Themenbereich: Entwicklung und Erziehung

Ist es normal, dass Babys immer schwieriger werden?

Anonym

Frage vom 17.09.2007

Hallo,
ich schreibe, weil sich unser bis jetzt so pflegeleichtes Kind irgendwie immer mehr zu einem Schreikind entwickelt.
Wir leben hier in Chile und da wir den Ärzten, die hier sehr medikamentenwild sind nicht so trauen hoffen wir über dieses Forum ein paar Tipps und Meinungen zu bekommen. Unser kleiner Fabian ist am 16. Mai geboren. Anfangs hatte er zwar auch Blähungen, aber das ganze war relativ harmlos, hin und wieder musste man ihn halt eine Weile tragen oder den Bauch massieren damit es ihm wieder besser ging. Sein Stuhl war damals meist mehrmals täglich, recht hell, relativ flüssig mit weisslich gelben Sprenkeln. Dann haben wir Familien- Besuch in Deutschland gemacht und am Ende des Aufenthaltes die erste Fünffachimpfung durchführen lassen (mit 10 Wochen). Von da an gab es nur noch alle 2 Tage Stuhl, etwas dunkler, homogen braun mit breiig schleimiger Konsistenz. Wir dachten erst, dass dies nun die Umstellung sei, die zum Ende der 3-Monatskoliken führt. Aber danach und besonders nach der Rückkehr nach Chile ist es mit den Blähungen immer schlimmer geworden. Es schwankt sehr stark tageweise. Besonders schlimm scheint es auch die Stunden vor dem Stuhlgang zu sein. Er lässt sich nur noch ganz ungern ablegen, meist hilft tragen mit ständigem Haltungswechsel und intensivem Wippen, aber das hilft leider auch immer weniger. Er weint meist nicht laut sondern wimmert so verschieden stark vor sich hin und krümmt sich oft dabei, manchmal klammert er sich dann richtig fest an den Arm. An schlimmen Tagen läßt er erbärmliche Schmerz-Quieker von sich. Sobald die Schmerzwelle vorbei ist, ist er wieder gut gelaunt, lacht viel schaut interessiert, bis die nächste Schmerzattacke kommt. An Tagen an denen es schlimmer ist spuckt er auch relativ viel Milch wieder raus, keine großen Mengen auf ein Mal, dafür aber recht oft. Kurz bevor Milch hochkommt scheint es ihm auch immer besonders unwohl zu sein. Fieber hatten wir bis jetzt keines bemerkt, aber auch nicht oft gemessen, weil er sehr zappelig ist, wenn es ihm schlecht geht und die Messungen dann sehr schwierig sind (bei uns ist auch gerade Winter und er hat deshalb auch noch recht viel an). Aber er ist stets sehr agil und wirkt nicht fiebrig.
Auffällig ist, dass er immer nach dem Schlafen besser gelaunt ist und oft lacht, v.a. wenn er im Tuch war. Auf dem Bauch und in Fliegerstellung scheint es ihm deutlich besser zu gehen als auf dem Rücken liegend. Wenn er auf dem Rücken schläft wacht er oft bald mit einem Schmerzquiecken wieder auf. Das ganze ist nicht immer mit Tageszeiten korreliert, oft ist es aber morgens und abends, aber manchmal auch den ganzen Tag.

Bis jetzt sind die Nächte immer o.k. gewesen, aber er schläft in letzter Zeit auch immer unruhiger (v.a. bis 22.00 und ab 5.00), meist begleitet von viel Winden die abgehen und wacht immer früher auf und wirkt dann oft unausgeschlafen, was seine Stimmung auch nicht gerade verbessert…Tagsüber wird das Stillen immer schwieriger. Obwohl er Hunger hat, schreit er sobald er (auf der Seite) an der Brust liegt. Erst dachten wir es sei was mit der Milch, aber dann haben wir andere Stellungen probiert und wenn er auf dem Bauch liegt zum Stillen, geht es meist etwas besser (auch wenn es technisch etwas komplizierter ist). Nach so einem verunglücktem Stillversuch ist er dann meist besonders schlecht drauf. Da er tagsüber so kaum etwas trinkt steht er halt nachts öfter auf der Matte, v.a. vor Mitternacht. Zum Glück schläft er meist gleich wieder ein, manchmal ist aber auch etwas Rumtragen mit Wippen nötig (meist reichen 15-30 Minuten). Insgesamt trinkt er am ruhigsten und in jeder Stellung wenn er etwas schläfrig ist und eben v.a. nachts, das ist auch auffällig.

Wir haben jetzt eine Haushaltshilfe/Kindermädchen, die sich eigentlich hauptsächlich mit dem Kind beschäftigen sollte während wir beide (zu Hause) arbeiten, aber bei ihr weint er noch mehr und das mit dem Wippen hat sie halt auch nicht so raus (sie auch nicht mehr die jüngste…), so dass von uns eigentlich immer einer mit Kind rumtragen beschäftigt ist. Sie ist jetzt seit 4 Wochen da, und seit kurzem wird es etwas besser, allerdings geht es nur, wenn sie mit Fabian rausgeht - in der Wohnung weint er sofort. Interessanterweise ließ Fabian sich auf den Wickeltisch auf den Rücken legen ohne Proteste, wohl in freudiger Erwartung nackig gemacht zu werden. Ausgezogen ist er dann meist relativ guter Laune, zumindest eine ganze Weile. Seit 2 Wochen oder so weint er allerdings auch immer öfter auf dem Wickeltisch, wobei der Wickeltisch und kurze Phasen unter dem Spielbogen die einzigen Zeiten sind in denen er nicht weint wenn er auf dem Rücken liegt.

Wir haben auch schon mit meiner Ernährung rumprobiert: ich esse keine Blähenden Nahrungsmittel (Kohl etc), trinke keine koffeinhaltigen Getränke etc. Ich habe eine Woche auf Milch verzichtet, auch auf Schokolade, hatte alles keinen erkennbaren Effekt. 2 Tage nachdem ich das wieder gegessen habe, ging es ihm 4-5 Tage lang super, aber danach war wieder aller wie vorher. Das Wochenende bevor es ihm gut ging waren wir 3 Tage mit ihm in den Bergen im Schnee. Also wir verstehen einfach gar nichts mehr…

Was auch auffällig ist, dass er Anfangs keinen Schnuller wollte, ihn dann irgendwann gerne und viel genommen hat (was ihn bei Blähungen sehr beruhigt hat), dann vor 4 Wochen plötzlich keinen mehr wollte und ihn seit 2 Wochen wieder nimmt. Wenn er weint, wenn er sich gerade krümmt und wenn man ihn ihm in den Mund steckt saugt er nicht mehr dran sondern beisst drauf, oder lutscht ihn ein bisschen bis er ihn gleich wieder rausspuckt.
V.A. wenn es ihm gerade schlecht geht, stopft er sich alles was er bekommen kann in den Mund und kaut darauf herum, Spucktuch, Ärmel, Hand von Mama und Papa und besonders gern die eigene Faust, auf der er so fest rumkaut, dass die Knöchel knacken…
Da er auch sehr stark sabbert dachten wir erst, dass es vielleicht schon der erste Zahn sein könnte, aber dafür gibt es noch keine Anzeichen.

Ist so eine Entwicklung, dass Kinder eher schwieriger werden statt einfacher normal und häufig? Ist das nur das crescendo vor dem Ende der Koliken? Könnte das alles mit der Impfung, der Reise oder dem neuen Kindermädchen (Stress) zusammen hängen? Oder vielleicht doch die ersten Zähne?

Wenn man nichts ändern kann, können wir schon damit leben, aber wir haben immer mehr Bedenken, dass da was ist was wir tun können und es doch eine Reaktion auf etwas ist was ich esse oder wir tun… Wir wären für jegliche Erklärungshilfen und Ratschläge dankbar.

Mit lieben Grüßen,

Vreni und Fossi
Hebammenantwort noch nicht online

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