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Themenbereich: Geburt allgemein

Muss ich vom Missbrauch erzählen?

Anonym
Liebe Hebi,
Mein ET ist der 2.12. 2005. Ich war mit 13 und mit 16 Jahren schon einmal schwanger. Mit 13 habe ich das Baby ca in der 14. Woche verloren durch Tritte in den Bauch. Mit 16 wurde eine Abtreibung in der 10. Woche vorgenommen. Zwischen dem 6. und 17. lebensjahr bin ich sex. missbraucht worden. Ich bin jetzt 31.Muss meine FA/ meine Hebi im KH diese Vorgeschichte wissen? Ich bin fuer eine Antwort sehr dankbar, da mich das jetzt sehr beschaeftigt und ich lieber nicht darueber reden will. Wenn es aber bedeutet, dass es Komplikationen geben kann, erzaehle ich es lieber. Ich bin Blutgruppe Null und Rhesus-Negativ und hatte bisher keine Schwierigkeiten in der Schwangerschaft.
Vielen Dank!

Frage vom 10.10.2005

Hallo, wenn bei Ihnen in der jetzigen Schwangerschaft keine irregulären Antikörper nachgewiesen wurden, dann besteht wegen der Blutgruppe kein Grund zur Besorgnis.
Ob Sie den Missbrauch gegenüber Ärzten und Hebammen thematisieren, ist letztendlich Ihre freie Entscheidung. Manchmal kommt es zu Störungen im Geburtsverlauf, die sich nicht richtig erklären lassen, wenn die Vorgeschichte nicht bekannt ist. Es könnte sein, dass sich der Muttermund schlecht öffnet oder die Geburt stagniert. Dies hängt vor allem davon ab, wie Sie selbst heute zu dem Missbrauch stehen, ob Ihr Partner z.B. davon weiß oder Sie alles mit sich alleine ausmachen. Ungünstig wäre, wenn Sie während der Geburt dauernd darüber nachdenken, ob Sie es doch hätten sagen sollen. Ob Komplikationen auftreten können hängt also weniger von dem Missbrauch an sich ab, als davon wie gut Sie hinter der einen oder anderen Entscheidung selbst stehen können. Auch ohne dass eine Frau etwas von Missbrauch erzählt hat, müssen wir in der Klinik davon ausgehen, dass eine große Anzahl der Frauen Missbrauchserfahrungen hat und uns entsprechend verhalten.
Möglich wäre, dass es Sie entlastet, wenn Sie sagen können was in Ihnen vorgeht und wenn Sie annehmen können, dass diejenigen, die dabei sind, dies auch einordnen können. Sie können auch Situationsabhängig entscheiden, ob sie es sagen, wenn Sie während der Geburt noch meinen, dass es doch besser wäre.
Frauen, die einen guten Weg mit sich und Ihrer Geschichte gefunden haben, haben oft auch keinerlei Probleme mit der Geburt. Vielleicht kann es für Sie ja eine Möglichkeit sein, dass Sie mit einer freiberuflichen Hebamme sprechen, die Sie individuell gut beraten kann ohne dass sie auch diejenige ist, die Sie bei der Geburt betreut oder Sie suchen sich eine Beleghebamme, die Sie betreut und von Ihrer Vorgeschichte weiß ohne dass nun alle in der Klinik davon wissen. Ich habe schon mehrmals Frauen mit Missbrauchserfahrungen betreut und dabei die Erfahrung gemacht, dass für jede Frau ein eigener Weg der Richtige ist. Die Bandbreite reicht von offenem Umgang bis zu gar nichts sagen (hab ich manchmal erst beim nächsten Kind erfahren), von Wunschkaiserschnitt bis Hausgeburt.
Ich wünsch Ihnen auf jeden Fall eine schöne Geburt,

Monika Selow

Antwort vom 10.10.2005


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