Themenbereich: Entwicklung und Erziehung

"Erziehung eines Kleinkindes"

Anonym

Frage vom 13.12.2010

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Enkel ist mittlerweile fast 19 Monate alt und hat seit 20 Wochen eine kleine Schwester, die er auch überalles liebt. Alle kümmern sich auch viel und gut um ihn, jedoch macht er Sachen, die wir nicht verstehen können bzw. wissen wir auch nicht, wie wir damit umgehen sollen.

Ich schildere nun einfach mal die Dinge die er tut!
1. Also angefangen beim Essen, wenn er beispielsweise einen Jogurt oder ähnliches isst (wobei er es auch bei einem Brötchen oder so etwas in der Art macht), spuckt er plötzlich einfach alles aus und fängt an nach dem Löffel oder nach dem Brötchen zu hauen. Er verweigert das Essen manchmal einfach strickt. Manchmal fängt er sogar mit Absicht an während dem Essen zu würgen, wir müssen ihn deshalb bei jedem Essen mit Spielzeug ablenken, sonst isst er so gut wie gar nichts. Und er ist sowieso schon ziemlich leicht. Er ist 90 cm groß und wiegt 11 kg und ist wie gesagt 19 Monate alt.
Wie können wir das bloß aus ihm rauß bekommen?

2. Immer wenn wir ihm die Windeln wechseln wollen, dann ist er am schreien aber richtig schlimm! Wir müssen ihn sanft runter drücken, damit wir ihm überhaupt noch eine frische Pampie machen können.
Gibt es da irgend eine Lösung?

3. Wenn er sich ärgert, weil er seinen Willen nicht bekommt, dann haut er mit Absicht seinen Kopf auf den Boden und tut sich mit Absicht selbst weh! Wohl gemerkt, es ist zwar auf dem Teppichboden aber das ist schlimm mit an zu sehen.
Woran kann das liegen und wie sollen wir uns in dieser Situation verhalten?

4. Er hat seinen Opa aus Wut schonmal blutig gekratzt, sich dann zwar erschrocken aber er tut uns noch immer wenn er wütend ist mit Absicht weh. Er zieht seiner Mama und mir also seiner Oma mit Absicht an den Haaren oder pitscht manchmal beißt er auch.
Wie sollen wir uns verhalten, wenn er so etwas tut? Und wieso macht er das?

5. Wenn wir ihm sagen, dass er an die Schränke nicht gehen soll, dann macht er es trotzdem und holt ganz schnell etwas rauß und wenn wir ihn dann da weg nehmen und nein sagen, dann schmeißt er sich mit Absicht nach hinten und knallt oftmals mit dem Hinterkopf auf den Boden.
Was können wir da machen?

Wir brauchen echt dringend Hilfe, es wäre wirklich nett und hilfreich, wenn Sie meine bzw. unsere Fragen Punkt für Punkt versuchen könnten zu beantworten. Wir wissen uns wirklich keinen Rat mehr und es ist uns wichtig den Kleinen richtig zu erziehen.

Mit freundlichem Gruß

Antwort vom 14.12.2010

Hallo,
ich wills versuchen, würde Ihnen aber auch empfehlen eine Erziehungsberatung in Anspruch zu nehmen. Das kann man bei vielen sozialen Einrichtungen bekommen, oft auch kostenlos und wie ich finde sehr hilfreich. Soziale Einrichtung können die Caritas sein oder der Sozialdienst der Kirchen und auch sehr hochwertig beim Kinderschutzbund. Sie werden dort vertraulich behandelt und brauchen keine Angst vor einer Weitergabe Ihrer Daten ans Jugendamt befürchten- ich schreibe das ausdrücklilch, weil viele Eltern genau davor Angst haben.
Die Frage mit dem Essen erachte ich als kleines Machtspielchen und ich finde es altersenstprechend, er muss seine Grenzen testen. Ich würde versuchen mich nicht darauf einzulassen, sprich ihn nicht mit Spielzeug ablenken sondern ihn verwarnen und ihm Konsequenzen androhen, die sie auch einhalten können. Wenn er merkt und das bezieht sich eigentlich auf alle Beispiele, dass sie sich auf seine Reaktionen nicht mehr einlassen, also nicht darauf reagieren dann wird der Reiz verfliegen. Setzen Sie ihm Grenzen und wenn er zB beim Essen weitermacht würde ich die Mahlzeit für ihn auch beenden. Er wird nicht verhungern und sicher auch nicht an Gewicht verlieren, er wird aber merken, wenn Sie standhaft bleiben, dass dieses Verhalten nicht akzeptiert wird und wird sich nach einer Protestphase an die Regeln, die Sie vorgeben halten. Im Rahmen seiner Möglichkeiten. Kinder fordern Grenzen ein und brauchen diese auch. Das kostet Kraft und es müssen auch alle am gleichen Strang ziehen, aber wenn das gelingt, dann wird sich die Situation für Sie alle bessern. Auch Ihrem Enkelkind geht es damit nicht gut, aber er braucht Ihre Hilfe um sein Verhalten verändern zu können. LG Judith

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