde mit einer ziemlich hohen Wahrscheinlichkeit voraussagen, dass sich in 3-6 Wochen eine Präeklamsie entwickeln könnte. Ich sollte 1Woche später zur Kontrolle wieder kommen. Ich verfiel in absolute Panik. Ich wusste, dass ich mit einer Präeklamsie nicht bis zur 40. Woche kommen würde. Hatte Angst vor einer Frühgeburt, das es meinem Kind nicht gut gehen könnte, ich nicht normal entbinden könnte und und und. Zu viele Gedanken auf ein Mal.
    Ich durchforstete das Internet. Fast alles was ich las machte mir nur noch mehr Angst.
    Beim nächsten Termin ( 34+4) wurde wieder ein Ultraschall gemacht. ( Ihr Gewicht nur minimal gestiegen) CTG, Doppler, Blutdruck unauffällig. Der Blutwert allerdings massiv von 151 auf 218 angestiegen.
    Der Gynäkologe sprach bereits von einer stationären Aufnahme, wollte aber zunächst weiter beobachten, da abgesehen von der Wachstumsretardierung und dem Blutwert alles unauffällig war. Drei Tage später die nächste Kontrolle. Wieder ein Ultraschall, CTG und Blutentnahme. Das Gewicht wurde auf 1936g geschätzt. Immer wieder wurde mir gesagt, dass ich auf Kindsbewegungen achten soll und sobald mir etwas komisch vorkäme, mich im Krankenhaus melden soll. Da das Wochenende bevorstand, sollte ich sogar zum CTG schreiben in den Kreissaal kommen. Ich war fix und fertig und hatte eine Riesen Angst, wollte aber zeitgleich das die Kleine solange wie möglich in meinem Bauch bleibt. Ich wusste nicht, was das Richtige ist. Sollte ich mich schon aufnehmen lassen? Bewegt sich mein Kind noch wie immer? Was könnte passieren, wenn ich zulange warte?
    Meine Wahrnehmung war völlig durcheinander gebracht.
    Durch die enge Anbindung allerdings fühlte ich mich aber gut aufgehoben und schonte mich zu Hause. Das CTG war weiterhin unauffällig. Lange Rede, kurzer Sinn. Ich hangelte mich von Termin zu Termin. Der Quotient der Blutentnahme stieg immer weiter an, Symptome hatte ich dennoch keine. Das Gewicht meiner Tochter stieg stetig aber blieb unter der untersten Perzentile. Doppler und CTG waren ebenfalls weiterhin unauffällig. Wieder las ich im Internet und las einiges über einen späten Fruchttot durch eine Plazentainsuffizienz. Ich hatte Angst, mir könnte das gleiche passieren. Also entschied ich mich gemeinsam mit dem Gynäkologen dazu, mich in 37+0 aufnehmen zu lassen und mit einer Einleitung zu beginnen, obwohl mein Geburtsstand sehr unreif war. Auch Senkwehen hatte ich bis dahin nicht, oder habe sie zumindest nicht gemerkt.
    Dank Corona durfte ich mit der Aufnahme weder Besuch bekommen, noch das Krankenhaus für einen Spaziergang verlassen. Selbst mein Partner durfte mich zunächst nicht besuchen. Es wurde erneut der Quotient abgenommen. Er war erstaunlicherweise wieder gesunken. Ich war mir noch unsicherer ob ich das Richtige tue. Dennoch stimmte ich der Einleitung zu. 6 Tage Einleitung ohne irgendeine Wirkung hatten wir schließlich hinter uns. Ich war psychisch völlig k.o und machte mir Sorgen um mein Kind. Vielleicht war eine Einleitung doch zu stressig für sie? War sie noch nicht soweit?
    Ich hatte nicht das Gefühl, dass noch irgendetwas das ganze voranbringen könnte, also beschloss ich einen Kaiserschnitt zu verlangen. DIE schwerste Entscheidung überhaupt, da ich genau das nie wollte.
    Selbst in der Vorbereitung für die OP zweifelte ich, ob es das Richtige wäre.
    Dann ging alles ganz schnell, ich zitterte wie Espenlaub und alles fühlte sich falsch an!! Als endlich der erste Schrei meiner Tochter durch dem OPsaal halte, fiel all die Anspannung der letzten 4 Wochen von mir ab. Sie war kerngesund, nur viel zu leicht. 2300g wog sie bei ihrer Geburt, benötigte jedoch keinerlei maschinelle Unterstützung. Heute ist sie fast 9 Wochen alt und hat sich gut entwickelt.
    Nach wie vor, bin ich mir immer noch unsicher ob ich das Richtige getan habe. Natürlich geht es in erster Linie darum, dass meine Tochter gesund und munter zur Welt kam, dennoch war die gesamte Situation so wenig eindeutig und sehr belastend. Rückblickend war der Kaiserschnitt für mich sicherlich genau so traumatisch wie für meine Tochter, aber ich denke wir haben uns gut berappelt.
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