my babyclub
menü
babyclub.de - alles rund um Baby, Schwangerschaft, Geburt, Vornamen, Hebammen
Bitte einloggen

Passwort vergessen?
Noch nicht Mitglied?
Kostenlos registrieren
My Babyclub.de
Natürlicher Abgang mit Cytotec (Misoprostol) bei MA 8. SSW - meine Erfahrung

Antworten Zur neuesten Antwort

  • Eintrag vom 25.02.2020 14:12
    Hallo liebe Frauen (in der gleichen schrecklichen Situation wie ich kürzlich…)

    Ich schreibe diesen Erfahrungsbericht, weil ich selber mühsam tagelang nach Informationen gesucht habe und froh über die Handvoll Berichte war, die ich finden konnte. Sie haben mir sehr bei meiner Entscheidung geholfen und direkt vorab: ich würde es immer wieder so machen!

    Eine Frau hat (je nachdem wie weit fortgeschritten die SS schon war) bei einer Fehlgeburt in der Regel 3 Möglichkeiten.

    1. Auf einen natürlichen Abgang warten.
    2. Ausschabung
    3. Tabletten (Misoprostol, Cytotec) einnehmen, die eine Kontraktion der Gebärmutter auslösen

    Ich hatte eine MA. In der 6. Woche war im Ultraschall kein Embryo zu sehen. Grundsätzlich nicht ungewöhnlich und es kann auch nur ein bisschen früh sein, aber ich hatte ein sehr schlechtes Gefühl. Meine Intuition war richtig. Nachdem sich trotz mehrerer Kontrolltermine einfach kein Embryo zeigen wollte und meine Fruchthöhle bis auf den noch wachsenden Dottersack leer blieb, stellte meine Frauenärztin die Diagnose Missed Abortion oder auch verhaltene Fehlgeburt.

    Davon spricht man, wenn keine intakte Schwangerschaft vorliegt, aber der Körper davon „noch nichts mitbekommen“ hat. Oft wird weiter hcG produziert sodass die Schwangerschaftssymptome weiter da sind. Die Diagnose ist dann natürlich wie ein Schock aus heiterem Himmel. :(

    Am 07.02., 10.02. und 13.02. war ich bei meiner Ärztin sowie in der Klinik zur Absicherung der Diagnose. Vielleicht sollte ich erwähnen, dass man mir in der Klinik direkt angeboten hat, einen Termin für nächste Woche zur Ausschabung zu machen. Ich wollte aber keine Vollnarkose. Ich habe eine Nadelphobie seit meiner Kindheit. Außerdem habe ich mich über mögliche Risiken informiert und mehrfach gelesen, dass die Blutungen nach einer AS sehr lange andauern können.

    Ich wollte aber einen natürlichen Weg und meinem Körper die Gelegenheit geben, sich selbst zu helfen. Außerdem möchte ich schnell wieder schwanger werden. Sicher verarbeitet jeder eine Fehlgeburt anders, aber mir hilft es, nach vorn zu schauen und daran halte ich mich fest.

    Am 13.02. bekam ich dann endlich das Rezept für Cytotec. Endlich, weil ich es schnell hinter mich bringen wollte und jeder weitere Tag eine Qual war.
    Leider musste ich bis nachmittags warten, da die Apotheke die Tabletten erst bestellen musste. Um 14:15 Uhr nahm ich eine halbe Ibu 600 weil ich Angst vor den Schmerzen hatte, die manche Frauen beschrieben haben. Um 15 Uhr konnte ich die Tabletten dann abholen. Um 15:45 Uhr habe ich mit 2 Tabletten vaginal begonnen und dann hieß es warten...

    Meine Frauenärtzin hatte mir empfohlen, die Cytotec oral zu nehmen, aber ich hatte bei vielen gelesen, dass sie vaginal besser wirken. Außerdem hat man so angeblich weniger Nebenwirkungen (Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen).

    Ich saß also da und wartete. Nichts passierte. Um 19:45 Uhr nahm ich wieder 2 Tabletten. Außer leichten Krämpfen für etwa 10 Minuten passierte nichts. Völlig irritiert bin ich gegen 23 Uhr ins Bett gegangen.

    Die Dosis, die von führenden Medizinern bei einer MA oder einer Abtreibung empfohlen wird, ist in der Regel 4 mal 200 vaginal. Ich habe an mir gemerkt, dass es anscheinend von Frau zu Frau unterschiedlich ist, was besser wirkt.
    Für mich hat es dann funktioniert sie oral zu nehmen.

    Kurz gesagt: Ich hatte während der Zeit von Donnerstag nachmittag bis Samstag Nachmittag quasi keinerlei Reaktion - auch kein Durchfall oder Ähnliches. Als sich nichts getan hat habe ich dann auch die Tabletten oral eingenommen und in einer anderen Dosierung als vaginal, hierzu hatte ich auch ziemlich viel im Internet gelesen.

    Folgende Dosierung habe ich in der Zeit verwendet:
    Donnerstag 13.02.
    – 15:45 Uhr 2 mal 200 vaginal
    – 19:45 Uhr 2 mal 200 vaginal
    Freitag 14.02.
    – 05:30 Uhr 4 mal 200 vaginal
    – 09:00 Uhr 2 mal 200 oral
    – 14:00 Uhr 2 mal 200 oral
    – 20:45 Uhr 2 mal 200 oral
    ( Die Tabletten, die ich ganz früh morgens vaginal genommen hatte, kamen beim Pipi machen halb aufgelöst wieder raus.)

    Samstag 15.02.
    – 07:30 Uhr 4 mal 200 vaginal (ich dachte, ich habe sie vielleicht nicht weit genug rein getan und deshalb haben sie sich nicht aufgelöst..)
    - 10:30 Uhr 2 mal 200 oral
    - 12:00 Uhr 2 mal 200 oral
    - 21:00 Uhr 2 mal 200 oral

    Ihr seht also ich habe beides ausprobiert, vaginal und oral, und war ehrlich gesagt am Samstag ziemlich verzweifelt. Bis 17 Uhr hatte sich rein gar nichts getan. Keine Übelkeit, kein Durchfall, keine Krämpfe – nichts! Ich habe alle Hoffnung auf die Tabletten gesetzt, eine AS wäre wirklich der absolute Horror für mich gewesen...

    ENDLICH - Um 17 Uhr begann die Blutung schmerzlos mit einem Schwall Blut. Ich war einfach unfassbar erleichtert. Das war also am Samstag Nachmittag, und die Blutung steigerte sich langsam. Am Donnerstag und Freitag habe ich noch prophylaktisch immer eine halbe Ibuprofen 600 genommen, aber da ich keine Schmerzen hatte, habe ich das gelassen und muss sagen, dass die Krämpfe sehr gut erträglich waren, etwa wie bei einer kräftigen Periodenblutung.

    Am Sonntag und Montag Mittag habe ich nochmal 2 mal 200 oral eingenommen.

    Ich habe am Sonntagabend und Montag Mittag jeweils zwei etwa 6 cm lang und 3 cm breite Stücke verloren, von denen ich denke, das es die Plazenta und die Fruchthöhle war. Ich war ziemlich geschockt als das da aus mir heraus plumste aber auch sehr erleichtert. Da bei mir ja nie ein Embryo zu sehen war, war es glaube ich nicht so schrecklich. Es ist sicher nochmal etwas ganz anderes, wenn da ein Embryo mit abgeht.

    Meine Angst war immer, dass ich trotz Cytotec eine Ausschabung machen muss, weil sich nicht alles löst aber Gott sei Dank war das nicht nötig.

    Am Dienstag hatte ich dann einen Kontrolltermin bei meiner Frauenärztin. Sie hat ein Ultraschall gemacht und mir bestätigt, dass außer einer hoch aufgebauten Schleimhaut nichts mehr zu sehen ist. Sie war sehr zufrieden.

    Sie hat mich dann noch eine Woche krankgeschrieben d.h. bis kommenden Dienstag (24.02.) und in den folgenden Tagen (Mittwoch bis Samstag) habe ich phasenweise noch sehr starke Krämpfe gehabt. Das hat mich ein bisschen verunsichert weil es mehr weh tat als am Anfang und mit Cytotec, aber ich habe ja gesehen, dass ich weiterhin Schleimhaut verloren habe, obwohl die Blutung wirklich nicht stark war. Anscheinend war das notwendig, da der Körper noch den Rest Schleimhaut loswerden musste.

    Am Dienstag dem 24.02. also gestern hatte ich dann einen weiteren Kontrolltermin. Wieder war meine FÄ sehr zufrieden und meinte nun wäre auch die Schleimhaut komplett weg. Sie hat Blut abgenommen und in den nächsten Tagen erhalte ich den hcG Wert, ich hoffe er ist ganz schnell gesunken.

    Im Ultraschall konnte sie im rechten Eierstock schon wieder einen Follikel sehen, so dass es gut möglich ist, dass ich bald einen Eisprung habe. Insgesamt habe ich jetzt 8 Tage lang Blutungen gehabt und am 9. Tag noch eine leichte Schmierblutung.

    Übrigens ist Cytotec in den skandinavischen Ländern und in der Schweiz längst „normal“. Eine Ausschabung wird nirgendwo so häufig gemacht wie in Deutschland. Natürlich kann man an einer Ausschabung auch viel mehr Geld verdienen als einfach ein paar Tabletten zu verschreiben.

    Ich möchte aber darauf hinweisen, dass ich Glück hatte, dass es so optimal verlaufen ist. Das kann bei jedem anders sein. Mir ist nur wichtig, dass betroffenen Frauen klar ist, dass sie eine WAHL haben und niemand euch zur AS drängen sollte. Es ist eure eigene Entscheidung (außer natürlich es sprechen zwingende medizinische Gründe für eine Ausschabung!) und der Arzt darf nicht gegen euren Willen eine Behandlung festlegen.
    Mein Mann und ich starten morgen in einen neuen Übungszyklus.
    Ich wünsche allen alles Gute und hoffe, der Bericht war hilfreich.


    Antwort
  • Kommentar vom 26.02.2020 09:39
    Tut mir leid für Euch.Bin gerade in der gleichen Situation. Habe zum Glück gute FA und nette Ärzte in der Klinik gehabt. Mir wurde neutral gesagt, welche Möglichkeiten es gibt und ich konnte mich frei entscheiden. Wollte AS, da ich keine Angst vor Narkose hatte und mir bewusst war, dass es bei Zuwarten oder mit Cytotec nicht gleich klappen kann und eventuell doch eine AS gemacht werden muss. Dann lieber kontrolliert und ein schnelles Ende. Aber das muss jede Frau bzw. jedes Paar für sich entscheiden.
    Alles Gute und viel Kraft für die nächste Zeit.
    Antwort
  • Kommentar vom 19.03.2020 09:11
    Verstehe nicht das man sein Baby verlieren will. Aber vielleicht findet diesen Thread ja jemand anders interessant.
    Antwort
  • Kommentar vom 19.03.2020 10:31
    Ich wollte mein Baby gerne behalten, aber es war eine Fehlgeburt in der 7. oder 8. Woche.
    Bitte Beiträge richtig lesen!

    Durch die kontrollierte Ausschabung des toten Embryos konnte er
    a) histologische untersucht werden und
    b) zumindest (auf meinen Wunsch hin) bestattet werden, wenn auch anonym.
    Bei einem natürlichen Abgang irgendwo/irgendwann wäre dies so wohl nicht möglich gewesen.

    Sei froh, wenn Du nie in die Situation kommst, so etwas entscheiden zu müssen. Und urteile nie über andere ohne die Situation wirklich zu kennen!
    Antwort
  • Kommentar vom 20.03.2020 13:35
    Erstmal mein Beileid zu eurem Verlust. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, da ich letztes Jahr im April auch eine Fehlgeburt mit anschliessender Ausschabung hatte. Ich finde es gut, dass du deine Erfahrungen mit den Medikamenten geteilt hast. Aber ich glaube das nicht jeder in der Lage ist das wirklich zu entscheiden. Mir tat der Verlust so enorm weh, dass ich niemals in der Lage gewesen wäre mit dem Arzt über die verschiedenen Varianten zu diskutieren. Ich wurde über alle drei Möglichkeiten aufgeklärt und dann wurde mir die Variante mit der Ausschabung nochmal angeboten und geraten und ich wurde auf dem Weg begleitet. Also bestimmt gibt es Menschen, die in so einer schrecklichen Lage sind und sich für einen Weg entscheiden können - ganz rational. Aber ich kann auch alle Frauen verstehen die in dem Moment einfach ihrem Arzt vertrauen. Und grade wenn ich lese wie lange es bei dir gedauert hat glaube ich hat meine Ärztin damals die richtige Entscheidung getroffen.
    Antwort
  • Kommentar vom 26.03.2020 17:30
    Eine missed abortion ist eine Fehlgeburt...
    Antwort
  • Kommentar vom 26.03.2020 17:33
    @Hasi

    Ja das kann schon sein. Aber an mir sieht man ja, dass man sofort zur AS geschickt wird obwohl mein Körper alles allein geregelt hat.

    Wenn ich höre das manche nach einer AS. Wochenlang Schmierblutungen haben oder das das Risiko die Gebärmutter zu verletzen durchaus besteht, verstehe ich eigentlich nicht warum Ärzte immer zur AS raten 🤷🏼‍♀️
    Antwort
  • Kommentar vom 26.03.2020 17:36
    Also ich kann die Ärzte schon verstehen, weil wie gesagt nicht jeder das ohne weg steckt. Ich hatte schon Probleme die 3 Tage bis zur Ausschabung psychisch zu überstehen. Und diese Risiken gibt es immer. Auch beim abbluten gibt es mehr als ein Risiko. Nur das bei einer Ausschabung aufgeklärt werden muss mit allen Risiken.
    Antwort
  • Kommentar vom 26.03.2020 17:45
    Naja gut das kann halt auch anders ausgehen. Ich habe von sehr vielen gelesen die berichten dass sie gar nicht Abschied nehmen konnten und nach der as plötzlich in ein Loch gefallen sind und erst recht am Ende waren... viele haben auch gesagt dass man sie in dem Schock Moment überrumpelt hat ..das fand ich irgendwie sehr traurig

    Und für solche Frauen tut es mir mega leid wenn die dann heulend in den op gezerrt werden .. es kann sich auch nicht jeder durchsetzen und Ärzten widersprechen ist in der Situation schwierig.

    Am Ende sollte jeder den individuell „leichtesten“ weg wählen können ... ich hatte Glück mit meiner Ärztin und wir haben uns vorab geeinigt dass wir nicht ewig „rumdoktern“ werden wenn es nicht klappt ..

    Antwort
  • Kommentar vom 02.04.2020 01:04
    In so einer Situation muss man das nicht sofort entscheiden. Das sollte niemand machen müssen.<br />
    Meine FA hat mir einfach eine Überweisung mitgegeben und ich habe eine Nacht darüber geschlafen. Hatte zum Glück den Nerv gehabt zu fragen, was die schonendste Methode ist. Ihre Antwort: die Ausschaltung.<br />
    Für mich war der Gedanke schrecklich, tage oder womöglich wochenlang mit dem toten Embryo in mir auf den Abgang warten zu müssen. Nicht wissend, ob es womöglich bei der Arbeit losgeht. Außerdem sind auch da Risiken möglich.<br />
    Die AS habe ich sehr gut überstanden. Narkose unproblematisch, keine Schmerzen und kaum Blutungen hinterher. Weder direkt nach der OP noch später. Inzwischen hatte ich meine 1. Periode, die fast pünktlich war. 2-3 Tage später finde ich im Rahmen für so etwas. Zwischenblutungen gab es bisher keine. Und länger hat es auch nicht gedauert, stärker ausgefallen ist die Blutung auch nicht. Habe aber generell einen stabilen Zyklus.
    Antwort
  • Kommentar vom 02.04.2020 01:28
    Theoretisch muss man die Ausschabung auch nicht mit Vollnarkose machen lassen.
    Antwort
  • Kommentar vom 13.06.2020 06:32
    Hallo liebe Mitleidenden, es tut mir leid zu lesen, wie vielen es ähnlich wie mir ergeht.
    Auch ich habe mein Regenbogen-Würmchen in der SSW8 verloren.
    Meine Periode blieb seit dem 13. März 2020 aus, was mich rechnerisch zu einer viel späteren Woche (12) kommen lässt. Letzte Woche hat meine FÄ die SS auf SSW7 (aufgrund der Größe) geändert. Wie und warum die Periode davor ausblieb, kann mir niemand sagen. Aber ich sah auf dem Ultraschall das Herzchen schlagen, was mir die Änderung egal werden schien. Das kleine Bündelchen lebte.
    Da die Abweichung jedoch so groß war, sollte ich am Montag, den 8.6.2020 wiederkommen zur Überprüfung.
    Montag Morgen stellte ich eine leichte Blutung fest, was mich nervös werden ließ. Ich ging zu meinem Termin und dort wurde leider eine Missed Abortion festgestellt wurde. Unser Würmchen war nicht gewachsen und das Herzchen schlug nicht mehr.
    Ich habe unendlich viel geweint.
    Wie der Zufall es manchmal so will, hat meine FÄ seit Mittwoch Urlaub und ich habe nur die örtliche Notfallgynäkologie im KH als Anlaufstelle. Meine FÄ klärte mich über die drei oben genannten Verfahren auf und gab mir jedoch den Tipp zu warten. Da eine Blutung ja bereits eingesetzt hatte, ging sie von einem natürlichen Abort aus. Sollte dieser bis gestern (Freitag, 12.06.2020) nicht begonnen haben, sollte ich die Notfallgynäkologie aufsuchen. Dazu möchte ich noch sagen, dass ich eine Krankmeldung für 2 Wochen bekam, aber nach Rücksprache mit meiner FÄ trotzdem arbeiten gehen wollte. (Ich bin Grungschullehrerin einer 4. Klasse NRW und wollte sowohl nicht, dass mir die Decke auf den Kopf fällt, als auch den Abschied zu meinen Viertklässlern, die meine erste eigene Klasse sind. Es sind ja nur noch 2 Wochen bist zu den Sommerferien. )

    Ich wusste nicht recht, was mich erwartete und bin heilfroh, dass am Donnerstag bei uns Feiertag war. Denn dort verlor ich unser Regenbogen-Würmchen. Ich hatte Schweißausbrüche, die direkt auf Schüttelfrost folgten. Ich hatte starke Schmerzen, musst erbrechen und selbst Trinken (stilles Wasser) hielt ich nicht drinnen. Die Blutungen wurden immer stärker. Die Schmerzen auch. Ich hatte das Gefühl dass irgendwas sich zusammenzieht und das Würmchen abstößt. Ich habe meinem Mann es so beschrieben, dass ich mir so Wehen vorstelle. Heute weiß ich, dass es Wehen waren. Mein Körper erledigte es von allein und zweimal verlor ich auf dem WC große Stücke. Ich blutete immer noch sehr sehr stark und hatte Angst zu verbluten. Auch hatte ich Angst, dass sich die Gebärmutter gelöst haben könnte. Mein Mann fuhr mich in das KH und dort musste ich über 2 Stunden warten. Mein Mann durfte wegen Corona nicht mit in das KH und saß die ganze Zeit im Auto vor dem KH und hat mit mir gelitten. Es war nunmal Feiertag, die Notfallgynäkologie sparsam besetzt und 5 Min nachdem ich angemeldet war, wurde eine Frau in starken Wehen in die Entbindung gefahren. Deshalb die Stunden des Wartens in Krämpfen und starker Blutung. Ich weinte, musst die ganze Zeit den doofen Mundschutz tragen und fühlte mich einsam und allein. Und ich hatte Hunger und Durst. Ich bat die anderen Anwesenden um Entschuldigung, den Mundschutz ab und an kurz zu öffnen, um etwas zu trinken. Ich wurde teilweise verständnislos angeblickt.
    Nach 2,5 Stunden kam ich endlich an die Reihe und die Ärztin untersuchte mich. Sie stellte fest, dass die Fruchthöhle nicht mehr vorhanden war, stellte aber noch ein Hämatom in der Gebärmutter fest, welches sie mit der Oberärztin telefonisch nochmal besprechen wollte. Sie nahm mir Blut ab und bat mich nochmal 45 Minuten auf das Ergebnis zu warten. Ich fragte, ob ich raus an die frische Luft dürfe um etwas zu atmen und ein paar Zwieback zu essen (Wasser und Zwieback hatte ich von zuhause mitgenommen). Sie sagte, dass es verboten sein, aber sie ja gleich in der Praxis verschwinden würde und ich im Wartezimmer sein würde. Ich wartete also bis sie weg war und ging dann raus um zu essen. Mein Kreislauf war bedingt durch den Tag ziemlich im Keller. 15 Min später war ich wieder oben und wartete wieder für über 1 Stunde. In der Nachbesprechung erklärte mir die Ärztin die Off-Label-Anwendung von Cytotec und ich musste einen Zettel dafür unterschreiben. Die Nebenwirkungen machten mir Sorgen. Ich durfte aussuchen, ob ich die Tabletten sofort einnehmen will, oder erst zuhause.
    Ich entschied mich für zuhause.
    Zuhause googelt ich mich gefühlt stundenlang durch alle möglichen Foren. Niemand beschrieb das, was ich durchgemacht hatte. Ich hatte ja quasi alles schon verloren, außer dieses Hämatom. Niemand hatte bereits Blutungen vor der Einnahme von Cytotec. Die Erfahrungsberichte machten mir teilweise Angst. Was noch mehr passieren konnte, aber auch noch mehr Angst.
    Ich entschied mich dagegen, die Cytotec am Donnerstag Abend zu nehmen. Freitag hatte ich weniger starke Blutungen und ich fühlte mich viel besser. Mein Mann und ich waren lange draußen unterwegs und genossen die Sonne und den beweglichen Ferientag. Abends las ich mir hier den Eröffnungsartikel nochmal durch und auch 2 andere Artikel und entschied mich nur 2 von den 3 mir verschrieben Cytotec einzunehmen (hatte immer noch Angst). Ich nahm direkt auch eine Iboprofen 400mg gegen eventuell auftreten Schmerzen. (Wie schlimm kann es werden, wenn fast alles schon weg ist?) Ich hatte viel Angst, aber keinen Ansprechpartner. Im Internet traf ich auf die Artikel von Februar/März, die so negativ geschrieben sind. Jetzt hatte ich richtig Angst und bereute die Einnahme. Ich ging mit einem sehr unwohlen Gefühl und Körnerkissen auf dem Unterleib ins Bett. Durch eine Einschlafmusik entspannte ich etwas und schlief kurz darauf ein. Heute morgen um 5 Uhr wurde ich wach, weil ich zur Toilette musste. Ich spürte nur ein leichtes Ziehen. Dort angekommen löste sich ein großer Pfropfen (vielleicht das Hämatom?) und ich ging wieder ins Bett. Ich habe vor knapp 30 Minuten noch eine Ibo 400mg genommen, weil die Schmerzen etwas stärker werden. Nun liege ich hier wach, habe ein leichtes Ziehen im Unterleib, keine Nebenwirkungen bisher und möchte direkt meine Erfahrungen mit euch teilen. Ich melde mich spätestens am Dienstag nochmal bei euch. Dann habe ich den Termin zur Nachkontrolle.
    Bisher kann ich nur sagen, dass es mir mit meinen Entscheidungen gut geht. Ich möchte möglichst bald einen weiteren Versuch starten schwanger zu werden.
    Liebe Grüße und euch allen von Herzen alles Gute. Ich hoffe ihr habt zu euren Regenbogenkindern mittlerweile noch gesunde Kinder bekommen,
    shiny1988
    Antwort
  • Kommentar vom 13.06.2020 06:33
    Mit gesunde Kinder meine ich selbstverständlich gut verlaufende Schwangerschaften. :)
    Antwort

Auf diesen Beitrag antworten

Um auf diesen Beitrag antworten zu können, musst du angemeldet sein. Bitte melde dich hier an.