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Themenbereich: Schwangerschaft allgemein

Psychische Probleme und Corona

Frage vom 07.05.2020

Liebe Hebammen,

ich bin seit vielen Jahren Angst-und Zwangserkrankt. Die momentane Situation lässt meine Symptomatik leider wieder total aus dem Ruder laufen. Im Januar kurz nach dem ich schwanger geworden bin habe ich in Absprache mit meiner Psychologin meine SSRI-Hemmer Sertralin abgesetzt, weil es mir zu dem Zeitpunkt ganz gut ging. Nun wurde mir aufgrund meiner depressiven Stimmung und viel weinen angeraten wieder mit SSRI-Hemmern zu beginnen, in der Vergangenheit hatte ich Citalorpram recht gut vertragen und könnte diese auch wieder nehmen. Leider habe ich im Internet gelesen, dass es für das Ungeborene nicht unbedingt gut ist im 2/3. Trimester wieder damit zu starten. Ich bin in jeglicher Hinsicht verunsichert. Meine panische Angst vor Corona kommt dazu. Gibt es denn bei euch Erfahrungswerte? Wie verhalten oder fühlen sich andere Schwanger derzeit?

Ich danke euch schon jetzt für eine Rückmeldung.

Liebe Grüße und bleibt alle gesund.

Antwort vom 12.05.2020

Hallo, es ist verständlich, wenn der Wunsch besteht in der Schwangerschaft auf Antidepressiva zu verzichten. Leider ist die Schwangerschaft jedoch kein guter Zeitpunkt für Experimente. In der Schwangerschaft ändert sich sehr viel, auch hormonell, so dass es dann schwierig wird die möglichen Ursachen für die Stimmungsveränderungen richtig zuzuordnen. Sinnvoller wäre gewesen es entweder weiter zu nehmen oder eine Reduzierung der Dosis zu versuchen, anstatt es ganz abzusetzen. Ein Rückfall in die psychische Erkrankung ist für die Schwangerschaft jedenfalls keine Alternative und wenn Sie sich jetzt schlecht fühlen, empfehle ich Ihnen in Absprache mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin wieder mit der Medikation zu beginnen.
Sertralin ist ein Antidepressivum mit dem in der Schwangerschaft viel Erfahrung vorliegt. Über die Hälfte der Schwangerschaft liegt noch vor Ihnen und es wäre Ihnen zu wünschen, dass Sie diese Zeit mit guten Gefühlen erleben können.
Was Corona angeht, so wundert mich eher, dass sich anscheinend wenige schwangere Frauen darüber größere Sorgen machen. Hier in der Sprechstunde gibt es jedenfalls deutlich mehr besorgte Fragen zu Listerien, als zu Corona und im Forum gibt es auch nur wenig Beiträge zum Thema (nur im Zusammenhang mit der Arbeit zum Beispiel in der Klinik). Schwangere Frauen scheinen ein eher geringes Risiko für einen schweren Verlauf bei Corona zu haben und es sind nur wenige Infektionen beim Neugeborenen bekannt, die auch nicht schwer erkranken. Ausführlichere Informationen dazu finden Sie unter folgendem Link:
https://www.babyclub.de/magazin/schwangerschaft/gesundheit/coronavirus-schwangere.html
Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne noch mal melden. Alles Gute für Sie, Monika Selow

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Kommentar vom 03.06.2020 12:19
Rückfrage
Guten Tag Frau Selow, vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Die Sertralin hatten wir im Januar abgesetzt, weil ich diese nicht so gut vertragen habe. Mir wurde angeraten wieder mit Citalopram zu beginnen, da ich diese bis vor fast einem Jahr schon lange eingenommen hatte.
Haben Sie denn zu Citalopram Erfahrungswerte?

Ich habe einfach momentan so große Angst ich könnte etwas falsch machen und meinem Baby schaden. Ich wünsche mir nichts mehr als ein gesundes Kind zur Welt zu bringen. Oft habe ich Probleme mit der Blase und nun wurde auch wieder ein Scheidenpilz diagnostiziert. Ständig sitze ich aus Angst beim Frauenarzt und komme mir schon sehr dumm vor.
Ich habe Angst davor einen Blasensprung, vorzeitige Wehen, Toxoplasmose, Listerien, eine Infektion zu bekommen. Nun wurde auch noch eine Blutarmut entdeckt, die nicht durch einen Eisenmangel verursacht ist. Auch das macht mich wieder sehr panisch.

Ich weiß oft nicht wie ich mich beruhigen soll. Ich sollte doch glücklich sein, dass ich schwanger bin.

Vielen Dank fürs Zuhören.

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