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Ich komme einfach nicht dr├╝ber weg...

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  • Krissyy90
    Powerclubber (87 Posts)
    Eintrag vom 07.06.2012 14:40
    Hallo zusammen.

    Ich muss mir mal mein Geburtserlebnis von der Seele schreiben. Meine Maus wird morgen 7 Wochen alt (geb. 20.04.2012) und trotzdem habe ich noch damit zu k├Ąmpfen.

    Erst ging alles super los. Ich wurde morgens am 19.04. gegen 4 Uhr wach weil ich leichte Schmerzen hatte. Allerdings dachte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht an Wehen und habe noch bis 7 Uhr ged├Âst, bis mein Freund aufstehen musste. Haben uns dann entschieden ins KH zu fahren obwohl ich mir immer noch nicht sicher war. Am CTG war alles super, leichte unregelm├Ą├čige Wehen, Mumu 1-2 cm offen. Nach einer US-Untersuchung haben wir uns dann entschieden noch ein bisschen spazieren zu gehen und sollten gegen 12 Uhr wieder kommen.
    Dann wurde ich wieder ans CTG angeschlossen. Die Wehen waren ein bisschen st├Ąrker, aber viel hatte sich nicht getan. (Mumu 3 cm offen). Wir sind dann wieder nach Hause gefahren. Ich hatte Hunger und wollte noch sch├Ân in die Badewanne. Dort wurden die Wehen dann auch sp├╝rbar st├Ąrker und kamen h├Ąufiger, sodass wir uns gegen 16:30 Uhr entschieden haben, ein Taxi zu rufen und wieder ins KH zu fahren.
    Der Mumu war nun 4 cm offen und ich bekam ein Zimmer auf Station. Wir liefen noch ein bisschen rum und sa├čen noch kurz in der Caf├ęteria. Die Wehen waren schon ziemlich heftig. Um 19 Uhr sollte ich wieder zur CTG Kontrolle. Alles beim Alten. Ich war dann kurz wieder auf dem Zimmer, bin aber kurz nach 20 Uhr r├╝ber in den Krei├čsaal und wollte in die Wanne. Da hab ich es irgendwann nicht mehr ausgehalten, es war viel zu warm in dem Raum und mein Kreislauf machte schlapp. Also bin ich raus und bin durchs Zimmer gelaufen. Als die Hebamme kam, hab ich mich ins Bett gelegt und wir haben das CTG angeschlossen. Die Wehen waren sehr heftig und kamen oft. Ich hatte kaum Ruhe. Aber ich habe mir gesagt, dass es ja bald vorbei ist.
    Um 23 Uhr war der Mumu grade mal 6 cm offen und ich hatte starke Schmerzen. Au├čerdem hatte ich so starken Druck auf den Darm. Das war eigentlich das schlimmste. Ich f├╝hlte mich garnicht richtig ernst genommen. Ich wusste, dass das nicht normal sein kann. Ich bekam erst eine Schmerztablette die aber nicht half. Ich war schon v├Âllig weggetreten weil ich nicht mehr konnte. Dann bekam ich einen Tropf mit Morphium. Habe erst hinterher erfahren was das war... Das hat dann endlich geholfen und ich sch├Âpfte neue Energie.
    Pl├Âtzlich kam der Kinderarzt. Ich habe garnicht verstanden was los war. Vor allem weil ich durch das Morphium so benebelt war. Ich wusste nur, dass irgendwas mit meinem Baby nicht stimmt. Der Tropf wurde abgestellt und ich bekam ein Mittel, damit es ihr besser geht. Mein Freund erz├Ąhlte mir hinterher, dass ihre Herzt├Âne auf 60 abgesunken waren! Ich hatte solche Angst. Ich wusste ja garnicht was los war. Als es endlich bergauf ging, nahm er ihr Blut ab aus dem Kopf. Ich hatte wieder so starke Schmerzen. Ich habe gebettelt, dass sie uns doch endlich helfen!
    Dann bekam ich eine PDA. Keine Ahnung wie sp├Ąt es da war. Ich wei├č nur, dass sie nicht half und der Arzt langsam unruhig wurde.
    Endlich beschloss er, dass ein KS notwendig sei weil es nicht weiter ging (obwohl der Mumu inzwischen komplett ge├Âffnet war.)
    Ich bekam die Narkose im R├╝cken und schon bald merkte ich vom Hals abw├Ąrts nichts mehr. War wohl leicht ├╝berdosiert das Mittelchen... W├Ąrend ich im OP war, schlief ich fast ein. Ich habe nichtmal den ersten Schrei meiner Tochter mitbekommen :( Um 4.21 Uhr erblickte sie das Licht der Welt.
    Dann hielt mein Freund sie endlich im Arm und die beiden blieben bei mir, bis ich zugen├Ąht war. Ich war so gl├╝cklich.
    Und endlich wussten wir auch, warum ich so starke Schmerzen hatte und es nicht weiter ging. Die Kleine hatte das Kinn nicht auf der Brust sondern den Kopf nach hinten gesteckt. Ein sogenannter Sternengucker. Sie steckte so fest, dass sie beim KS wieder hoch gedr├╝ckt werden musste, damit die sie raus bekamen.

    Was mir jetzt zu schaffen macht ist diese Hilflosigkeit, die ich immer noch sp├╝re. Ich h├Ątte so gerne eine normale Geburt erlebt. Den ersten Schrei. Wie sie in meinen Armen liegt nach den Strapazen. Das macht mich so traurig :'( Ich f├╝hle mich wie eine Rabenmutter, dass ich es nicht geschafft habe ihr allein auf die Welt zu helfen! Auch wenn ich wei├č, dass es nicht anders ging! Es klingt vielleicht doof aber es ist so. Ich weine oft deswegen...
    Und ich habe Angst, dass ich bei einem 2. Kind von vorn herein nicht die M├Âglichkeit einer normalen Geburt bekomme.
    Antwort
  • gigi06
    Superclubber (197 Posts)
    Kommentar vom 07.06.2012 15:21
    Hallo liebe Krissyy90 !

    jede schwangere Frau w├╝nscht sich eine Bilderbuch-Geburt, aber oft funktioniert das nicht . Ich kann mir vorstellen, dass Du traurig bist oder warst, dass es nicht so gelaufen ist wie Du es Dir gew├╝nscht hast. Aber : denk positiv und auf keinen Fall bist Du eine Rabenmutter ! Warum auch ? Deiner Tochter gehts doch gut, oder ?

    Als ich Deinen Beitrag gelesen habe, war ich sehr traurig, weil ich an die Geburt meiner Tochter denken musste. In der 30. SSW musste ich ins KKH wegen zu hohem Blutdruck. Wurde station├Ąr augenommen nur damit der Blutdruck st├Ąndig kontrolliert werden kann. CTG wurde zwischendurch auch gemacht. Alles war so weit gut und ich hab mich gefreut wieder nach 3 Tagen nach Hause gehen zu d├╝rfen und den REst meiner SS ( 10 Wochen ) in Ruhe zu geniesen. Doch dann kam es anders : Pl├Âtzlich wurden die Herzt├Âne schlecht , ich wurde sofort in eine andere Klinik verlegt , untersucht von mehreren ├ärzten und dann von einer auf die andere Minute wurde entschieden, dass mein Kind geholt werden muss. Innerhalb des letzten CTGs und der Geburt ( KS ) lagen 4 Std. Ich habe zwar den 1. Schrei meiner Tochter geh├Ârt, aber durfte und konnte sie auch nicht sehen. Erst am n├Ąchsten Tag habe ich sie im Brutkasten mit 1144 g und 38 cm vorgefunden.Das war ein Schock ! Alles war ein Schock f├╝r mich !
    7 weitere Wochen war sie auf der Intensiv- und Kinderstation.

    Mittlerweile sind es ├╝ber 2,5 Jahre her. Anfangs hatte ich m├Ąchtig daran zu knabbern aber sogar jetzt nach so langer Zeit kommen die Gef├╝hle und das Erlebnis wieder hoch und ich kann meine Tr├Ąnen nicht unterdr├╝cken.

    Als ich Deinen Beitrag gelesen hab, dachte ich : DU hattest es besser als ich !

    Damit m├Âchte ich Dir sagen, dass es Frauen gibt mit schlimmeren Geburtserlebnissen ( wie ich ) und andere mit noch schlimmeren Erlebnissen als Du und ich.

    Denk positiv !!!

    LG Joanna
    Antwort
  • CaFe86
    Superclubber (215 Posts)
    Kommentar vom 07.06.2012 20:30
    Liebe Krissy!

    Ich kann Gigi beipflichten.. wir stellen uns eine SS, Geburt und alles damit zusammen h├Ąngende einfach nat├╝rlich vor und r├Ąumen keine Gedanken f├╝r Komplikationen jedwelcher Art ein.
    Auch wenn die Geburt nicht so gelaufen ist, wie du es dir gew├╝nscht hast bist du auf gar keinen Fall eine schlechtere Mutter als eine, die ihr Kind auf nat├╝rlichem Wege zur Welt gebracht hat.

    Ich hatte eine absolute Horror SS und hatte kurz vor der Geburt sogar den Gedanken im Kopf meinen Kleinen wegzugeben, weil ich dachte ich werde ihm keine gute Mutter sein. Nach der Geburt war dieser Gedanke aber wie weggeblasen, ich hatte Gl├╝ck das alles perfekt gelaufen ist, aber h├Ątte auch anders sein k├Ânnen...
    Nach der Geburt hatte ich aber dann 12 Wochen richtig miese Probleme mit dem Stillen sodass ich wieder dachte, man was hat mein armes Kind f├╝r eine schreckliche Mutter die es nicht voller Liebe und Hingabe versorgen kann. Ich hatte derma├čen starke Schmerzen, dass ich dachte ich h├Âre nach 4 Monaten sofort auf u gebe ihm sonstwas, ich habe so oft heulend mit ihm dagesessen wenn er getrunken hat.. und nach etwa 3/ 3 1/2 Monaten war alles wie weggeblasen u ich stille meinen Kleinen (geb.17.1.12) voller Freude und mache mir gar keine Gedanken mehr ├╝ber aufh├Âren:)

    Deine n├Ąchste Geburt kann ganz anders sein! Jede SS, jede Geburt, jedes Kind ist anders! Das weisst du;) und das musst du dir immer vor Augen halten und mach dich nicht nieder weil "du es nicht geschafft hast"!
    Eine Geburt ist eine ganz anstrengende, unglaubliche Arbeit f├╝r unsere K├Ârper und wir k├Ânnen froh sein, durch die heutige Medizin Unterst├╝tzung zu bekommen.. Deine Kleine liebt dich, egal wie sie zur Welt kam und sie wird sich sicher ebenso gut u wundervoll entwickeln wie ein "normal" geborenes Kind! Das Geburtstrauma haben sie alle.. ich habe die ersten Tage immer anfangen m├╝ssen zu weinen wenn ich das entsetzt verzogene Gesichtchen von Vincent gesehen habe als er schlief.. als habe er das ganze Leid dieser Welt schon gesehen...

    Lass den Kopf nicht h├Ąngen, wenn du traurig bist, schau sie dir an, deine kleine Prinzessin und dann sag mir wie du noch traurig sein kannst;) Alles gute euch dreien!
    Antwort
  • Tinka24
    Superclubber (401 Posts)
    Kommentar vom 07.06.2012 21:07
    Liebe Krissy

    Wenn du denkst du kommst alleine mit der Traurigkeit nicht mehr klar,sprech da mal mit einen Arzt dar├╝ber,nicht das du in eine Depression verf├Ąllst.
    Wir hatten toitoitoi das Gl├╝ck einer "normalen" Geburt, unsere kleine war auch ne Sternenguggerin aber war alles bestens.
    vielleicht nicht grad aufmunternt f├╝r dich.. aber jede SS ist anders,beim n├Ąchsten mal kanns auch ganz normal gehen
    ps diesen Tropf hab ich auch bekommen und man hat mir auch erst sp├Ąter gesagt was denn das ist,ich denke das sagen die nich unbedingt weil man bestimmt sagen w├╝rde nee..morphium..auf kein fall^^

    Eine Rabenmutter bist du sicherlich nicht.
    Ich w├╝nsch dir alles Liebe
    Antwort
  • xenaka
    Very Important Babyclubber (1031 Posts)
    Kommentar vom 09.06.2012 00:01
    hallo krissy,

    tut mir echt leid, dass du so eine schwere geburt hattest und dir die selbstbestimmung genommen wurde. ich denke man kann sowas auch nicht wirklich nachvollziehen wenn man nicht selbst in so einer situation war, sondern nur erahnen wie du dich f├╝hlen musst!

    ich kann dir nur eins sagen, n├Ąmlich, dass du dich nicht als rabenmutter f├╝hlen musst, weil du deiner kleinen nicht allein auf den weg ins leben helfen konntest! manchmal ist das so und da steckt man nicht drin! das einzige was z├Ąhlt, ist dass es dir und deiner fiona gut geht! dass ihr alles gut ├╝berstanden habt, egal ob sie jetzt oben oder unten raus geschl├╝pft ist. das wird ihr egal gewesen sein :)

    wir k├Ânnen froh sein, dass es das hilfsmittel "kaiserschnitt" gibt, sonst g├Ąbe es deutlich mehr geburten, bei denen mutter oder kind zu schaden kommen. und es ist auch kein grund sich minderwertig zu f├╝hlen, wenn man ein kind per kaiserschnitt geboren hat.

    mein erstes kind habe ich per geplantem kaiserschnitt bekommen. der kleine war ein beckenendlagenbaby und w├Ąre auf nat├╝rliche weise nie gesund oder vielleicht auch nichtmal lebendig geboren worden, da er sich so in seine nabelschnur verheddert hatte, dass es unter einer normalen geburt garantiert zu fatalen komplikationen gekommen w├Ąre. h├Ątte ich es spontan versucht, w├Ąre es, wie bei dir auf einen not-ks rausgelaufen. mir hat man damals auch gar nicht die m├Âglichkeit einger├Ąumt es spontan zu versuchen, was im nachhinein betrachtet ja auch gut so war. was ich schade fand, ist, dass, obwohl ich den ks schon fast bis in die 40. ssw herausgez├Âgert hatte, mein kleiner wirklich aus heiterem himmel zwangsger├Ąumt wurde, nicht mal wirklich mit dem ansatz einer wehe auf die geburt vorbereitet war. auf der andren seite ist das ja bei einem geplanten ks so gewollt, da der eingriff unter wehen komplizierter ist.

    es ist auch eine leistung ein kind per ks auf die welt zu bringen und die erste zeit danach ist gewiss kein zuckerschlecken und steht in keinster weise hinter einer spontangeburt zur├╝ck! und du hast sogar doppelte strapazen auf dich nehmen m├╝ssen, erst die wehen, dann der ks. ich denke du kannst stolz auf dich und deine k├Ârperliche leistung sein, die du vollbracht hast! ich fand die ks-entbindung sogar heftiger als die normale geburt!

    stell dir mal vor, du h├Ąttest fiona als sternenguggerin auf die welt gebracht, wie du dich untenrum wahrscheinlich verletzt h├Ąttest. eine freundin von mir hat vor 2 jahren einen sternengugger bekommen und ist jetzt noch in behandlung. und es wird wohl nie wieder gut werden!

    bei der n├Ąchsten geburt wird es sicherlich einfacher werden und schneller gehen, ich denke da kannst du ganz optimistisch sein :) nimm dir deine zeit das erlebte zu verarbeiten und spreche mit menschen, denen du vertraust ├╝ber deine gef├╝hle und gedanken.

    ich bin ├╝brigens 9 monate nach meinem ks wieder schwanger geworden und einer normalen geburt stand ├╝berhaupt nix im wege!

    w├╝nsche dir alles gute!

    lg xenaka
    Antwort
  • Patty01
    Very Important Babyclubber (815 Posts)
    Kommentar vom 11.06.2012 12:53
    Hallo Krissy

    Ich kann dich sehr gut verstehen und ich denke, es wird auch noch eine Weile dauern bis du dar├╝ber hinwegkommst.Deine Maus ist noch klein, die Geburt noch nicht so lange her und eine frisch gebackene Mama ist einfach vollgestopft mit Hormonen.
    Nur eins mal vorweg: Du bist keine Rabenmutter! Wieso auch? Du hast dir doch gar nichts vorzuwerfen.
    Ich verstehe aber deine "trauer" und "Hilfglosigkeit"...bei mir war/ist es ├Ąhnlich. Meine beiden Geburten liefen zwar ganz gut und wirklich schnell, jedoch wurde mir beide male meine S├Âhne nach der Geburt "weggenommen" da sie Fr├╝hchen waren...und das war f├╝r mich eine auch sehr schlechte, wenn nicht sogar traumatische Erfahrung. Beim ersten Mal war ich gar nicht drauf vorbereitet. Der Kleine Mann wollte halt einfach schon raus...beim 2. Mal war ich dann doch "vorbereitet" da mein Risiko ja schon h├Âher war und trotzdem war es schwer f├╝r mich. Mir war es immer total wichtig mein Kind gleich bei mir zu haben, gleich anzulegen und beide Male wurde es mir genommen...das tut mir in meiner Seele weh und musste auch lange daran denken und jedes Mal ├╝berkam mich die Trauer. ABER mit der Zeit kommt man dr├╝ber weg, auch wenn man es nicht vergisst. Gut ist schon mal, dass du es dir von der Seele geschrieben hast, das hilft echt...und man soll auch ruhig zu seiner Trauer stehen, auch wenn andere es nicht verstehen k├Ânnen oder man den Spruch h├Ârt "Ach, das Kind ist gesund, das ist doch die Hauptsache". Nat├╝rlich istr das das Wichtigste, keine Frage und der Verstand weiss das auch, aber die Emotionen sind halt da und man sollte sie auch zulassen. Nat├╝rlich gubt es "Schlimmeres" jedoch finde ich folgendes Sprichwort ganz wertvoll "Urteile nicht ├╝ber eine Last, die du nicht tr├Ągst"....

    Ich w├╝snche dir viel Kraft, Geduld und viele sch├Âne Erlebnisse mit deiner Maus :-)
    LG
    Antwort
  • mira2006
    Gelegenheitsclubber (1 Post)
    Kommentar vom 21.06.2012 20:46
    Hallo Krissyy,

    auch ich bin ├╝ber die Erlebnisse w├Ąhrend der Geburt meines ersten Kindes jahrelang nicht hinweggekommen. Einerseits war es der Geburtsverlauf an sich (2 Wochen ├╝ber dem Termin, endlose Einleitungsversuche, dann keine Wehenpausen, v├Âlliges Weggetretensein, Streit der ├ärztinnen mit den Hebammen, was nun zu tun sei, Geburtsstillstand, Angst um mein Kind, Not-Kaiserschnitt, Schmerzen, Tropf, Schmerzen, Tropf, grantige Schwestern auf der Station, denen alles zu viel war - au├čer 2 waren sehr nett, hatten auch mal ein liebes Wort usw.), andererseits die Dinge, die danach folgten wie sofortiger Besuch meiner Schw├Ągerin, die sich einfach zu viel rausnahm, mir mein Kind wortlos aus dem Arm nahm, in ein anderes Zimmer ging und die T├╝r schloss, Kommentare meiner Schwiegermutter wie "Also ich habe innerhalb von 45 Minuten entbunden..." oder "Du kannst doch Deinem Kind den Nuckel nicht verweigern!" -- mein Kind wollte keinen Nuckel, wir haben es l├Ąngere Zeit versucht usw. usf.) Jeder als guter Ratschlag oder gut gemeinte Tipp getarnte unqualifizierte Kommentar oder als Bemerkung nebenbei daherkommende Kr├Ąnkung (z.B. ├╝ber meinen noch recht dicken Bauch, der mir pers├Ânlich nichts ausmachte, wohl aber meiner Umwelt...) war kein Drama an sich. Aber alles zusammen und die doch empfindsame Zeit kurz nach der Geburt, in der man doch Ruhe und Zuwendung und vielleicht sogar ein wenig Unterst├╝tzung ( ;o) ) gut gebrauchen k├Ânnte, f├╝hrten dann dazu, dass ich gaaanz langsam in eine Depression hineingeschlingert bin. Ich habe mich noch Monate mehr schlecht als recht geschlagen, aber bei mir h├Ârte es nicht von allein auf oder verblasste oder so. Leider nicht. Ich war nach au├čen hin immer gut gelaunt, aber innerlich konnte ich lange nicht mit den vielen Dingen abschlie├čen und neue kamen hinzu.
    Die junge Vertretung meiner Frauen├Ąrztin, an die ich mich gewandt habe, war ganz baff und irritiert und konnte mir auch nicht weiterhelfen. Dann habe ich mich nochmal viel sp├Ąter an eine Psychologin gewandt, weil ich doch auch alles genie├čen und eine entspannte Mutter sein wollte wie die anderen auch... (so scheint es aber auch nur immer zu sein...) Letztendlich habe ich dann f├╝r ein├şge Zeit Antidepressiva genommen, die sogar sehr gut halfen, obwohl ich wirklich Bedenken und Angst/Respekt vor so etwas hatte. Und ich war einige Male bei einer sehr guten Psychologin, die mir geholfen hat, klarer zu sehen und wieder Kraft zu tanken.
    Heute wei├č ich, dass es hilfreich ist, sich fachlichen Rat zu holen, wenn man allein nicht mehr heraus kommt und es ist gut, wenn man sagt, was nicht gut lief. Ich habe mich vier Jahre nach der Geburt meines ersten Kindes an die Geburtsklinik bzw. die leitende Hebamme gewandt, geschildert, was war und beschrieben, was das alles in mir ausgel├Âst hat. Sie hat mir daraufhin zur├╝ckgeschrieben, was wirklich half. Schon allein, dass es da angekommen war, wo alles anfing. Ich habe mich ge├Ąu├čert und vielleicht - vielleicht! - haben ein paar werdende M├╝tter nach mir etwas davon gehabt...
    Dass man Dir Morphium gegeben hat unter der Geburt und all die anderen Sachen, die Du beschrieben hast, sind alles ung├╝nstige Umst├Ąnde, die dazu f├╝hrten, dass es Dir jetzt schlecht geht. Die ├ärzte und Hebammen dort h├Ątten sich aber um Dich k├╝mmern m├╝ssen, nicht nur medizinisch. Manchmal l├Ąuft nicht alles nach Plan oder nach Wunsch. In diesen Situationen ist es aber besonders wichtig, dass man sich gut aufgehoben f├╝hlt und ernst genommen, auch wenn man nicht die einzige Patientin ist oder man ja "nur" ein Kind bekommt. Aber daf├╝r sind doch die ├ärzte und Hebammen dort ausgebildet. Es ist deren Job.
    Ich musste noch zwei Jahre nach all dem weinen beim Anblick der Homepage der Klinik: ├ťbergl├╝ckliche Mutter mit Kind im Arm, die nach 2 Tagen das Krankenhaus freudestrahlend verl├Ąsst mit dem ebenso gl├╝cklichen Partner an ihrer Seite, der sie unterst├╝tzt. "Unser Team aus ├ärzten und Hebammen usw. tut alles Menschenm├Âgliche, um die Geburt ihres Kindes zum sch├Ânsten Augenblick ihres Lebens werden zu lassen. Wenden Sie sich vertrauensvoll an uns, wir freuen uns, Sie unterst├╝tzen zu d├╝rfen...." Oh oh, es gab Momente, das war ich echt am Ende. Und es tut mir immer sehr leid, wenn ich Geschichten wie Deine h├Âre. Und nat├╝rlich gibt es auch immer Stories, die dramatischer sind oder es den Kindern extrem schlecht ging usw. Aber DIR geht es nun mal nicht gut - aus verst├Ąndlichen Gr├╝nden. Und Du bist immernoch in der Zeit, in der viele M├╝tter sehr sensibel sind. Das ist auch ganz normal. An anderen Frauen prallt einfach alles ab oder nur ihre Geschichte z├Ąhlt. Aber die Geschichten sind so unterschiedlich und DEIN Kummer ist mit dem anderer Frauen nicht vergleichbar.
    Lass nicht so viel Zeit vergehen wie ich. Hol Dir Rat und Hilfe von Fachleuten. Wenn Du Gl├╝ck hast, ger├Ąts Du an den Richtigen oder die Richtige. Falls nicht, versuch┬┤s weiter. Es lohnt sich! Du hast Grund, gl├╝cklich zu sein und die Zeit mit Deinem Baby zu genie├čen. Aber anscheinend gibt es auch einen ganzen Haufen, den Du mit jemandem besprechen musst und im ung├╝nstigen Fall nur unn├Âtig hinterher schleifen w├╝rdest (so wie ich).

    Ich w├╝nsche Euch alles Gute und viel Kraft. Das wird schon!! ;o)
    Antwort
  • Krissyy90
    Powerclubber (87 Posts)
    Kommentar vom 04.07.2012 14:42
    Ich danke euch allen f├╝r die lieben Worte! Mit der Zeit l├Ąsst der Schmerz zwar nach, aber hin und wieder kommt es doch wieder hoch. Meine kleine ist das tollste Baby, was man sich w├╝nschen kann! Sie hilft mir jedes mal mit einem l├Ącheln ├╝ber die Trauer hinweg. Ich hoffe es geht auch weiter bergauf ...
    Antwort

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