Themenbereich: Stillen allgemein

"Stillprobleme - Brustentzündung - wie helfen?"

Anonym

Frage vom 19.09.2001

Liebes Hebammenteam,
die Gewichtszunahme meiner 10 Wochen alten Tochter stagnierte in den letzten Wochen so, daß sie unter 100 Gramm zunahm.
Ich versuchte allerlei, u.a. zufüttern was sie meist strikt ablehnte, zusätzliche Gabe von abgepumpter Milch, das wollte sie meist auch nicht mehr. Jetzt hat sie aber seit 10 Tagen öfter eine Stillmahlzeit, wo sie eine Brust total verweigerte. Gestern zum ersten Mal beide. Keine Chance sie zum Stillen zu bewegen. Auch die Tricks die sonst geholfen hatten, nämlich eine geringe Menge abpumpen, sie trinken lassen und dann an die Brust legen funktionierten nicht.
Da dies bis jetzt immer abends der Fall war, dachte ich das die Brüste ihr wohl nicht voll genug sind.
Jetzt habe ich aber eine leichte Brustentzündung seit gestern und ich lege sie eigentlich fast nur an der kranken Seite an und pumpe die andere wenigstens ein bischen ab. Jetzt zur Mittagszeit wollte sie aber gar keine Seite mehr. Nach 5 minutigem Nucklen an der kranken Brust hörte sie auf und war an keiner Seite mehr zum Weitertrinken zu bewegen. Nach verlorenem halbstündigen Kampf mit allen Mitteln die sonst geklappt haben gab ich ihr Nahrung in sie verputze zufrieden noch 70 ml.

Ich vermute sie stillt sich jetzt selbst ab. Vielleicht habe ich zu schnell mit der Flasche angefangen aber ich wußte ja nicht ob ich zuwenig Milch hatte.
Ich würde jetzt zumindestens gerne aber noch einige Stillmahlzeiten aufrecht erhalten. Nachts und früh hatten wir noch nie Probleme und ich genieße das Stillen sehr.
Was kann ich machen um meine Milchproduktion zu behalten, aber auf der anderen Seite muß ich die Brustentzündung ja noch richtig ausheilen lassen und ich habe Angst vor einem neuen Milchstau ??!!
Vielen Dank.

Anonym

Antwort vom 19.09.2001

-Kinder haben mit 10 Wochen einen Wachstumsschub, dies ist ganz normal und viele Mütter glauben dann, nicht genügend Milch zu haben.
Bitte wenden Sie sich zunächst nochmals an Ihre Hebamme, die Ihnen hier besser weiterhelfen kann, als ich es auf diesem Wege kann. Zwar ist die Gewichtszunahme Ihrer Tochter in den letzten Wochen etwas wenig gewesen, meines Erachtens nach aber noch kein Grund zur Sorge. Laut Tabelle sollten Kinder bis zum 4. Lebensmonat 150 bis 250 g in der Woche zunehmen, dies ist aber nur ein Durchschnittswert. Ebenso könnten Sie eine Stillprobe machen, indem Sie Ihre Tochter 24 Stunden lang jeweils vor und nach dem stillen wiegen (ohne zwischendurch zu wickeln oder ähnliches), um so eine Tagestrinkmenge zu ermitteln. Als Richtlinie sagt man hier, dass ein Kind zwischen einem sechstel und einem siebtel des Körpergewichtes (max. 6000g Gewicht) am Tag trinken sollte. Bei einem 4600 g schweren Kind wären dies dann etwa 660 bis 760 ml am Tag. Wenn Ihre Tochter nicht deutlich weniger trinkt und einen zufriedenen Eindruck macht, brauchen Sie sich hier keine unnötigen Sorgen zu machen, die Kleine holt es schon wieder auf. (Anders wäre es natürlich, wenn sie krank wirkt und immer schon leicht untergewichtig ist.)
Mit der Hilfe Ihrer Hebamme oder einer Stillberaterin (www.lalecheliga.de oder www.asf.de ) können Sie es durchaus schaffen, wieder voll zu stillen! Legen Sie Ihre Tochter zunächst immer an beiden Seiten an - zunächst ruhig die vollere, damit sich hier kein neuerlicher Stau bilden kann. Trinken Sie ausreichend viel, vielleicht auch einen Milchbildungstee (mein "Lieblingsrezept" s. unter der Rubrik Stillen hier in der Sprechstunde, fertige Tees u.a. von Weleda) und achten Sie einfach darauf, dass nach dem stillen keine Knötchen mehr in der Brust sind, um einen neuen Stau zu vermeiden.

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