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Themenbereich: Ernährung in der Schwangerschaft

Ängste vor Listerien

Anonym

Frage vom 04.07.2018

Hallo liebe Hebamme,
ich mache mir große Sorgen. Ich bin in der 31. Ssw und bisher verlief die Schwangerschaft sehr gut bis auf meine Angst vor Listerien. Nun Folgendes. Wir benutzen in der Küche für Küchenabfälle wie Salatreste, Eierschalen und manchmal Fleischreste (was man vor dem Kochen vom Hühnchen entfernt..) Porzellanschälchen die dann nach 1-2 Tagen geleert und von Hand gespült werden. Normalerweise esse ich aus diesen Schälchen nicht, weil ich das immer im Kopf habe. Aber es sind Essensschälchen die bei uns im Schrank stehen, die aber nur von Hand ganz normal abgewaschen werden mit Spülmittel in warmem Wasser. Mein Mann hat mir heute Mango und Kiwi geschnitten und in einem dieser Schälchen serviert und ich habe das leider erst nach dem Verzehr bemerkt. Jetzt habe ich ein richtig schlechtes Gewissen und denke natürlich sofort an eine Listerieninfektion weil ich denke dass normales Abwaschen gegen evtl. Listerien durch die Eier oder Fleisch welches 1-2 Tage im Schälchen war nicht ausgereicht hat. Wie schätzen Sie die Situation ein? Besteht ein großes Risiko? Sollte ich einen Test machen lassen und wann am Besten?
Liebe Grüße!

Antwort vom 09.07.2018

Hallo,
es ist schade, dass Ihre Schwangerschaft durch die Angst vor Listerien getrübt ist. Um eine Infektion auszulösen ist schon eine gewisse Menge an Erregern notwendig und mit den empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen (kein rohes Fleisch, Händ, Gemüse und Obst waschen usw.) ist zur Vorbeugung eigentlich alles getan. Wären Listerien so haltbar und infektiös, dass sie durch abgewaschenes Geschirr übertragbar wären, dann müsste empfohlen werden alles zu desinfizieren. Dem ist nicht so, weil davon keine Gefahr ausgeht und weil wir tatsächlich in einer sehr sicheren Umgebung leben, in der Lebensmittel einer recht guten Kontrolle unterliegen.
Warum ausgerechnet Listerien so häufig Ängste und Zwangsgedanken auslösen ist etwas rätselhaft. Es gibt eine ganze Reihe an Infektionen, die weit häufiger sind, zu denen sich jedoch kaum Gedanken gemacht wird.
Ein paar Informationen zu Listerien: Es gibt ungefähr 500 bis 700 Infektionen in Deutschland pro Jahr. Davon sind etwa 6 Prozent einer Schwangerschaft zuzuordnen. Das bedeutet, dass sich pro Jahr nur 25 bis 42 schwangere Frauen mit Listeriose infizieren. Bezogen auf 700.000 bis 800.000 Schwangerschaften im Jahr, ist das ganz schön wenig und für eine der möglichen Komplikationen, die dadurch ausgelöst werden (Fehl- und Frühgeburt) ist Ihre Schwangerschaft schon zu weit fortgeschritten.
In neueren Leitlinien wird empfohlen auf Tests und Behandlung zu verzichten, wenn Produkte verzehrt wurden, die von Rückrufaktionen betroffen sind, wenn sich danach keine Symptome zeigen. In Ihrem Fall, wo weder sicher Listerienhaltige Lebensmittel verzehrt wurden noch Symptome auftraten, brauchen Sie also gar nichts machen.
Sollten grippeähnliche Symptome auftreten nach dem Verzehr von Lebensmitteln für die expliziter Listerienverdacht besteht, sollte immer noch weder behandelt noch getestet werden, wenn keine fieberhafte Erkrankung vorliegt.
Nur wenn Typische Symptome einer Listerieninfektion inklusive Fieber besteht, sollte ein Test durchgeführt werden und dann ist immer noch eine Behandlung mit den entsprechenden Antibiotika anzuraten.
https://www.jwatch.org/na35455/2014/08/19/management-listeriosis-during-pregnancy

Versuchen Sie sich auf das zu konzentrieren, was aktuell vorliegt: Haben Sie grippeähnliche Symptome wie Muskelschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und zusätzlich höheres Fieber als 38,1 Grad Celsius? Falls nicht, haben Sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit derzeit auch keine Infektion mit Listeriose.
Was kommen könnte, kann niemand vorhersagen. Daher ist es sinnvoll vorsichtig zu sein, beim Umgang mit Lebensmitteln, aber auch im Straßenverkehr und im Haushalt oder im Umgang mit Feuer.
Falls Sie sich trotzdem nicht von quälenden Gedankengängen lösen können oder wenn sich die Angst vor Listerien auf andere Bereiche verschiebt, könnte es sinnvoll sein eine Therapeutin oder einen Therapeuten aufzusuchen. Oft genügen wenige Gespräche, um sich von belastenden Gedanken befreien zu können und damit die Lebensqualität wieder wesentlich zu verbessern.
Ich wünsche Ihnen alles Gute für die weitere Schwangerschaft, Monika Selow

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