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Meine Gedanken nach meiner Fehlgeburt 17 Ssw

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  • Clara89
    Gelegenheitsclubber (1 Post)
    Eintrag vom 05.03.2018 23:10
    Hallo ihr Lieben,
    ich weiss wir kennen uns nicht persönlich und doch habe ich mich vielen von euch in den letzten Monaten näher gefühlt als ihr euch vielleicht vorstellen könnt.
    Am 09. August 2017 habe ich eine Fehlgeburt in der
    17. SSW erlitten. Einen Tag den ich nie vergessen werde.

    Nach 13h Wehen und am Ende meine Kräfte, habe ich meinen Sohn geboren und Gleichzeitig auch wieder für immer verloren. Noch heute fällt es mir schwer darüber zu sprechen. Erst jetzt Monate später finde ich die Kraft erstmals offen darüber zu schreiben. Der einen oder anderen kommt das sicherlich seltsam vor und auch ich weiss nicht genau, was mich dazu bewogen hat, gerade heute diese Zeilen zu verfassen.

    In den letzten Monaten hat mir besonders ein Gedanke geholfen. Der Gedanke, Du Bist Nicht Allein! Ich habe von vielen verschiedenen Schicksalen gehört bzw. gelesen und sie alle haben mich berührt und mir geholfen das Erlebte zu verstehen und zu verarbeiten. Kurz nach meiner Fehlgeburt beschäftigte mich nur eine Frage. Warum? Warum ist es passiert? Warum ausgerechnet ich? Ich habe lange die Schuld auch bei mir selbst gesucht und mich dafür verantwortlich gemacht, dass es zu einer Fehlgeburt kam.

    Heute weiss ich, dass es nicht so ist und das ich auf die Frage Warum wohl nie eine Antwort erhalten werde. Viele von euch werden diese Zeilen kurz nach einer Fehlgeburt lesen, wenn man sich fühlt als würde einen die Trauer und der Schmerz erdrücken, wenn man sich fragt wie es weitergeht und ob man überhaupt die Kraft hat weiter zu machen. Viele von euch haben vielleicht vor längerer Zeit so einen schweren Verlust erlitten und kämpfen noch mit ihren Gefühlen. Einige werden ganz und gar noch schlimmere Erfahrungen bzw. Erlebnisse in dieser Richtung haben.
    Ich weiss noch wie ich mir kurz danach völlig allein gelassen auf der Welt vorkam und das Gefühl hatte, dass niemand mich versteht. Ja ich selbst habe meine Gefühlswelt nicht einmal verstanden. Ich hatte Angst, dass mich die Trauer und Schmerz daran kaputt machen werden und ich habe lange Wochen mit dem Gedanken gelebt einfach so zu tun als wäre nie etwas gewesen. Aber das hilft nicht. Geholfen hat mir erst, als ich anfing zu merken das ich nicht allein mit meinem Schicksal bin.

    Mein Partner und ich, haben 2 Jahre lang versucht ein Baby zu bekommen. Die Ärzte hatten uns eine 5 Prozentige Chance gegeben auf dem natürlichen Weg schwanger zu werden. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie sehr wir uns gefreut haben, als ich völlig unverhofft dann doch, ohne künstliche Befruchtung schwanger geworden bin und dann auch noch die kritischen Ersten Wochen unbeschadet überstanden habe. Um so größer war der Schock für uns, als in der 17. Ssw meine Fruchtblase platzte und die Wehen begannen. Unser kleines Wunder war noch nicht Überlebensfähig und verließ uns an diesem Tag wieder.

    Noch heute Frage ich mich, wie man jemanden den man noch nicht einmal richtig kennenlernen durfte, so sehr lieben kann. Aber die Liebe einer Mutter kennt keine Grenzen. Ein besonderes Zitat hat mich in den letzten Wochen begleitet. Es hat mich so sehr berührt, dass ich es einfach nicht mehr vergessen kann. (Zitat) "Der Tod beendet ein Leben, nicht eine Beziehung." Die Beziehung zu seinem Kind kann man niemals verlieren und genau das gibt mir Hoffnung und Kraft.

    Ich möchte euch mit diesen vielen Zeilen übermitteln, dass ihr es schafft! Das ihr alle so unendlich stark seit und nicht allein mit diesem Schicksal. Ich würde gern sagen, dass es igrendwann aufhört weh zu tun, aber das wäre gelogen. Denn auch ich fühle den Schmerz nach wie vor. Aber es wird irgendwann leichter. Ich weiss das hört sich wie eine Floskel an und auch ich habe es direkt danach auch nicht glauben wollen. Aber so ist es.

    Natürlich werde ich wehmütig, wenn ich an mein kleines Wunder denke. Natürlich laufen auch bei mir die Tränen, wenn ich mir vorstelle ihn jetzt im Arm halten zu können und es doch nie tun werde. Aber irgenwann brach für mich nicht mehr die ganze Welt zusammen bei diesen Gedanken. Ich begriff irgendwann, dass ich nicht allein bin mit dem was mir passiert ist und ich denke das dies auch das Wichtigste dabei ist. Zu wissen das es noch andere da draußen gibt denen es genauso geht wie mir.

    Ich weiss, dass ich jetzt viel dazu geschrieben habe und vermutlich ist es soviel das es kaum jemanden gibt der sich das antut und alles ließt. Aber wenn es da draußen auch nur eine Person gibt, der ich mit meinen Worten bzw. meiner Geschichte etwas Mut machen kann, dann bin ich schon zufrieden. Denn mir hat der Gedanke, das ich nicht allein bin und auch viele andere dieses Schicksal teilen, Kraft gegeben und das möchte ich gern irgendwie wieder zurück geben.
    Antwort
  • Sternenmamamonja
    Juniorclubber (47 Posts)
    Kommentar vom 22.03.2018 09:21
    Liebe clara
    Ich habe deinen Beitrag gerade gelesen und es tut gut es zu lesen. Ich musste meinen kleinen Marius in der 18. Woche still zur Welt bringen. Und es bringt mich fasr um den Verstand. Auch wenn ich schon Kinder habe...der kleinste hilft mir um mich abzulenken aber trotzdem ist es ein unendlicher Verlust.. es vergeht keine Sekunde an dem ich nicht an ihn denke:( auch würde ich gerne direkt wieder anfangen schwanger zu werden..die Ärztin riet mir 3 Monate zu warten. (4.3.18)ist ja jetzt erst fast 3 Wochen her..
    Wie ist das bei dir?

    Danke für deinen Beitrag.ee hilft mir darüber neu zu denken..
    Es tut mir so unendlich Leid für dich und ich weiss genau wie du dich fühlst. Fühl dich lieb in den arm genommen..
    Antwort
  • Eulchen87
    Superclubber (191 Posts)
    Kommentar vom 24.03.2018 18:35
    Liebe Clara,

    Auch ich habe deinen Beitrag gerade komplett gelesen und möchte dir von Herzen dafür danken! Es tut mir unheimlich Leid, dass ihr so etwas Schreckliches erleben musstet... Ich selbst habe mein kleines Sternchen in der 11. SSW verloren, was für mich schon ein furchtbares Erlebnis war, da möchte ich mir gar nicht ausmalen, wie schlimm es noch ein paar Wochen später sein muss...

    So unterschiedlich unsere Erlebnisse auch waren, habe ich mich in deinen Gedanken wiedergefunden. Es hat mir auch unheimlich geholfen zu wissen, dass ich nicht allein mit dem Schicksal bin. Das bedeutet nämlich, dass ich nicht Schuld daran bin, denn solche Dinge, so schlimm und unverständlich sie auch sind, nun einmal leider passieren. Auch wenn es unglaublich traurig ist, dass es gerade uns getroffen hat. Mir hat auch der Gedanke geholfen, dass dieses Erlebnis nicht bedeutet, dass es beim nächsten Mal genauso läuft.
    Und wenn es andere Frauen geschafft haben, mit diesem Schicksal zu leben, werden wir es auch schaffen. Dabei tut der Austausch mit anderen Frauen unheimlich gut.

    Ich danke dir also dafür, mich daran erinnert und mich darin bestärkt zu haben.

    Ich wünsche dir alles Gute und weiterhin so viel Kraft!

    Liebe Grüße!
    Eulchen
    Antwort
  • Charly1985
    Very Important Babyclubber (778 Posts)
    Kommentar vom 29.03.2018 08:35
    Liebe Clara!
    Danke für Deine Worte die Du geschrieben hast. Ich habe sie gerade zu Ende gelesen. Vor 2 Tagen verloren wir unser Krümelchen in der 13. Woche. Es war ein absolutes Wunschkind, nach über 2 Jahren einen, einer Fehlgeburt in der 9. Woche, ( bei ihm hat nie das Herzchen geschlagen) waren wir unglaublich glücklich als ich im Februar in der 7. Woche das Herzchen schlagen sah. Es hat sichnzeitgerecht entwickelt, es war alles gut, der Harmonytest fiel gut aus und als ich die 12. Woche geschafft hatte war ich zufrieden und glücklich und es war perfekt. Vielleicht zu perfekt. Am Montag schlief ich abends auf dem Sofa ein und wachte in meiner eigenen Blutlache auf. FAhrt ins Krankenhaus. Beim US ging es dem Kind gut, es hatte sich jedoch ein Hömatom bgebildet das immer stärker blutete. Am nächsten Morgen um 5 ging es dem Kind immer noch gut, hat gewunken. Nur diese Blutungen wurden immer stärker. Um 9 Uhr war es leider nicht mehr aufzuhalten, Teile der Plazenta wurden abgelöst und unser Krümelchen hat es nicht geschafft.
    Gestern wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen, es geht mir nicht gut. Ich werde nächste Woche 39 Jahre alt und ich frage mich, warum das passieren musste. Ich mache mir Vorwürfe nicht gut genug auf unser Kleines aufgepasst zu haben (zu Beginn der Schwangerschaft hatte ich bereits ein kleines Hämatom das nach 2 Stirzblutungen und 5 Tage Bettruhe weg war). Hätte ich mich mehr schonen müssen?
    Durch dieses Schicksal sind mein Mann und ich wieder enger zusammengewachsen. In den letzten Wochen hatte ich das Gefühl dass unsere Wege in verschiedene Richtungen laufen, mein Mann ist beruflich sehr erfolgreich und eingespannt und ich freue mich sehr über seinen Erfolg. Mein großes Glück war das Baby, auch seins, aber das Gefühl habe ich erst jetzt seit unser Krümelchen weg ist. Ihm geht es sehr schlecht.
    Ich wünsche mir dass der Schmerz nachlässt, dass wiriegendwann den Mut und die Hoffnung haben es noch einmal zu versuchen auch wenn ich schon relativ alt bin. Aber unser Krümelchen hat seinen Platz in meinem Herzen und ich bin ihm unendlich dankbar über die Freude ich spüren dürfte als ich es am Ultraschall sehen durfte. Vor allem nach dem letzten FA-Besuch, ich bin so glücklich nach Hause gefahren...
    Wir wollen für unser Krümelchen einen Baum pflanzen und irgendwann können wir die Früchte davon ernten und uns an die wunderbare Zeit erinnern als mein Mann und ich es gemeinsam auf dem US sehen durften. Nächste Woche erfahre ich durch den Harmonytest was es geworden wäre. Leider konnte ich es auf die Schnelle nicht erkennen nachdem es geholt wurde. Es hatte die Nase meines Mannes und es war alles dran.
    Ich wünsche allen die so etwas erleben mussten ganz viel Kraft, ich weiß nicht ob ich es ohne Hilfe schaffe mich davon zu erholen. aber ich werde mich nicht scheuen mir Hilfe zu holen.

    Charly1985 mit Krümelchen 12+3
    Antwort

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