Themenbereich: Stillen allgemein

Stillen und das Antibiotikum Clindamycin

Anonym

Frage vom 07.09.2013

Hallo, ich habe eine Zahnfleischentzündung bei einem wurzel behandelten Zahn der auch mein Weisshaltszahn jetzt auch angreift und dadurch ist es so Geschwollen das ich gar nicht kauen kann.
Sie meinte wir versuchen das Antibiotikum, aber die Entzündung ist so groß das sie den Zahn vermutlich nicht retten kann. Die Zahnärztin hat mir ein Antibiotikum Clinda-Saar 600mg verschrieben ich sollte eine Filmtablette Morgens und eine Abends direkt nach dem Stillen einnehmen, aber erst nach 4 - 5 Stunden wieder stillen können. Jetzt habe ich gestern Abend eine genommen und musste erst 5 Stunden später Stillen..
Ich habe meiner Tochter vor kurzem angefangen ein bisschen Beikost zu geben aber sie spuckt es alles aus.. und aus der Flasche trinken mag sie gar nicht. Ich will auch nicht abstillen.. Aber dennoch habe ich Angst und bin mir nicht sicher das es meiner Tochter (8 Monate alt) schadet. Darf ich es den Einnehmen und nach 4-5 Stunden wieder Stillen oder muss ich wirklich abstillen? Ich müsste es nur ab Gestern Abend, Heute und Morgen noch nehmen..am Montag würde die Zahnärztin weiterschauen wie sich alles entwickelt hat...aber heute hab ich es nicht genommen weil ich total Angst habe und unsicher bin ob meiner kleinen wirklich schadet.. :(((
Lieben Gruss

Vielen Dank im Voraus!!!!!!

Antwort vom 08.09.2013

Hallo!
Mit dem Antibiotikum Clinda-Saar 600 mg erhalten Sie ein Arzneimittel mit dem Wirkstoff Clindamycin. Unter Eingabe von "Clindamycin" unter der Rubrik Medikamente auf der home-page von www.embryotox.de heisst es, dass bei Gabe dieses Antibiotikums (wenn es dringend notwendig ist, das genau dieses Mittel gegeben werden muss), auch weiter gestillt werden kann. Säuglinge können als ein Zeichen von Unverträglichkeit Durchfall bekommen; wenn das Mittel abgesetzt wird, verschwindet der Durchfall wieder. Wenn zwischen der Einnahme von Clindamycin und dem Stillen ca. 4-5 Stunden Zeit gelassen wird, ist rechnerisch ein Großteil des Mittels aus der Muttermilch wieder verschwunden. Bei einem kurzfristigen Einsatz dieses Mittels scheinen Sie insgesamt weiter stillen zu können. Es macht Sinn, dass Sie versuchen vor erneuter Einnahme Ihr Kind oft an die Brust zu legen, um danach eine Pause von 5 Stunden zu erreichen. Falls Ihr Kind gar nicht aus der Flasche trinken mag, empfehle ich Ihnen, andere Gefäße auszuprobieren; mit Unterstützung trinken auch 8 Monate alten Kinder aus dem Becher. Unter der homepage von oben können Sie sich mit dem Namen des Wirkstoffs immer wieder genauer informieren. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme


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laciu
Gelegenheitsclubber (0 Posts)
Kommentar vom 07.03.2017 05:24
"rechnerisch wieder draußen"?
Hallo Hebamme,

Du schreibst, nach 4-5 Stunden wäre das meiste von dem Antibiotikum wieder draußen aus der Milch. Wie geht denn das? Wenn die Milche nicht vom Kind herausgetrunken oder abgepumpt wird, wie verschwinden dann Stoffe aus der Milch? Oder muss ich das so verstehen, dass Clindamycin irgendwie in der Milch verfällt oder durch die Milch abgebaut wird?

LG laciu
Kommentar vom 10.03.2017 15:17
Stillen und das Medikament Clindamycin
Hallo!
Ich vermute, meine Worte sind etwas missverständlich gewählt und nicht gut nachvollziehbar. Jedes Medikament zeigt mit seinem Wirkstoff eine Zeit der höchsten Konzentration im Blut und hat eine sog. Halbwertzeit, zu der es im Blut wieder abgebaut und auf die Hälfte reduziert wird. Die Halbwertzeit ist medikamentenspezifisch, also immer auch unterschiedlich von Präparat zu Präparat. Da die Konzentration des Wirkstoffs im Blut dem entspricht, wie er in der Muttermilch vorkommt, betrachtet man u.a. diese Halbwertzeit, um daraus abzusehen, wann das Medikament aus Blut und somit aus der Muttermilch wieder abgebaut, also "verschwunden" sind. Bei einem Medikament, was teilweise oder gänzlich in die Muttermilch übergeht (was nicht! bei allen Medikamenten so ist), kann man somit die Konzentrationsspitzen umgehen. Da die Muttermilchmilchkonzentraton der Blutkonzentration entspricht, ist auch das Abpumpen und Entleeren keine Hilfe. Ich hoffe, es ist jetzt leichter verständlich geschrieben. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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