Themenbereich: Stillen allgemein

"Kind trinkt nachts besser als tagsüber"

Anonym

Frage vom 03.06.2004

Meine 19 Wochen alte Tochter wird alle 4 Std. gestillt und trinkt dabei aber nur kurz, sodass wir meistens nach 5 Minuten schon wieder fertig sind. Sie geht von der Brust weg. Dann geht sie ständig zur Brust zieht kurz 2 Züge und geht wieder weg. Biete ich ihr die Brust nochmals an, trinkt sie wieder 2 Züge und geht dann wieder weg und strahlt mich an. Abends um 22:00 Uhr erhält sie normalerweise die letzte Stillmahlzeit aber z.Zt. will sie abends überhaupt nichts trinken. Ich habe auch schon probiert ihr eine Flasche zu geben, aber das will sie auch nicht. Sie weint fürchterlich und ist einfach total müde und möchte vermutlich nur schlafen. Nachts jedoch kommt sie dann manchmal alle 2 Stunden oder wie tagsüber alle 4 Stunden. Nachts trinkt sie besser als tagsüber jedoch nur an einer Brust und schläft dann wieder ein. Kann es sein, dass sich mein Kind von selbst abstillt, oder handelt es sich um einen Stillstreik? Was kann ich tun? Soll ich den Rhythmus ändern oder wird es Zeit für eine andere Nahrung?

Anonym

Antwort vom 03.06.2004

-Es kann gut sein, dass Ihre Tochter nach fünf Minuten schon satt ist und ihre Trinkmenge getrunken hat. Wenn sie von allein die Brust loslässt, und anschließend nicht mehr zügig weitertrinkt, können Sie die Mahlzeit beenden. Lassen Sie Ihre Tochter so oft und so lange trinken wie sie es vorgibt. Sie kann jetzt schon selbst die Länge und den Rhythmus der Stillmahlzeiten bestimmen. Bei einem Stillstreik verweigern die Kinder die Brust komplett und lassen sich gar nicht stillen. Das ist bei Ihrer Tochter aber nicht der Fall. Wenn sie gut gedeiht und altersentsprechend an Gewicht zunimmt, brauchen Sie gar nichts zu ändern und sie muss nicht unbedingt um 22:00 Uhr gestillt werden, wenn sie es nicht möchte. Vom dritten bis sechsten Lebensmonat sollte die wöchentliche Gewichtszunahme bei Stillkindern etwa 90 – 140 Gramm betragen. Ob Ihr Baby genug Milch bekommt, erkennen Sie vor allem auch an ihrem gesunden Gedeihen: Sie hat etwa sechs nasse Windeln in 24 Stunden, und der Urin ist hell und geruchlos. Die Stühle stinken nicht (Stillkinder müssen nicht täglich Stuhlgang haben. Der Stuhlgang kann auch mal einige Tage auf sich warten lassen). Ihr Kind saugt effektiv an der Brust und schluckt hörbar. Ihre Brust ist nach dem Stillen etwas weicher als vorher. Die große Fontanelle ist nicht eingesunken. Ihre Tochter ist rosig und ihr Körper warm. Neben unterschiedlich langen Schlafphasen ist sie wach und reaktionsfreudig, macht insgesamt einen zufriedenen Eindruck und lässt sich durch verschiedene Maßnahmen beruhigen. Wenn das alles zutrifft, besteht die Lösung darin, dass Sie Ihre Tochter den Rhythmus und die Dauer der Stillmahlzeiten bestimmen lassen. Mit 19 Wochen stillen sich Kinder in der Regel noch nicht von selbst ab, und es ist noch zu früh, mit Beikost zu beginnen. Künstliche Säuglingsnahrung brauchen Sie nicht zuzufüttern. Sie können die Kleine sechs Monate ausschließlich stillen und dann in kleinen Schritten mit fester Nahrung beginnen. In der Broschüre „Gesunde Ernährung von Anfang an “ (Verbraucherzentrale Hamburg, Tel. 040/24832-20, E-Mail: info@vzhh.de ) finden Sie wertvolle Informationen und Hintergründe zur schonenden und gesunden Einführung der Beikost.

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