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Abstillen - wie es gelingt

Abstillen: Tipps und Infos

Abstillen
Bildquelle: VISCOM
Irgendwann ist es soweit: Das Baby möchte mehr als nur Milch, die Mama möchte wieder etwas mehr Freiheit. Der Zeitpunkt für das Abstillen ist gekommen.

Wie es gelingt, dass Mama & Baby das Abstillen gut verkraften erfahrt ihr hier. Plus: Tipps aus der Naturapotheke, wie z.B. bestimme Tees, Aufgüsse oder Globuli, die beim Abstillen helfen.

Wann abstillen?

Den richtigen Zeitpunkt zum Abstillen bestimmen Mama oder Baby: Ideal wäre es, wenn Mutter und Kind gleichzeitig das Bedürfnis spüren würden, nach und nach zu einer anderen Form der Ernährung überzugehen. Jedoch sind die Bedürfnisse von Mutter und Kind nicht immer im Einklang. Versucht also nicht zu sehr, den Zeitpunkt des Abstillens auf ein bestimmtes Alter des Kindes festzulegen. Wichtig ist, dass Mama & Baby auf sich selbst hören, um den Zeitpunkt für das Abstillen zu bestimmen. Manche Mütter stillen gerne und lange und lassen ihr Kind entscheiden, wann es nicht mehr stillen möchte. Andere wiederum möchten früher abstillen und bestimmen für ihr Kind, wann der Zeitpunkt für das Abstillen gekommen ist – beides ist völlig in Ordnung.

Abstillen - wie?

Auf die Frage "Abstillen – wie?" gibt es keine allgemeine Antwort. Klar ist jedoch: Am sanftesten für's Baby ist das Abstillen, wenn es nicht abrupt, sondern langsam erfolgt. Das heißt: Sobald das Baby Beikost bekommt, wird nach und nach eine Stillmahlzeit durch Brei ersetzt. Wichtig ist, dass ihr eurem Kind immer ausreichend Zeit lasst, bevor die nächste Stillmahlzeit durch einen Brei ersetzt wird. Empfehlenswert ist immer ein Abstand von drei bis vier Wochen. Viele Mütter behalten weiterhin noch eine oder zwei Stillmahlzeiten bei, zum Beispiel zum Einschlafen am Abend oder am Morgen. Damit wird nicht nur Babys Hunger und Milchbedarf, sondern auch sein Nähe- und Kuschelbedürfnis „gestillt“.

Manche Babys überspringen auch die Brei-Phase und finden erst später Geschmack am Essen. Dann kann gegen Ende des ersten Lebensjahres nach und nach babygerechtes Fingerfood angeboten werden, z.B. Obststücke, gekochtes Gemüse, Nudeln, Reiswaffeln, etc. Je mehr unterschiedliche Nahrung ein Baby zu sich nimmt, desto seltener benötigt es die Muttermilch als Nahrungsquelle. Wenn das Abstillen wie ein fließender Übergang verläuft, wird der ganze Prozess von Babys meist viel besser angenommen als eine abrupte Entwöhnung von der Brust.

Übrigens: Dieses sanfte Abstillen ist nicht nur stressfreier für’s Baby, sondern auch sanfter für Mama’s Brust: Denn die kann sich nach und nach auf den sinkenden Milchbedarf einstellen, Komplikationen wie Milchstau sind dann seltener. Und wenn Mama schneller abstillen möchte? Dann werden die Milch-Mahlzeiten an der Brust einfach durch Flaschennahrung ersetzt.

Welche Milch nach dem Abstillen?

Wenn Mamas ihr Baby mit Beginn der Beikost ganz abstillen, sollten sie dem Baby eine passende Säuglingsnahrung anbieten. Denn bis zum ersten Lebensjahr benötigt ein Baby noch mindestens 2-3 Milchmahlzeiten täglich (das sind ca. 400-500 ml Säuglingsmilch). Und auch danach brauchen Kleinkinder täglich ca. 300 ml Milch oder Milchprodukte, um den Kalziumbedarf zu decken.

Abstillen & Beikost

Natürlich wird eine Milchmahlzeit nicht von heute auf morgen durch eine komplette Portion Brei ersetzt. Fangt langsam an, indem ihr dem Baby vor dem Stillen einige Löffel Beikost anbietet und es danach an der Brust satt trinken lasst. Steigert diese Menge langsam, bis das Baby von einer Brei-Mahlzeit satt wird. Das wird eine Menge von ca. 200 g sein. Sobald die Mutter hinterher nicht mehr die Brust anbietet, sollte das Baby zum Brei auch Wasser, Tee oder andere Flüssigkeit trinken.

Probleme beim Abstillen vermeiden

Vor allem beim schnellen Abstillen kommt es manchmal zu Problemen: Die Milch staut sich, der Milchfluss will nicht versiegen, das Baby akzeptiert die Flasche nicht. Hier die besten Tipps zum Abstillen aus der babyclub.de-Hebammensprechstunde:

Milchstau beim Abstillen: Die weibliche Brust muss sich erst daran gewöhnen, dass sie nun nicht mehr vollständig ausgetrunken wird. Wenn Frauen merken, dass die Brust spannt, sehr prall und druckempfindlich ist, solltet ihr Milch abpumpen oder ausstreichen, um einem Milchstau vorzubeugen. Pumpt jedoch nur soviel Milch ab, bis der Druck nachlässt, damit die Brust „lernt“ weniger Milch zu produzieren. Parallel dazu die Brust kühlen, um den Milchfluss einzudämmen. Das funktioniert mit Coolpacks oder Quarkwickeln am besten. Außerdem hilft es, während des Abstillens einen straff sitzenden BH zu tragen.

Das Baby akzeptiert die Flasche nicht? Dann kann es helfen, wenn eine andere Person, also nicht die Mama, das Fläschchen gibt. Babys verbinden mit der Mama oft die Brust als Nahrungsquelle und lassen sich von ihr nicht einfach mit dem Fläschchen „abspeisen“.

Mit Tee & Phytolacca abstillen

Mamas können das Abstillen unterstützen, indem sie pro Tag zwei bis vier Tassen Salbei- oder Pfefferminztee trinken. Wenn die Brüste sich verhärten oder schmerzen, wirkt ein Quarkwickel abschwellend und kühlend. Dazu den kühlen Quark direkt auf die Brust oder auf ein Tuch streichen und einige Stunden einwirken lassen. Nehmt pro Brust und Wickel 250 g Quark, dem ihr den Saft einer halben Zitrone zugeben könnt.

Manche Hebammen empfehlen einen Petersilienaufguss, damit die Milchproduktion zurückgeht. Dazu wird frische Petersilie klein geschnitten, mit heißem Wasser übergossen und der Sud wie ein Tee getrunken.

Für homöopathische Unterstützung ist beim Abstillen Phytolacca (in der Potenzierung D 2) die erste Wahl. Hebammenempfehlung: Einige Tage alle drei Stunden fünf Kügelchen einnehmen (unter der Zunge zergehen lassen) und  die Wirkung beobachten. Wer das Gefühl hat, dass beim Abstillen Phytolacca nicht oder zu heftig wirkt, kann die Menge nach Bedarf erhöhen oder reduzieren.

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