Themenbereich: Vorsorgeuntersuchungen

Keine Schwangerenvorsorge nach Fehlgeburt

Anonym

Frage vom 30.12.2017

Liebes Hebammenteam,
liebe Frau Semlow,
am 4. September 2017 wandte ich (43) mich kurz nach einer Fehlgeburt an Sie.

Ich war in der 8. Woche als die Ärztin auf dem Ultraschall nichts sah, es bestand Verdacht auf Eileiterschwangerschaft, doch im Krankenhaus sah man auf dem Ultraschall eine kaum erkennbare kleine Fruchtblase. Die Schwangerschaft war zu klein für das Schwangerschaftsalter, der HcG Wert war zu niedrig, deshalb schickte mich meine Frauenärztin zur Ausschabung in die Klinik. Trotzdem stieg das HCG weiter an, zwar zu langsam, aber so, dass man keine Ausschabung machen konnte.

Ich sollte also zu Beobachtung weiter im Krankenhaus bleiben. Da ich jedoch noch kleine Kinder (6 und 3,75) zuhause habe, verließ ich das Krankenhaus. Zur Kontrolle ging ich zur Vertretung meiner Frauenärztin, der im Ultraschall auch nichts erkennen konnte. Zu diesem Zeitpunkt blutete ich bereits trotz wieder gestiegenem HCG. Der Arzt wollte ich erneut ins Krankenhaus schicken, aber ich entschied mich für die kleine Geburt, die Ende August erfolgte.

Nur 6 - 7 Wochen später wurde ich überraschend erneut schwanger. Ich bin nun fast in der 15. Schwangerschaftswoche und spüre bereits Kindsbewegungen (z. B. Flattern), also weiß ich, dass das Baby da ist.

An sich ist das ein Grund zur Freude, aber die Angst begleitet mich jeden Tag. Leider war ich nach der Fehlgeburt Ende August so mit den Nerven fertig und es war auch ständig was mit meinen Kindern, so dass ich nach der Fehlgeburt noch nicht zur Nachuntersuchung war. Als ich dann gehen wollte, war ich wieder schwanger.

Ich weiß, dass es besonders bei einer Mehrfachmutter in meinem Alter eigentlich lächerlich ist, aber ich traue mich nun einfach nicht zu meiner Frauenärztin zu gehen.
1. Weil ich nicht zur Nachuntersuchung war
2. Weil ich das Krankenhaus in dem ich auf ihren Rat hin zur Ausschabung war verlassen habe und stattdessen eine kleine Geburt selbst und ohne Hilfe durchlebte
3. Weil ich nun schon so weit bin, dass es für eine Erstuntersuchung eigentlich zu spät ist
4. Weil sie mir eigentlich riet, nach der Fehlgeburt bzw. Ausschabung 2 Blutungen zu warten und ich ungeplant früher schwanger wurde.
5. Weil ich inzwischen viel über die Schädlichkeit zu frühen Ultraschalls gehört habe und besonders eine vaginale Ultraschalluntersuchung zu einem frühen Zeitpunkt fürchtete
6. Weil ich einfach Angst habe, dass wieder etwas nicht in Ordnung sein könnte und dass die Ärztin beim Ultraschall wieder entdecken könnte, dass etwas nicht stimmt. (Etwa 1 1/4 Jahre vor meiner letzten Fehlgeburt hatte ich bereits eine Fehlgeburt, die sehr traumatisch für mich war)
Es ist zwar noch sehr früh in der Schwangerschaft, aber dies ist bereits meine 5. Schwangerschaft und ich spüre schon die Bewegungen des Kindes, also weiß ich, dass es da ist und dass es lebt.
Was raten Sie mir in meiner Situation?
Vielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe

Antwort vom 30.12.2017

Hallo, es ist schön, dass Sie wieder schwanger geworden sind und es ist auch ein Beleg dafür, dass Sie insofern alles richtig gemacht haben. Eine Wartezeit nach Fehlgeburt ist nicht erforderlich, weil sie den Ausgang einer erneuten Schwangerschaft nicht beeinflusst. Die Nachuntersuchung ist eine Vorsorgemaßnahme und ein Angebot. Bei Ihnen war alles in Ordnung, sonst wäre eine erneute Schwangerschaft nicht möglich gewesen. Nach traumatischen Erfahrungen wie einer Fehlgeburt, ist es für die betroffenen Frauen oft hilfreich und deshalb auch notwendig einen völlig anderen Weg zu gehen. Das haben Sie mit Erfolg getan und IhreSituation auch sehr gut gemeistert. Sie müssen sich eigentlich dafür nicht rechtfertigen gegenüber der Ärztin, wenn Sie jetzt erst zur ersten Vorsorge gehen würden. Sie haben auch die Möglichkeit Vorsorgeuntersuchungen durch eine Hebamme vornehmen zu lassen und mit dieser zu besprechen, ob Sie beispielsweise erst zur zweiten vorgesehenen Ultraschall-Untersuchung in der 20. SSW gehen- Oder Sie gehen zu einem anderen Arzt/Ärztin und berichten nur zusammenfassend über den bisherigen Verlauf. Es wäre ja auch nicht völlig ungewöhnlich, wenn eine Frau erst spät vermutet/merkt, dass sie wieder schwanger ist-
Es besteht auch die Möglichkeit, dass Sie eine Schwangerenberatungsstelle aufsuchen und dort gemeinsam mit einer Beraterin herausfinden was für Sie der beste Weg ist. Das können Sie nur selbst entscheiden und es muss nicht der sein, der vom System der Schwangerenvorsorge vorgesehen ist. Nach dem was Sie erzählen sieht es jedenfalls gut aus und ich wünsche Ihnen alles Gute für die weitere Schwangerschaft.
Mit den Besten Wünschen für das Neue Jahr, Monika Selow

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Melini
Gelegenheitsclubber (0 Posts)
Kommentar vom 30.12.2017 19:29
Danke.
Vielen lieben Dank Frau Semlow.

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