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Themenbereich: Abpumpen

Vorgehen beim geplanten Pumpstillen

Anonym

Frage vom 21.11.2017

Hallo,

ich werde Ende Januar zum 1. Mal Mutter. Schon seit ich denken kann, ist der Wunsch zu Stillen bei mir nicht vorhanden, im Gegenteil, ich würde sagen, ich lehne das Stillen recht deutlich in der Theorie ab für mich selbst. Das wird sich auch nach der Geburt nicht ändern, davon gehe ich einfach mal aus. Es ist einfach so und ich möchte da auch nicht vor mich hinphilosphieren wieso weshalb warum. Ich habe einige Bücher zum Stillen gelesen und auch diese haben mich eher bestätigt, dass ich es nicht möchte. Dennoch habe ich die Vorteile natürlich verstanden, die durchs Stillen entstehen. Vor allem der Vorteil der Muttermilchqualitiät gegen industielles Milchpulver ist natürlich schwerwiegend. Daher möchte ich meinem Kind die MuMi nicht vorenthalten, vor allem nicht in den ersten drei Monaten. Pumpstillen ist für mich daher ein Weg, den es auszuprobieren gilt. Meine Fragezeichen ergeben sich, wenn ich an die Krankenhauszeit denke. Das Baby wird ja - wie man so liest - sofort angelegt. Ich stelle mir eine Schwester vor, die ratz fatz mir das Kind an die Brust legt. Sollte man in meinem Fall hier schon sagen, "nein, das Kind wird nicht gestillt, sondern bekommt die Flasche, ich pumpe auch das Kolostrum ab?" Oder ist es besser im Krankenhaus zu stillen und danach anfangen abzupumpen? Ich möchte einfach einen logischen Einstieg schaffen.Logisch für mich wäre, wenn das Kind gleich an die Flasche gewöhnt wird und nicht gegen meinen Wunsch dann doch beginne zu stille, auch wenns nur für kurz ist. Allerdings weiß ich nicht, inwieweit das ein großer anstrengender Aufwand ist, sofort die Pumperei anzufangen wo es doch easy ist, das Kind erst mal anzulegen (ich weiß zudem auch nicht, wie schnell das Kolostrum gefüttert werden muss) Zudem habe ich keine Ahnung, ob Hebammen und Schwestern im KK auf den Pumpstillwunsch so vorbereitet sind und einem da entgegenkommen. Was meinen Sie?Welches Vorgehen soll ich im KK erbitten? Ich bin da wirklich unsicher...

Vielen Dank!

Antwort vom 24.11.2017

Hallo!
Ich kann Ihnen nicht vorhersagen, wie die Schwestern und Hebammen an der Klinik reagieren, wo Sie entbinden möchten. Primär möchte ich Ihnen aber raten, erst einmal den ehrlichen Versuch zu unternehmen, Ihr Anliegen einfach vorzutragen. Möglicherweise kennt sich Ihre Wochenbetthebamme auch aus auf der Abteilung, auf der Sie entbinden werden. Prinzipiell sieht der "übliche Weg" folgendermaßen aus: nach der Geburt ist der erste Hautkontakt von Mutter und Kind ohne Untersuchung und Störung eigentlich der Wunsch einer jeder Mutter und auch das Ziel der Hebammen. Innerhalb der ersten zwei Stunden nach der Geburt, wo Mutter und Kind im besten Fall sehr wach und aufnahmebereit sind, findet ein erstes wichtiges Kennenlernen statt und Bindung wird aufgebaut und intensiviert. Innerhalb dieser Zeit (durchschnittlich nach 50 min) beginnen die allermeisten gesunden Neugeborenen die mütterliche Brust zu suchen, danach zu krabbeln, zu Saugen und zu Lecken. Das ist ein wichtiger Vorgang für die Prägung an der Brust. In den meisten Kliniken helfen (leider auch oft ungefragt und ohne Rücksprache) die Hebammen bei diesem ersten Versuch bzw. geben erste Tipps zum Halten und Positionieren. Das Ziel ist es, das das Neugeborene an der Brust zum ersten Mal saugt, um rasch Kolostrum (u.a. wichtig für die zügige Ausscheidung des Kindspechs und zur Stabilisierung des Blutzuckers) zu erhalten, bevor es dann nach ca. 2 Stunden in den ersten tieferen Schlaf sinkt. Das ist der Hintergrund des "sofortigen Anlegens", wobei es unterschiedliche Vorgehensweise mit mehr oder auch weniger großem Zeitfenster und Geduld an der verschiedenen Kliniken gibt. Da Sie die Mutter Ihres Kindes sind, dürfen Sie all diesem Vorgehen zustimmen oder auch nicht. Statt das Neugeborene anzulegen, können Sie natürlich auch gleich vor Ort das Kolostrum ausstreichen (oder Sie machen es später alleine im Zimmer, wie es Ihnen angenehmer ist und kuscheln nach der Geburt "nur" mit Ihrem Kind). Lassen Sie sich die Vorgehensweise von Ihrer Wochenbetthebamme vorher gut zeigen, denn das Ausstreichen und Massieren der Brüste ist etwas, was Sie auch beim Pumpstillen wissen müssen und immer wieder machen werden. Im Grunde reicht es am ersten Tag, dass Sie die Brust nur massieren und Kolostrum mit der Hand gewinnen, sammeln und Ihrem Kind bei nächster Gelegenheit verfüttern. Sie könnten aber auch, wenn es Ihnen einfacher erscheint, nach 12 Stunden zum ersten Mal die Pumpe nutzen und nach einem Schema das Abpumpen so imitieren, wie ein Neugeborenes auch saugen würde, z.B. am 2.-3. Tag ca. 8-10-12x in 24 Stunden. Wenn Sie das Pumpstillen planen, macht es Sinn, dass Sie sich eine eigene elektrische Pumpe anschaffen, lassen Sie sich dahingehend von Ihrer Hebamme beraten. Somit könnten Sie vorbereitet diese schon in der Klinik dabei haben und kennen den Umgang damit. Mit Ihrer Hebamme ist es wichtig zu besprechen, wie das Pumpmanagement und das Füttern der Muttermilch sich im Laufe der ersten Tage und dann Wochen verändern muss, damit auch so viel Milch gebildet wird, dass es sich an die Bedürfnisse des Kindes anpasst. Das gilt auch für den Umgang mit der Brust mit Beginn der zunehmenden Milchbildung. Wenn Sie also über alle anderen Tipps ebenfalls informiert sind, kann ich mir vorstellen, dass Sie entschlusskräftig genug sind, Ihr Bedürfnis auch durchzusetzen. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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