Themenbereich: Babyernährung allgemein

Wie am besten mit der Beikost beginnen mit 6M.?

Anonym

Frage vom 14.08.2002

mein Sohn ist heute 6 Monate alt (habe bis jetzt voll gestillt) und wir haben seit Sonntag, da dann Papa filmen konnte, angefangen selbstgekochte Möhren zuzufüttern. Es war wohl interessant und er hat 2 - 3 Löffel gegessen. Am nächsten Tag jedoch sah der den Löffel und fing direkt an zu weinen. Ich habe zwar etwas in den Mund hineinbekommen, aber er schüttelte sich und wir bekamen wieder alles heraus. Den nächsten Tag habe ich es dann mit Möhren und Kartoffeln, auch selber gekocht versucht, aber dasselbe wieder in grün. Heute habe ich es mit Möhren BioHühnchen und Kartoffeln und darunter Ligakeks zerkleinert versucht, dann hat er ca. 8 Löffel gegessen, aber ich habe trotz weinen und strampeln keine Ruhe gegeben, bis er sie gegessen hat. Anscheinend war es auch nicht so fies, wie das selbstgekochte, da es von Hipp aus dem Gläschen war. Ich weiß das man nicht soviel und besonder so schnell verschiedene Sachen ausprobieren soll, aber ich habe nur Bekannte, da ist es überhaupt kein Problem und da dachte ich, ich muß es irgendwie versuchen. Ich weiß ja nicht einmal, ob es der Löffel ist oder das Essen. Ich denke mal das Essen. Zudem kommt auch noch das er nicht einmal eine Flasche, eine trinklerntasse NUK, oder Becher nimmt. Aus der Flasche und der Trinklerntasse bekommt er nichts raus, er weiß gar nicht was er damit im Mund soll, aus der Flasche kommt es fast von alleine und dann verschluckt er sich, muß aber ja nicht dran ziehen. Zuerst habe ich ihm gutes tun wollen mit Säften von Alete oder Hipp, jetzt bleib ich erst einmal bei Wasser, aber er trinkt und ißt nichts. Wenn ich zwischen dem Essen denke es wäre gut etwas zu trinken wegen des Geschmacks dann ist die Hölle los.
Leider bekomme ich keinen richtigen Rat. Meine Freunde und Verwandten haben zwar Kinder, aber jeder sagt etwas anderes. Der Arzt sagt es wieder anders und belesen nutzt auch nichts, da es wieder anders ist. Desweiteren weiß ich nicht wie ich weiter vorgehen soll. Erst 4 Wochen mittags ersetzen und dann? Nachmittags einen H.A. Brei von Alete z.B, weil mein Mann Allergien hat? Wie lange denn nachmittags Brei und warum rät der Arzt zu Brei und nicht nach Früchten? Wann sollen wir abends einen Brei geben und welchen? Es tut mir leid wenn ich Sie so mit Fragen überhäufe, aber ich liebe meine Kleinen über alles, bin so froh ihn zu haben, nach langem hin und her, was dann mal vernünftig geklappt hat und möchte nichts falsch machen.
Es wäre also schön, wenn Sie die Zeit für mich hätten und auf alles eine Antwort zu geben, das ich dies alles befolgen kann. Wenn Möhren nichts für ihn sind dann soll ich mit Bananen anfangen? Hm, hat mir auch einer gesagt..was denn nun und liegt es überhaupt an Möhren. Oh man ich beschäftige mich so sehr damit, das ich nachts nicht schlafen kann. Habe Angst, das er nachher nur noch die Brust möchte und ich ihn nicht davon losbekomme. Kann ich mir zwar nicht vorstellen, aber ich möchte ja nicht ein unzufriedenes Kind haben. Also, schonmal recht lieben Dank, schaue morgen, übermorgen direkt mal nach Post, wie ich weiter verfahren soll. Dankesehr, Ihre
Hebamme

Antwort vom 15.08.2002

Es ist schon richtig, das man mit sechs Monaten anfangen kann auf Beikost umzustellen. Aber es gibt Kinder, die brauchen länger bis sie verstehen, wie man von einem Löffel ist und das man auch von der beikost satt wird. Das ihr Sohn beim alle ersten Mal Möhren gegessen hat, liegt einfach an dem neuen. Aber anscheinend braucht er noch zeit, bis er versteht, was er damit soll. Lassen Sie Ihm zeit und zwingen Sie ihn , gerade wenn er weint und strampelt, zum Brei essen. Damit fördern sie nur seinen Unwillen dagegen und er wird später nur noch mehr Theater machen. Er muß auch erst lernen wie man mit dem Löffel isst und das ganze im Mund koordiniert. Lassen Sie ihm Zeit und probieren Mittags aus, ob er ein paar Löffel essen möchte. Wenn nicht, dann machen Sie Schluß und versuchen es am nächsten tag noch mal. Irgendwann wird er den dreh raus haben und auch essen. Messen Sie Ihr Kind nicht an anderen Kindern, jedes Kind ist anders und lernt auch dementsprechend schneller oder langsamer.
Mit der beikost fangen Sie am besten Mittags an. Entscheiden Sie sich, ob Sie selberkochen oder Gläschen füttern wollen. Geschmacklich ist das selbstgekochte sicher besser. Anfangen können Sie mit Möhren pur, mischen Sie ein wenig O-Saft darunter oder auch ein Keks, damit es besser schmeckt. Rezepte und Informationen zur Beikost bekommen Sie unter www. fke-do.de. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung hat ganz gute Broschüren, auch bei Allergien entwickelt.
Nach zwei Wochen Möhren können Sie kartoffeln dazu geben und ein bis zwei mal/ woche auch fleisch.Wenn die Mittagskost ersetzt ist, meistens nach vier bis sechs Wochen, dann können sie anfangen die Nachmittags oder Vormittagskost zu erstetztn. Die Reihenfolge ist eigentlich egal. Nehmen Sie am Anfang die Mahlzeit, die am einfachsten zu ersetzten ist. Sie können Nachmittags auch püriertes Obst geben, z.B. Banane oder Birne , später können Sie auch beides mischen. Immer mit ein wenig Öl oder Butter , dann auch mal ein Keks mit darunter, damit es satter macht. Aber probieren Sie immer ein Nahrungsmittel aus und bei guter Verträglichkeit können Sie es auch mischen. Ihr Arzt rät vielleicht dswegen zu Brei nachmittags, weil es satter macht, aber auch mit Obstbrei können Kinder satt werden und es sind genauso Vitamine drin. Sie können auch den Bei mit Früchten mischen. Den Nachmittagsbrei geben Sie ziemlich lange, meist bis zum ersten Lebensjahr. Bis Sie merken, das er mit Obst und Keks genauso zufrieden ist und nicht zu satt, um abends seine Mahlzeit zu essen. Die Kinder brauchen am Anfang Ihre geregelten und häufigen Mahlzeiten, dies wird nach den ersten 11/2 Jahren anders.
WENN sie das gefühl haben, Ihr Kind wird abends , nachts nicht richtig satt, dann können Sie den Abendberi auch schon vor den Nachmittags/Vormittagsmahlzeiten ersetzten. Hier können Sie den H.A. Brei von Alete nehmen. H.A. wegen den Allergien Ihres Mannes. Abends nimmt man meistens Grieß-, Dinkel-, oder Milchbrei genommen.Meistens gibt man noch Obst dazu.
Sie können also ungefähr alle vier Wochen eine Mahlzeit ersetzte, aber denken Sie daran Ihr Kind muß erst lernen vom Löffel zu essen und das kann eine weile dauern.
Wichtig ist natürlich, das Ihr Kind je mehr beikost er bekommt auch zusätzlich mehr trinkt. Aber auch Hier muß er erst noch lernen, wie es geht aus der Flasche zu trinken. Bieten sie es Ihm immer wieder an, aber auch hier braucht er zeit. Bei ganz heißem Wetter geben Sie ihm ruhig mit dem Löffel wasser zu trinken. Es reicht Wasser oder Tee, Sie brauchen erst mal keine Säfte zu geben. Im Moment bekommt Ihr Sohn noch durch das Stillen genug Flüssigkeit.Erst wenn er mehrere Mahlzeiten isst, dann braucht er mehr zu trinken. Auch kann er schon früh leren, direkt aus dem Glas zu trinken, auch das Saugen an NUK Trinklernbechern ist am Anfang schwierig.So, ich hoffe ich konnte Ihnen ein wenig weiter helfen.

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