Themenbereich: Schwangerschaft allgemein

"Tägliches Autofahren - wieviel ist okay?"

Anonym

Frage vom 17.01.2007

Hallo, ich bin aktuell in der 24. Schwangerschaftswoche und bin im Außendienst. Dadurch bedingt muss ich mind. 2 x täglich ca. 1,5 - 2,5 h Auto fahren bzw. ca. 90 - 230 km - zu den üblichen Stoßzeiten.
Diese Strecken sind nicht mit der Bahn abzudecken, da ich dann noch länger unterwegs wäre. Natürlich achte ich darauf, dass der Gurt richtig sitzt, aber die Nähe zum Lenkrad benötige ich schon, um überhaupt bremsen zu können (relativ kurze Beine bei 1,65 m Größe)
Ab wann ist dies schädlich für mich und / oder das Baby, zumal ich diese Strecken bis zum Beginn des Mutterschutzes täglich fahren müßte?

Ich bin etwas irritiert und verunsichert, da ich folgende Infos gefunden habe:
Autofahrten können für Schwangere ziemlich anstrengend sein. Nicht nur weil die Reaktionsfähigkeit im Verlauf der Schwangerschaft immer geringer wird, sondern auch weil die Gefahr einer Thrombose erhöht ist, wenn Sie lange in abgeknickter Haltung sitzen. Ausserdem ist die Beckendurchblutung und damit die Sauerstoffversorgung Ihres ungeborenen Kindes im Sitzen vermindert.
Ab etwa dem sechsten Schwangerschaftsmonat solle man sich sowieso lieber fahren lassen, statt selbst zu lenken. Die Bewegungsfreiheit ist dann oft so eingeschränkt, dass Sie in kritischen Situationen nicht mehr rasch genug reagieren können. Ein häufiges Symptom für dieses Stadium ist eine gelegentliche Beintaubheit. Sie wird durch das ungewöhnlich hohe Körpergewicht mitverursacht.

Bei einem Unfall ist das Ungeborene, zumindest in den ersten sechs Monaten der Schwangerschaft, in Fruchtwasser, Fruchtblase und mütterlichem Körper gut geschützt. Problematischer wird es allerdings im letzten Drittel einer Schwangerschaft. Schäden für die werdende Mutter und das ungeborene Kind sind dann bei einem Aufprall wahrscheinlicher. Es kommt leichter zu Verletzungen von Zwerchfell, Leber, Milz, Darm und Gebärmutter. Das Kind ist durch eine vorzeitige Plazentalösung oder einen vorzeitigen Blasensprung gefährdet. Kein zusätzliches Risiko gibt es für schwangere Fahrerinnen, wenn bei einem Crash der Airbag ausgelöst wird: Der Luftsack schützt vor allem den Kopf- und Brustbereich, seine Explosionswucht zielt aber nicht auf den Bauch. Schwangeren Beifahrerinnen wird trotzdem geraten, den Sitz so weit zurückzustellen, dass mindestens 25 cm Platz zwischen Luftkissen und Bauch bleiben. Auf dem Rücksitz ist für Hochschwangere ein sicherer Platz im Fahrzeug.
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Es kann doch sein, dass Ihre Reaktionsfähigkeit, Wahrnehmung und Aufmerksamkeit im Verlauf der Schwangerschaft immer geringer werden. Viele Frauen machen die Erfahrung, dass kleine Blechschäden auf einmal viel leichter passieren. Kommen dann noch Übelkeit, Rückenschmerzen und andere Schwangerschaftsbeschwerden hinzu, sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie wirklich selbst am Steuer sitzen müssen.

Vermeiden Sie - so gut es geht - den Stress im Strassenverkehr. Fahren Sie möglichst nicht in den Zeiten des Berufsverkehrs und lieber einen kleinen Umweg um Verkehrsknotenpunkte herum. Fahren Sie noch vorausschauender als sonst. Dann erkennen Sie Gefahren frühzeitig, können sich darauf einstellen und plötzliche Vollbremsungen vermeiden. Denn die mag Ihr Baby gar nicht. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt: Plötzliches Bremsen und Beschleunigen, rasantes Durchfahren von Kurven und andere Schleudervorgänge treiben nicht nur Ihren Puls und Blutdruck in die Höhe, sondern auch den Ihres Babys - es reagiert mit starkem Herzklopfen und heftigem Strampeln. Stressig wird es auch, wenn Sie in Eile sind. Deshalb sollten Sie sich gerade während der Schwangerschaft vornehmen, immer früh genug loszufahren.
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