Themenbereich: Stillen

Unruhe udn Kämpfen an der Brust mit 8 Wochen

Anonym

Frage vom 04.02.2018

Hallo liebe Hebammen,

mein Kind ist nun 8 Wochen alt und ich bin mir nicht sicher, ob es satt und zufrieden ist nach dem Stillen. Es ist mein 3. Kind. Also Erfahrung habe ich schon. Ich habe bei allen Kindern einen wahnsinnigen Milcheinschuss gehabt. Und danach auch viel zu viel Milch. Dieses Mal hat es sich nach 2 Wochen reguliert und ich hatte so viel Milch, dass ich nicht ständig vor einem Milchstau stand. Nun ist es so, dass die Brüste sich ständig leer anfühlen. Unser kleiner wird dann richtig zornig und unruhig beim trinken. 2 Tage lang hatte ich wieder mehr Milch, so dass es gut gespannt hat, da hat er besser getrunken, war zufriedener und hat vor allem besser geschlafen. Nun ist wieder kaum Milch da und kommt erst mit dem Milchspenderreflex. Wird das noch? Ich habe gehört das stillen spielt sich nach 10-14 Wochen ein? Wird das wieder besser oder muss ich nun etwas tun? Oder kann ich etwas tun?
Dieses kämpfen beim stillen weil er dauernd die Brust los lässt und mit den Armen rudert ist anstrengend. Und was mich noch beschäftigt. Er hat nachts mehrmals Stuhlgang und tagsüber so gut wie gar nicht. Kann ich etwas tun?
Vielen Dank!

Antwort vom 09.02.2018

Hallo!
Als erstes rate ich Ihnen (mit oder ohne Ihre Hebamme) zu einer Gewichtskontrolle Ihres Sohnes und das Eintragen der bisherigen Werte in eine WHO-Gewichtskurve. Somit bekommen Sie einen Überblick über den Verlauf und ob Ihr Kind gleichmäßig zunimmt oder die Percentilen nach unten kreuzt und damit wahrscheinlich nicht ausreichend Milch erhält. Vielleicht klärt das als erstes seine Unruhe. Auch ein gefühltes zu viel an Milch kann zu einer langsameren Zunahme führen, da es ein optimales Stillmanagement braucht, um den Busen gut zu entlasten und damit gleichzeitig ausreichend für Nachschub zu sorgen. Wenn die Stillposition zu schnell bzw. zu früh von einer zur anderen Brustseite gewechselt wird, erhält das Kind in aller Regel ein zu viel an lactosereicher Milch und ein zu wenig an fettreicher Milch. Wegen letzterem nimmt es nicht optimal zu, wegen der Lactose kann die Stuhlausscheidung erhöht sein, der Stuhl wird wässrig-schaumiger und es führt ausserdem zu mehr Unruhe im Magen-Darm-System. Das würde vielleicht auch die nächtliche vermehrte Ausscheidung erklären, wenn Sie am Abend Ihr Kind nicht ausreichend lang an einer Seite beim Stillen belassen. Es ist prinzipiell normal, das die Spannung aus der Brust nach sechs Wochen verschwunden ist und ist als solches nur bedingt ein Zeichen von Milchmangel, aber es können mehrere Faktoren hinzukommen. Ansonsten beschreiben Sie mir den Zustand mit Blick auf den Milchspendereflex, der bei Ihnen wohl eher langsam einsetzt und damit vor dem Beginn des Milchflusses Ihren Sohn unruhig auf die Milch "warten" lässt. Wenn das stimme könnte, sind Maßnahmen zur Verbesserung des Milchspendereflexes wichtig (Wärme, Massage, Ruhe etc.pp). Falls Sie also feststellen sollten, dass die Gewichtskurve nicht optimal verläuft, ist es wichtig mit Ihrer Hebamme oder einer Stillberaterin das Stillmanagement anzuschauen, die Milchbildung mit Unterstützung anzukurbeln und/ oder andere Gründe auszuschließen. Auch mit zwei positiven Stillerfahrungen kann im Alltag ein drittes Kind anders reagieren bzw. auch schon mal eher "untergehen" im täglichen Trubel. Ich empfehle Ihnen, Ihren Alltag nochmals genauer dahingehend zu prüfen, ob auch das Dritte genug von "seiner Stillzeit" hat, ob Sie ausreichend Essen, Trinken und Schlafen oder wo es noch Entlastung brauchen könnte. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme


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