Themenbereich: Entwicklung und Erziehung

"Trotz und Wutanfälle bei 2J altem Kind - wie in den Griff bekommen?"

Anonym

Frage vom 15.12.2001

Die Trotzanfälle unseres zweijährigen Sohnes zehren an unseren Nerven. Wir wissen manchmal nicht wie wir ihn bändigen sollen. Ich hoffe sehr das Sie uns einen Rat geben können. Was uns sehr belastet ist z.B. das er sehr eifersüchtig auf andere Kinder ist, sein Spielzeug auf keinen Fall hergibt und wenn das andere Kind stärker ist, zubeißt, oder sich mit schupsen des anderen Kindes zur Wehr setzt. Ich gehe immer dazwischen, sage nein, aber manchmal ist er so wütend, das ich ihn nur mit sehr viel Kraft zurückhalten kann, damit er nicht nochmal losbraust. Meist nehme ich ihn aus dem gleichen Zimmer und er muß dann in sein Kinderzimmer bis er sich beruhigt hat. Das machen wir so schon eine Weile, aber abgewöhnt hat er es sich deshalb noch nicht. Ich bevorzuge andere Kinder in keinster Weise, aber es reicht schon, wenn ein anderes Kind auf meinen Schoss sitzt. was sollen wir machen ? Und er rennt weg, sobald wir ihn aus dem Kinderwagen lassen. Aber er rennt und rennt, und schaut sich nie um, ob wir auch hinter ihm sind. Wir sagen ihm natürlich das das nicht geht, und ich vermeide auch peinliche Szenen vor anderen Leuten.
Mit vorliebe wirft er sein essen vom Tisch und sein Spielzeug die Treppe herunter. Wir haben alles probiert, von gut reden, bis auf den Klaps auf die Hände, einsperren in sein Zimmer u.s.w. Wir möchten auf keinen Fall das es eskaliert. Er ist sehr lebhaft und neugierig und nur wenn ich mich von morgens bis abends ausführlich mit ihm beschäftige, haben wir ein zahmes Lahm. Aber das geht leider im Alltag nicht immer, die Hausarbeit nur abends zu erledigen, kommt für nicht in Frage. was machen wir falsch ? Er braucht sehr viel Aufmerksamkeit, die er von mir und meinem Mann gleichermaßen bekommt, aber eben nicht 24 Stunden am Tag. Über Ihre Meinung bin ich sehr dankbar.

Anonym

Antwort vom 17.12.2001

Ich möchte Ihnen gleich mal zwei Bücher empfehlen, die Ihnen evtl. weiterhelfen könnten: Jan Uwe Rogge: Kinder brauchen Grenzen, ISBN:3-499-19366-3 und Eltern setzen Grenzen, ISBN:3-499-19756-1, sowie von Anette Kast-Zahn: Jedes Kind kann Regeln lernen, ISBN:3-9804493-1-9 und Monika Kiel-Hinrichsen: Warum Kinder trotzen,ISABN:3-8251-7249-X. Während des zweiten Lebensjahres ist das Verhalten des Kindes darauf ausgerichtet, Aufmerksamkeit zu erwecken. Das zweijährige Kind tritt gegenüber allem ofmals sehr ablehnend auf und versucht, seine Selbständigkeit durchzusetzen. Ihre Augabe als Eltern ist es hier Vorbild zu sein, um die soziale Zusammenarbeit zu erlernen- ihm mit Geduld den Sinn des Teilens zu vermitteln z.B.. Einige Grundregeln: Soziales Verhalten und Selbstbeherrschung können nicht in ein paar Monaten erlernt werden, sondern es braucht Jahre, überfordern Sie Ihr Kind nicht, wiederholen Sie geduldig Ihre Anweisungen wobei Worte stets weniger bewirken als Taten- leben Sie also gutes Verhalten selber vor. Ein geregelter Tagesrhythmus ist wichtig, damit Ihr Sohn Sicherheit hat, zu diesem gehören feste Regeln und auch Grenzen, sowie Rechte und auch Pflichten, die ein jedes Familienmitglied-inklusive Ihrem Sohn- innehat(der jeweiligen Reife und Alter angepaßt). Stellen Sie nur wenige Gebote auf, die jedoch dann unter keinen Umständen gebrochen werden dürfen. Loben Sie Ihren Sohn immer besonders, wenn er eine Anweisung befolgt. Bleiben Sie konsequent und seien Sie ganz bestimmt und ruhig in Ihren Anweisungen. Bei der Aufmerksamkeit gilt die Qualität und nicht unbedingt die Quantität, es ist Ihrem Sohn durchaus zuzumuten, daß er sich über einen gewissen Zeitraum alleine beschäftigen kann und Sie Ihrem Haushalt z.B. nachgehen. Bei Aggressivität zeigen Sie Ihrem Sohn deutlich, daß Sie von seinem Verhalten nichts halten und daß er keine Zustimmung von Ihnen erwarten kann. Zeigen Sie ihm, daß er für liegevolles Verhalten belohnt wird und viel Lob erhalten kann. Seien Sie sich als Eltern einig über die Grenzen und die Konsequenzen und handeln Sie immer gleich danach. Bleiben Sie fair und berücksichtigen Sie die Bedürfnisse Ihres Sohnes, als auch Ihre eigenen. Bei Trotzanfällen ist es das Beste ruhig zu bleiben und dem Kind keine Beachtung zu schenken. Seien Sie nicht nachtragend. Es gibt keine peinlichen Szenen-stehen Sie über den Dingen! Essen ist kommentarlos beendet, wenn das Essen vom Tisch geworfen wird, das Spielzeug ist kommentarlos weg, wenn er es die Treppe hinunterwirft, er bleibt im Kinderwagen sitzen wenn er wegläuft usw...handeln Sie! Ein Kind mit zwei Jahren beherrscht noch nicht seine Willenskräfte und stößt eben häufig mit seiner Umwelt zusammen. Ein Übermaß an Ärger und Enttäuschung gipfelt dann in einem Zornausbruch. Mit zunehmendem Alter wird das Kind geduldiger und auch kompromißbereiter. Sollten Sie sich sehr unsicher sein, so wenden Sie sich bitte ohne Scheu an eine Familienberatung oder auch an einen Kinderpsychologen!
Mit freundlichen Grüßen

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