Themenbereich: Kinderwunsch allgemein

"HPV- Befund und Pap II - wie ist der Befund einzuschätzen?"

Anonym

Frage vom 08.11.2012

Liebes Team!

Kurz zu meiner Lebenssituation: Ich bin 34 Jahre alt, habe drei Kinder (7, 5 und 3) und bin seit sieben Jahren gerne verheiratet. Ich hatte bisher eigentlich nie Probleme mit Infektionen, Pilzerkrankungen o. ä. auch nicht während meiner Schwangerschaften.

Nun habe ich wieder begonnen zu arbeiten, was mich sehr stresst, ich aber im Moment und kurzfristig auch nicht ändern kann. Seit meinem Arbeitsbeginn vor 7 Wochen habe ich Schmerzen, Jucken und Brennen an und in der Scheide. Daraufhin bin ich zu meinem Frauenarzt der eine Mischinfektion (Baktierien und Pilze) feststellte.
Mein Frauenarzt behandelte mich mit Antibiotischer Creme und einem oralen Pilzmedikament, anschließend Gelifend. Ich nahm alles nach Anweisung und es kehrte kurzzeitig Ruhe ein, aber nach ein paar Tagen fing wieder alles zu jucken an. Meine Scheide fühlt sich außerdem seither geschwollen und sehr "fremd" an.
Bei einem Kontrolltermin letzte Woche wurden keine Bakterien und Pilze mehr gefunden, sondern eine gesunde Mischflora. Zusätzlich wurde bei diesem Termin die routinemäßige Vorsorgeuntersuchung durchgeführt.
Gestern kam dann ein Brief aus der Praxis mit dem Laborergebnis der Vorsorgeuntersuchung: Pap II und HPV Viren (high risk). Ich bin fix und fertig mit meinen Nerven. Mein Frauenarzt teilt meine Beunruhigung nicht und ist der Ansicht, dass dieses Ergebnis nicht besorgniserregend sei und ich einfach in einem halben Jahr zu Kontrolle kommen soll. Der Körper würde mit diesen Viren sehr oft selbst klar kommen.

Mein Mann ist sehr lieb und tröstet mich, meine Kinder sind sehr rücksichtsvoll, obwohl sie gar nicht richtig verstehen können, dass ich plötzlich nicht mehr Rad fahren möchte....

Ich fühle mich krank, hilflos und alleingelassen. Wissen sie mir einen Rat?

Antwort vom 09.11.2012

In gewisser Weise zu Recht hat Ihr FA Sie beruhigt: Pap II gilt noch als Normalbefund und sagt lediglich "Veränderung der Schleimhaut" aus; das kann auch mit Ihrer aktuellen Infektion zusammen hängen.
Die "Durchseuchung" mit HPV-Viren der High Risk-Gruppe ist recht hoch, ohne dass es zu bösartigen Veränderungen der Schleimhaut kommt. Ich kann aber trotzdem gut verstehen, dass Sie sich Sorgen machen und dass Sie unter den unangenehmen Erscheinungen der Scheideninfektionen leiden.
Zunächst einmal ist wichtig, dass auch Ihr Partner behandelt wird. Gerade bei immer wiederkehrenden Infekten ist vermutlich Ihr Partner derjenige, bei dem die Viren, Pilze und Bakterien unbemerkt überleben und Sie immer wieder infizieren. Männer merken oft nichts von bestehendem Befall, haben weder gerötete Haut noch Juckreiz etc. Ein Urologe kann Ihren mann untersuchen und die geeignete Behandlung veranlassen. Sie sollten beide wieder völlig geheilt sein und unauffällige Hautbefunde haben, bevor Sie wieder ohne Kondom miteinander schlafen.
Die HPV-Infektion heilt oft spontan wieder aus, was allerdings über mehrere Monate dauern kann. Auf Wikipedia gibts aktuell einen recht guten Artikel dazu:http://de.wikipedia.org/wiki/Humane_Papillomviren. Im Moment können Sie v.a. daran "arbeiten" , dass die Infektion bei Ihnen beiden ausheilt, damit v.a. mal die unangenehmen Begleiterscheinungen nachlassen. Die Sorge bzgl bösartiger Veränderung in Richtung Karzinom kann ich zwar gut verstehen, sie ist aber -rein statistisch - nicht sehr wahrscheinlich. Sie können sich auch mit dem Urologen bzw auch mit einem zweiten FA noch beraten, um eine zweite Meinung einzuholen. Ich wünsche Ihnen alles Gute!

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